Phishing-Welle: Storm-2945 generiert 7 Millionen Angriffe in 4 Wochen
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 16:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Eine bundesweite Welle von Betrugsversuchen richtet sich aktuell gegen Bankkunden. Die Täter geben sich am Telefon als Mitarbeiter von Kreditinstituten oder PayPal aus und erbeuten so Zugriff auf Konten und sensible Finanzdaten.
Falscher PayPal-Support in Ibbenbüren
In Ibbenbüren ist am 4. August eine 31-jährige Frau auf einen falschen PayPal-Mitarbeiter hereingefallen. Die Betrüger überredeten sie, mehrere Apps auf ihrem Smartphone zu installieren. Wenig später buchten die Täter einen dreistelligen Betrag von ihrem Konto ab.
Die Polizei mahnt: Bei unaufgeforderten Anrufen von vermeintlichen Support-Mitarbeitern sollten Verbraucher sofort misstrauisch werden.
Phishing-Mails und falsche Banknummern
Auch klassische Methoden greifen weiter. In Hamm verlor ein 65-Jähriger am 4. August einen vierstelligen Betrag – auf eine Kombination aus Phishing-E-Mail und Anruf eines falschen Bankangestellten hereingefallen. In Landau täuschte ein Anrufer am 1. August die offizielle Telefonnummer einer Bank vor und schädigte einen 26-Jährigen im hohen vierstelligen Bereich.
Die Masche der Täter wird dabei immer raffinierter. Sie nutzen gefälschte Absender, manipulierte Rufnummern und setzen ihre Opfer gezielt unter Druck.
Security-Apps als Einfallstor
Die Polizei Düren warnt am heutigen Mittwoch ausdrücklich vor Betrugsversuchen mit der SecureGo-App. Die Täter bringen ihre Opfer am Telefon dazu, Freigaben in der App zu bestätigen. Ziel ist oft die Einrichtung einer digitalen Bezahlkarte auf den Geräten der Kriminellen.
Die Ermittler raten: Nur Vorgänge in Sicherheits-Apps bestätigen, die man selbst unmittelbar zuvor veranlasst hat.
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In Greiz ermöglichte eine 61-Jährige Betrügern durch eine vermeintliche Servicemeldung den Zugriff auf ihr Online-Banking. Der Schaden liegt im mittleren vierstelligen Bereich. Die Sparkassen-Finanzgruppe warnt zudem vor einer mehrstufigen Masche: Phishing-Mails mit Betreffzeilen wie „Letzte Erinnerung“ führen zu gefälschten Webseiten. Die dort eingegebenen Daten nutzen die Täter anschließend für betrügerische Telefonanrufe zur Abfrage von Transaktionsnummern (TAN).
KI macht Betrug industriell
Die Angriffe werden professioneller – Künstliche Intelligenz spielt dabei eine wachsende Rolle. Im ersten Halbjahr 2026 registrierten Sicherheitsexperten einen 15-fachen Anstieg beim sogenannten Device-Code-Phishing. IT-Sicherheitsunternehmen wie CrowdStrike und Microsoft berichten von vermehrt KI-gestützten Kampagnen.
Eine als „Storm-2945“ identifizierte Kampagne soll innerhalb von vier Wochen rund sieben Millionen Phishing-Angriffe generiert haben – ein Großteil davon per KI. Allein in Niedersachsen beläuft sich der Schaden durch Cyberkriminalität laut aktuellen Meldungen auf rund 217,5 Millionen Euro.
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Schockanrufe: Seniorin verliert 80.000 Euro
Neben digitalen Angriffen bleiben klassische Betrugsformen gefährlich. In Nürnberg erbeuteten Täter am 4. August 80.000 Euro von einer 85-Jährigen. Ein falscher Arzt forderte am Telefon Geld für eine angebliche Behandlung – bei der fingierten Übergabe schlugen die Betrüger zu.
In Meckenheim übergab eine Seniorin am 3. August ihre Bankkarte samt PIN und ein Sparbuch an einen Abholer, nachdem sie telefonisch manipuliert worden war.
So schützen Sie sich
Banken und Polizei sind sich einig: Mitarbeiter von Finanzinstituten fragen niemals telefonisch nach Passwörtern, PINs oder TANs. Bei verdächtigen Anrufen gilt: sofort auflegen und die Bank unter der offiziell bekannten Nummer zurückrufen. Wer bereits geschädigt wurde, sollte das Konto umgehend über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten.
