Pilzgift NT-2: Universität Bern zeigt, wie es Ribosomen in menschlichen Zellen lahmlegt
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen an der Universität Bern haben neue Erkenntnisse über die Wirkungsweise von Pilzgiften in Nahrungsmitteln geliefert. Ein Forschungsteam identifizierte den Stoff NT-2, ein spezifisches Gift, das die Funktion menschlicher Zellen massiv beeinträchtigen kann.
Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Communications Biology veröffentlicht wurden, beschreiben einen bisher wenig beachteten Mechanismus der Zellschädigung durch Agrarschädlinge.
Mechanismus der zellulären Inaktivierung durch NT-2
Im Zentrum der Untersuchungen steht die Auswirkung des Giftstoffs auf die Ribosomen. Diese Bestandteile der Zelle sind als sogenannte Proteinfabriken für die Herstellung lebensnotwendiger Eiweiße verantwortlich. Laut den Forschungsergebnissen der Universität Bern führt der Kontakt mit NT-2 dazu, dass diese Ribosomen in einen inaktiven Schlafmodus versetzt werden.
Studienleiter Evangelos Karousis erläuterte hierzu, dass dieser Zustand weitreichende Folgen für die Zellgesundheit habe. Die Proteinfabriken würden durch das Gift in eine Ruhephase gezwungen, aus der sie aus eigener Kraft nicht mehr erwachen könnten. Dies unterbricht die Proteinproduktion nachhaltig und schädigt so die betroffenen menschlichen Zellen.
Ursprung in weitverbreiteten Getreidepilzen
Der Giftstoff NT-2 ist kein künstliches Produkt, sondern wird von natürlichen Krankheitserregern gebildet. Es handelt sich um eine Substanz, die von Getreidepilzen der Gattung Fusarium produziert wird. Diese Pilze gelten in der Landwirtschaft als weitreichendes Problem, da sie regelmäßig wichtige Nutzpflanzen befallen.
Forschende der Universität Bern haben entschlüsselt, wie das Pilzgift NT-2 aus Fusarium-Getreidepilzen die Proteinfabriken menschlicher Zellen in einen inaktiven Schlafmodus versetzt. Da Weizen, Gerste und Mais regelmäßig befallen werden, lohnt der Blick auf den eigenen Speiseplan. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie fusariumfreie Getreideprodukte erkennen und Pilzgifte im Alltag vermeiden. Jetzt kostenlosen Schutz-Leitfaden anfordern
Wie aus den Forschungsberichten vom September 2026 hervorgeht, sind insbesondere Weizen, Gerste und Mais von einem Befall durch Fusarium-Arten betroffen. Über die Verarbeitung dieser Getreidesorten können die Giftstoffe in die menschliche Nahrungskette gelangen, was die Relevanz der Entschlüsselung ihrer biochemischen Wirkung unterstreicht.
Innovative Testmethoden und akademische Zusammenarbeit
Die Identifizierung von NT-2 gelang durch den Einsatz moderner Screening-Verfahren. In einer neuen Methode testeten die Wissenschaftler insgesamt 28'000 verschiedene Stoffe. Besonderes Merkmal dieses Versuchsaufbaus war, dass die Tests außerhalb lebender Zellen durchgeführt wurden, um die direkten chemischen Interaktionen präzise beobachten zu können.
Die Forschungsarbeit war das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen mehreren Schweizer Wissenschaftsinstitutionen. Neben der federführenden Universität Bern waren auch die École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) sowie die ETH Zürich maßgeblich an den Analysen beteiligt.
Zukünftige Forschungsziele zur Reaktivierung der Ribosomen
Nach der erfolgreichen Identifizierung und Beschreibung des Giftstoffs konzentriert sich die Wissenschaft nun auf die Bewältigung der Zellschäden. Der nächste logische Schritt in der Forschung besteht darin, Wege zu finden, um die durch NT-2 stillgelegten Ribosomen wieder zu reaktivieren.
Kaum jemand weiß, dass Getreidepilze der Gattung Fusarium Weizen, Gerste und Mais befallen und ihre Giftstoffe über die Verarbeitung in unsere Nahrung gelangen können. Die Universität Bern hat nun gezeigt, wie ein solches Gift die Proteinproduktion in menschlichen Zellen nachhaltig unterbricht. Damit Sie wissen, welche Lebensmittelgruppen betroffen sind und worauf Sie achten sollten, haben wir das Wichtigste für Sie zusammengefasst. Übersicht belasteter Lebensmittel jetzt anfordern
Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, mit denen die „schlafenden“ Proteinfabriken wieder in ihren funktionsfähigen Zustand zurückversetzt werden können, um die negativen Effekte des Pilzgifts zu neutralisieren.
