Photoshop, Adobe

Photoshop 27.8: Adobe trainiert eigene KI-Modelle mit 10 Bildern

19.06.2026 - 08:36:17 | boerse-global.de

Adobes Juni-Update bringt KI-Modell-Training und Creative Agent, aber auch Farbprobleme auf bestimmten Systemen.

Adobe Photoshop 27.8: Neue KI-Features und kritische Farbfehler
Photoshop - iMac Pro screen showing a washed-out image, an Eizo monitor next to it with correct colors, and a hand about to click a 'Preferences' menu item in Photoshop. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Adobes jüngstes Update bringt bahnbrechende KI-Funktionen – und sorgt bei Profis für Frust.

Am 18. Juni 2026 veröffentlichte Adobe Photoshop in der Version 27.8. Das Update bietet beeindruckende Neuerungen: Nutzer können erstmals eigene KI-Modelle trainieren, ein intelligenter Assistent automatisiert Arbeitsabläufe, und Windows-Anwender profitieren von deutlichen Geschwindigkeitssteigerungen. Doch die Freude wird getrübt: Erste Berichte aus der Profi-Community zeigen, dass das Update auf bestimmten Hardware-Kombinationen zu Darstellungsfehlern führt. Besonders betroffen sind Anwender, die mit .PSD-Dateien arbeiten – hier klagen viele über ausgewaschene Farben.

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Farbfehler und erste Lösungsansätze

Das Problem tritt vor allem bei Nutzern des 2017er iMac Pro in Kombination mit Eizo-Monitoren auf. Unmittelbar nach der Aktualisierung auf Version 27.8 wirken Farben entsättigt oder „ausgewaschen". Technische Analysen deuten darauf hin, dass die Ursache in der Interaktion der Software mit bestimmten Grafikprozessoren liegt. Ein vorübergehender Workaround hat sich bereits etabliert: Wer die Option „Grafikprozessor verwenden" in den Anwendungseinstellungen deaktiviert, erhält die korrekte Farbdarstellung zurück.

Das Update setzt Windows 10 oder macOS 14.0 und höher voraus. Es erweitert zudem die Unterstützung für branchenübliche Farbmanagementsysteme – konkret wurden OCIO 2.5 und ACES 2.0 integriert.

Eigene KI-Modelle trainieren

Das Herzstück des Juni-Updates ist die Einführung von „Custom Models" im „Generate Image"-Tool, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet. Kreative können damit persönliche KI-Modelle trainieren – und zwar mit einem erstaunlich kleinen Datensatz von nur 10 bis 30 Bildern. Das Ziel: eine konsistente, wiedererkennbare Stilistik bewahren.

Adobe setzt bei der Abrechnung dieser Funktionen auf sein bekanntes System der generativen Credits. Das Training eines eigenen Modells kostet 500 Credits, die anschließende Bildgenerierung schlägt mit 20 Credits pro Bild zu Buche. Für Einzelkreative hat Adobe zudem neue, auf Firefly basierende Werkzeuge integriert – darunter eine Marken-Kit-Funktion und die Möglichkeit, aus Produktfotos direkt Videomaterial zu generieren.

Der „Creative Agent" hält Einzug

Parallel zum Software-Update startete Adobe die öffentliche Beta seines „Creative Agent". Der Assistent ist in der gesamten Creative Cloud verfügbar – also in Photoshop, Premiere, Illustrator, InDesign und Frame.io. Es handelt sich um einen konversationsbasierten Helfer, der komplexe Arbeitsabläufe automatisieren soll: Ebenen organisieren, Hintergründe austauschen oder Assets skalieren – all das soll künftig per Sprachbefehl oder Texteingabe möglich sein.

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Der Agent wird derzeit mit externen Produktivitäts- und KI-Plattformen verknüpft. Zum Start sind ChatGPT, Claude und Microsoft Copilot an Bord. Adobe plant, die Unterstützung in Zukunft auf Google Gemini und Slack auszuweiten.

Windows-Nutzer profitieren von Tempo-Sprung

In Zusammenarbeit mit Microsoft hat Adobe technische Optimierungen umgesetzt, die Photoshop unter Windows 11 spürbar beschleunigen. Durch den Einsatz von „Sample-based Profile Guided Optimizations" (SPGO) und einem speziellen Leistungsmodus arbeitet die Software auf x64-Systemen bis zu 20 Prozent schneller, auf Arm-basierter Hardware immerhin 13 Prozent. Die Verbesserungen betreffen vor allem die Pinselreaktionszeit, das Öffnen von Dateien und die Geschwindigkeit der Filterverarbeitung.

Diese Optimierungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Adobe rund 41 Millionen zahlende Abonnenten verwaltet – ein klares Signal, dass der Konzern seine Marktführerschaft auch technisch untermauern will.

Hardware-Probleme und Treiber-Updates

Die Einführung der neuen Photoshop-Version fällt mit Berichten über hardware-spezifische Leistungsprobleme auf High-End-Systemen zusammen. Anwender mit ASUS Z890-A-Mainboards, Core Ultra 270K-Prozessoren und RTX-5060-Grafikkarten beobachten starke Ruckler und Audio-Aussetzer – insbesondere bei KI-intensiven Arbeitslasten in Photoshop und Lightroom.

Die Untersuchungen dieser Systemverzögerungen deuten auf eine hohe DPC-Latenz hin, die durch NVIDIA-Treiberdateien verursacht wird. Ein spezifischer Fix steht noch aus. Einige Nutzer haben die Ruckler jedoch abmildern können, indem sie per manueller Konfigurationsdatei die GPU-Inferenz deaktivierten.

In einem zeitlich passenden Schritt veröffentlichte NVIDIA am 17. Juni 2026 den Enterprise Production Branch Treiber v596.72. Dieser bietet aktualisierte Unterstützung für die RTX PRO Blackwell-Serie und behebt Grafikfehler in Industriedesign-Anwendungen. Ob der Treiber auch die Photoshop-Probleme löst, bleibt abzuwarten.

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