Photovoltaik, Anschlussablehnungen

Photovoltaik: Ab 2027 drohen Anschlussablehnungen in 90 Landkreisen

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab 2027 entfällt die Einspeisevergütung für neue Solaranlagen, Netzbetreiber dürfen Anschlüsse ablehnen. Zudem drohen ab 2029 höhere Grundpreise für Prosumer.

Energiewende 2027: Solaranlagen-Besitzer vor tiefgreifenden Veränderungen
Moderne Windkraftanlagen und Solarparks in einer weitläufigen Landschaft bei Sonnenuntergang als Symbol der Energiewende. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Dürre, volle Flüsse, stockender Netzausbau und neue Gesetze: Die Energieversorgung steht vor einem massiven Umbau. Besonders Eigenheimbesitzer mit Solaranlagen müssen sich auf spürbare Änderungen einstellen.

Wetterextreme setzen Kraftwerke unter Druck

Die Klimaveränderungen treffen die Stromerzeugung direkt. In Österreich stammt rund zwei Drittel der erneuerbaren Energie aus Wasserkraft. Anhaltende Dürreperioden führen dort zu Produktionsengpässen. Der Vorstandsvorsitzende der Energie AG Oberösterreich, Schitter, spricht von einem historisch schwierigen Geschäftsjahr. Bis 2040 soll sich der Stromverbrauch verdoppeln – ein massiver Ausbau der Anlagen sei unumgänglich.

Auch thermische Kraftwerke kämpfen mit den Sommern. Im August 2026 mussten Kernkraftwerke in der Schweiz und Ungarn ihre Leistung drosseln. Der Grund: hohe Wassertemperaturen in der Aare und Niedrigwasser in der Donau. Neuere Anlagen mit Kühltürmen sind weniger betroffen – die bestehende Infrastruktur zeigt sich jedoch verwundbar.

Das Ende der Einspeisevergütung kommt 2027

In Deutschland ändert das geplante Netzanschlusspaket die Spielregeln für Photovoltaik-Betreiber. Ab 2027 dürfen Netzbetreiber Anschlussanträge in kapazitätslimitierten Gebieten ablehnen. Das gilt, wenn im Vorjahr mehr als fünf Prozent der Anlagen abgeregelt werden mussten. Schätzungen zufolge könnten rund 90 Landkreise betroffen sein.

Die EEG-Novelle 2027 bringt eine weitere Zäsur: Die klassische Einspeisevergütung für Neuanlagen entfällt. Stattdessen gibt es eine Übergangslösung über 36 Monate mit maximal 5,2 Cent pro Kilowattstunde. Branchenvertreter kritisieren zudem die geplante Wirkleistungsbegrenzung auf 50 Prozent als Hemmschuh für die Energiewende.

Ab 2029 könnten auf Prosumer zusätzliche Kosten zukommen. Die Bundesnetzagentur plant einen Grundpreisaufschlag für Solaranlagen-Besitzer. Dieser soll zwischen 70 und 90 Prozent des regulären Grundpreises liegen – eine jährliche Mehrbelastung von etwa 105 bis 135 Euro. Balkonkraftwerke bleiben ausgenommen.

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Warum der Strom für Verbraucher teuer bleibt

Die Gestehungskosten für Ökostrom liegen teilweise unter fünf Cent pro Kilowattstunde. Trotzdem zahlen Endverbraucher durchschnittlich 39 Cent. Ein wesentlicher Treiber: das Engpassmanagement, sogenannter Redispatch. Die Kosten dafür betrugen 2025 rund 3,1 Milliarden Euro. Grund ist der stockende Netzausbau – von geplanten 17.000 Kilometern sind erst etwa 3.000 realisiert.

Hitachi-Energy-Chef Schierenbeck warnt: Deutschland drohe den Anschluss zu verlieren. Fossile Energieträger machen noch immer 78 Prozent des Verbrauchs aus. Eine Studie prognostiziert für 2045 einen Strombedarf zwischen 895 und 1015 Terawattstunden.

Batteriespeicher könnten die Lage entspannen. 2025 wurden in der EU 36 Gigawattstunden neu installiert – die Gesamtkapazität liegt nun bei über 100. Laut Fraunhofer-Institut ließen sich die Redispatch-Kosten durch mehr Speicher um bis zu vier Milliarden Euro pro Jahr senken.

KI gegen die Stromlücke

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Die EEG-Novelle 2027 streicht die klassische Einspeisevergütung für Neuanlagen – nur eine Übergangslösung mit maximal 5,2 Cent pro Kilowattstunde bleibt. Wer jetzt nicht umplant, verliert. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, wie Sie die Übergangsphase optimal nutzen und teure Grundpreisaufschläge ab 2029 vermeiden. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Während der Netzausbau stagniert, setzen Start-ups auf digitale Effizienz. cosy.green optimiert mit KI Bestandsheizungen – Energieeinsparungen von bis zu 29 Prozent sind möglich. Laut Pilotprojekten amortisieren sich solche Maßnahmen oft schon nach sechs Monaten.

Die kurzfristige Versorgung bleibt jedoch volatil. Anfang August waren die deutschen Gasspeicher nur zu 48 Prozent gefüllt – deutlich unter dem Mittel der Jahre 2017 bis 2021. Spannungen im Nahen Osten und die verzögerte Befüllung lassen Fachleute vor Preisspitzen im Winter warnen. Die Bundesnetzagentur sieht derzeit keine akute Krise.

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