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Physical AI: NVIDIA stellt Cosmos 3 und Isaac GR00T vor

02.06.2026 - 07:09:31 | boerse-global.de

NVIDIA erweitert sein Robotik-Portfolio mit Open-Source-Tools und Referenzhardware für die Entwicklung von Physical AI und autonomen Systemen.

Physical AI: NVIDIA stellt Cosmos 3 und Isaac GR00T vor - Bild: über boerse-global.de
Physical AI: NVIDIA stellt Cosmos 3 und Isaac GR00T vor - Bild: über boerse-global.de

Chipriese stellt neue Plattform für „Physical AI" vor – offene Tools sollen Entwicklung humanoider Roboter beschleunigen.

NVIDIA hat auf den Fachmessen GTC Taipei und Computex am 1. Juni 2026 eine umfassende Erweiterung seines Portfolios für Robotik und autonome Systeme präsentiert. Der Konzern veröffentlichte eine Reihe von Open-Source-Werkzeugen, sogenannte World Foundation Models sowie Referenzhardware – alles darauf ausgelegt, die Entwicklung von „Physical AI" voranzutreiben. Dabei handelt es sich um künstliche Intelligenz, die dreidimensionale Umgebungen verstehen und mit ihnen interagieren kann.

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Cosmos 3: Das Gehirn für die nächste Robotergeneration

Mit Cosmos 3 stellte NVIDIA ein offenes World Foundation Model vor, das visuelles Verständnis, multimodale Generierung und Handlungsvorhersage vereint. Das Modell soll Robotern helfen, „zu denken, bevor sie handeln" – es berechnet Trajektorien und Gelenkwinkel auf Basis von Umgebungsdaten. Technisch basiert Cosmos 3 auf einer Mixture-of-Transformers-Architektur (MoT) und wurde mit rund 20 Billionen Tokens multimodaler Daten trainiert.

Zwei Konfigurationen stehen zur Wahl: Cosmos 3 Nano mit 16 Milliarden Parametern für schnelle Berechnungen direkt am Gerät, und Cosmos 3 Super mit 64 Milliarden Parametern für höchste physikalische Genauigkeit. Die Modelle sind unter der OpenMDW-1.1-Lizenz verfügbar – über Plattformen wie Hugging Face und GitHub. Ergänzend veröffentlichte NVIDIA sechs offene Datensätze zur synthetischen Datengenerierung (SDG) für Robotik, autonomes Fahren und Physiksimulationen.

Alpamayo 2 Super: KI fürs autonome Fahren

Speziell für autonome Fahrzeuge der Stufe 4 und Robotaxis präsentierte NVIDIA das Modell Alpamayo 2 Super. Mit 32 Milliarden Parametern und 360-Grad-Wahrnehmung nutzt es einen „Chain-of-Causation"-Ansatz – eine logische Ursachenkette, die Entscheidungen in komplexen Verkehrssituationen sicherer machen soll.

Das Modell fungiert als Lehrmeister: Es kann kleinere, fahrzeugintegrierte KI-Modelle trainieren. Zur Unterstützung wurden AlpaGym für bestärkendes Lernen und OmniDreams zur Szenariogenerierung vorgestellt. Alpamayo 2 Super erhielt auf der Computex einen Best Choice Award und soll im Sommer 2026 breit verfügbar sein.

Industrie setzt bereits auf die neuen Werkzeuge

Die neuen Physical-AI-Fähigkeiten sind Teil des NVIDIA Agent Toolkit, das auf bestehenden Plattformen wie Omniverse, Isaac, Metropolis und Jetson aufbaut. Mehrere globale Fertigungs- und Technologieunternehmen integrieren die Werkzeuge bereits in ihre Arbeitsabläufe.

Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen:
- Pegatron verkürzte die Trainingszeit für Robotersysteme um 67 Prozent.
- Delta Electronics verbesserte die Objekterkennungsrate um 17 Prozent.
- Foxconn steigerte die Produktionsausbeute um drei Prozent.

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Weitere Early Adopter sind TSMC, Siemens, SK hynix und Agile Robots. Zudem gründete NVIDIA die Cosmos Coalition – ein Ökosystem mit Partnern wie Black Forest Labs, Runway und Skild AI, das die offenen Modelle gemeinsam weiterentwickeln soll.

Isaac GR00T: Der humanoide Referenzroboter

Um die Leistungsfähigkeit des neuen Software-Stacks zu demonstrieren, präsentierte NVIDIA den Isaac GR00T – einen Referenz-Humanoiden auf Basis eines Unitree H2-Chassis mit 75 Freiheitsgraden. Angetrieben wird er vom Jetson AGX Thor-Computer. Der Roboter dient als Blaupause für Entwickler, die mit Cosmos 3 und der Isaac-Plattform komplexe menschliche Bewegungen nachbilden und testen wollen.

Mit der Veröffentlichung dieser Werkzeuge vollzieht NVIDIA einen strategischen Schwenk hin zu offener Zugänglichkeit in der Robotik. Entwickler erhalten Gewichte, Rezepte und Datensätze, um KI-Agenten für spezifische Anwendungen in Industrie und Gesundheitswesen anzupassen – ein Schritt, der die Branche nachhaltig verändern könnte.

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