Pim1, Arthritis

Pim1 bei Arthritis: Nilotinib lindert Gelenkentzündung im Tierversuch

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mäuseversuche zeigen Effekte intranasaler Vesikel und einer Pim1-Hemmung; Nutzen und Sicherheit für Menschen sind noch ungeklärt.

Präklinische Studien prüfen Vesikel und Pim1 gegen Entzündungen
Eine Nahaufnahme einer Pipette mit einem Wassertropfen in einem sterilen, minimalistischen Laborumfeld. Illustration mit AI erstellt.

Neue Untersuchungen aus der präklinischen Forschung liefern Erkenntnisse über potenzielle Behandlungsansätze gegen entzündliche Prozesse im Körper. Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich dabei einerseits auf intranasal verabreichte Vesikel zur Bekämpfung von Entzündungsvorgängen im zentralen Nervensystem und andererseits auf das Protein Pim1 als Zielstruktur bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Intranasale Vesikel gegen Entzündungen im Gehirn

Eine an der Texas A&M University durchgeführte und im Journal of Extracellular Vesicles veröffentlichte Studie untersuchte den Einsatz von extrazellulären Vesikeln, die aus humanen induzierten pluripotenten Stammzell-abgeleiteten neuralen Stammzellen stammen (hiPSC-NSC-EVs). Im Rahmen der Untersuchung erhielten 18 Monate alte Mäuse zwei Dosen dieser Vesikel über die Nase im Abstand von zwei Wochen.

Bereits sechs Stunden nach der Verabreichung ließen sich die Vesikel in mehreren Hirnregionen nachweisen. Einen Monat nach der letzten Gabe schnitten die behandelten Tiere in Objekt-Erkennungs- und Ortsgedächstests besser ab als unbehandelte Vergleichstiere. Zugleich beobachteten die Wissenschaftler einen Rückgang typischer Marker für Neuroinflammation.

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Unter anderem verringerten sich die Hypertrophie von Astrozyten sowie das Auftreten aktivierter Mikroglia. Auf molekularer Ebene sanken die Aktivitäten der Signalwege NLRP3 und cGAS-STING, wobei die enthaltenen Moleküle miR-30e-3p und miR-181a-5p regulierend auf diese Signalpfade wirkten.

Obwohl diese Ergebnisse auf entzündungshemmende Effekte im Gehirn hindeuten, betonen Experten, dass es sich um rein präklinische Daten handelt. Ein potenzieller Nutzen sowie die Sicherheit für den Menschen sind bislang nicht belegt, weshalb eine direkte Übertragung auf menschliche Patienten ungewiss bleibt.

Das Enzym Pim1 bei rheumatoider Arthritis und Spondylitis

Einen weiteren Ansatzpunkt für entzündliche Erkrankungen untersuchte eine von Zhongyu Xie geleitete Arbeitsgruppe. Die Studie identifizierte erhöhte Werte der Kinase Pim1 in CD4+-T-Zellen als entscheidenden Faktor für eine abnormale Differenzierung von Th17-Zellen, wie sie bei rheumatoider Arthritis sowie bei ankylosierender Spondylitis auftritt.

Den Ergebnissen zufolge regt Pim1 über die Phosphorylierung des Proteins MICU1 den mitochondrialen Kalziumeinstrom an und steigert die oxidative Phosphorylierung in den Zellen. Im Tiermodell führte ein gezielter Knockout von Pim1 in CD4+-T-Zellen zu einer deutlichen Abschwächung der Arthritiszeichen, einer Reduktion des Th17-Anteils sowie niedrigeren Konzentrationen des Entzündungsbotenstoffs IL-17A.

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Darüber hinaus testeten die Forscher den bereits von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassenen Wirkstoff Nilotinib, der unter anderem als Pim1-Inhibitor fungiert. In Tierexperimenten bremste die Substanz die Th17-Zellen und linderte die Symptome der Gelenkentzündung.

Bei Mäusen mit einem gezielten Pim1-Knockout blieb dieser Effekt hingegen aus, was die spezifische Wirkungsweise über Pim1 untermauert. Auch bei diesem Ansatz sind weitere Untersuchungen zu Dosierung und Toxizität erforderlich, bevor über eine klinische Anwendung nachgedacht werden kann.

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