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Physical AI: KUKA und Boston Dynamics automatisieren Produktion

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 04:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Großkonzerne wie KUKA, Coca-Cola und BMW treiben die Integration von KI in Roboter voran. Humanoide Systeme und RaaS-Modelle verändern die Fertigung.

Physical AI: KUKA, Coca-Cola und BMW setzen auf autonome Roboter
Autonomer mobiler Roboter in einer modernen Automobilmontagelinie einer Hightech-Smart-Factory. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Von der Autoproduktion bis zur Getränkeabfüllung – die Industrie setzt massiv auf autonome Roboter und humanoide Systeme. Der Trend heißt "Physical AI".

Die Integration von künstlicher Intelligenz in physische Roboter-Hardware – bekannt als "Physical AI" – verlässt das Versuchsstadium. Weltweit treiben Großkonzerne die Einführung autonomer mobiler Roboter und humanoider Systeme voran, um Produktionslinien zu optimieren und Inspektionsprozesse zu automatisieren. Für den deutschen und europäischen Markt bedeutet dies einen grundlegenden Wandel in der Fertigungsindustrie.

KUKA setzt auf offene Orchestrierungsplattform

Der Augsburger Robotik-Hersteller KUKA hat die erste nordamerikanische Installation seiner Automation Management Platform (AMP) am Standort Toledo in Ohio bekannt gegeben. Die offene Plattform verbindet bestehende Automatisierungsinfrastruktur mit KI und koordiniert speziell autonome mobile Roboter (AMRs).

Die Anlage in Ohio produziert täglich mehr als 300 Fahrzeugkarosserien für die Modelle Jeep Wrangler und Gladiator. Auf einer Fläche von rund 31.000 Quadratmetern arbeiten 285 Roboter mit über 60.000 vernetzten Geräten zusammen. KUKA sieht diesen Schritt als entscheidend für die Skalierung von Physical AI in realen Produktionsumgebungen.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Cybersicherheit voran. KUKA erhielt als erster Roboterhersteller die Zertifizierung IEC 62443-4-2 Security Level 2 für sein Betriebssystem iiQKA.OS2. Dies ist besonders mit Blick auf die kommende EU-Cyber-Resilience-Verordnung relevant, die vernetzte Produktionsanlagen gegen digitale Bedrohungen absichern soll.

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Boston Dynamics' Spot überwacht Getränkeproduktion

Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) setzt in Großbritannien auf die vierbeinigen Roboter von Boston Dynamics. An den Standorten Wakefield und East Kilbride patrouillieren die Spot-Roboter durch die Produktionshallen und überwachen 600 Inspektionspunkte an sieben Abfülllinien – in 90-minütigen Zyklen.

Ausgestattet mit Thermografie-, Ultraschall- und Vibrationssensoren, spüren die Roboter Druckluft- und CO2-Leckagen auf, die sonst unentdeckt blieben. Das Unternehmen plant, das Programm auf neun weitere Standorte auszuweiten – darunter Werke in Deutschland, Frankreich, Spanien, Australien und Indonesien.

Humanoide Roboter: Vom Pilotprojekt zur Serienreife

Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt für humanoide Roboter. In South Carolina absolvierte der Figure 02 von Figure AI einen zehnmonatigen Test bei BMW. Während zehnstündiger Schichten half der Roboter bei der Montage von über 30.000 Fahrzeugen und bewegte mehr als 90.000 Teile.

Weitere Hersteller ziehen nach:
- SAIC-GM setzt einen humanoiden Roboter von Agibot in der Batterieproduktion des Buick Electra E7 ein – mit einer Platzierungsgenauigkeit von 0,1 Millimetern.
- UBTECH startet ab August 2026 einen Proof-of-Concept mit AJIN Industrial in südkoreanischen Fertigungsfabriken.
- Samsung Electronics hat eine eigene Robotics Experience (RX) Business Division geschaffen, die direkt dem CEO berichtet. Das Ziel: KI-autonome Fabriken bis 2030. Forschungshubs in den USA, China und Japan sollen humanoide Roboter für die Fertigung und B2B-Anwendungen entwickeln.

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Japanische Allianz für offene Steuerungsplattform

Um die Software dieser Maschinen zu standardisieren, haben sich die japanischen Schwergewichte FANUC, Fujitsu, Yaskawa und Kawasaki zu einem Joint Venture zusammengeschlossen. Die Allianz entwickelt eine kollaborative Steuerungsplattform, die auf NVIDIA Physical AI und Open-Source-Integration wie ROS 2 und Python setzt.

RaaS-Modell gewinnt an Fahrt

Parallel zur technologischen Entwicklung verändert sich auch das Geschäftsmodell. Immer mehr Unternehmen setzen auf Robotics as a Service (RaaS) – sie leasen die Hardware statt sie zu kaufen. Analysten prognostizieren, dass der globale RaaS-Markt von rund 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf über 13 Milliarden Euro bis 2035 wachsen könnte. Treiber sind der Fachkräftemangel und die Präferenz für operative statt kapitalintensive Investitionen.

Effizienzsprünge durch KI-Steuerung

In Oklahoma meldet Hitachi Vantara deutliche Verbesserungen in seiner "Global Lighthouse Factory". Der Einsatz von HMAX Agentic AI führte zu einer Halbierung der Lagerbestände und einer Reduzierung der Durchlaufzeit von Bestellung bis Versand um 77 Prozent.

Auch im Bereich Batterierecycling zeigt sich das Potenzial: SungEel HiTech, Spezialist für Lithium-Ionen-Batterien, setzt auf das PlantPAx-System von Rockwell Automation. Die einheitliche Plattform steuert den gesamten Recyclingprozess und ermöglicht Echtzeit-Datenerfassung sowie vorausschauende Wartung – eine Voraussetzung für die Erfüllung der EU-Batterieverordnung.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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