Phishing-Welle: Kriminelle kopieren Google Docs und Claude.ai
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 17:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Sicherheitsfirma Huntress hat eine neue Angriffswelle identifiziert, bei der Kriminelle täuschend echte Kopien bekannter Webdienste nutzen, um Zugriff auf digitale Vermögenswerte zu erlangen. Im Zentrum der aktuellen Kampagne stehen gefälschte Seiten der Plattformen Google Docs und Claude.ai. Angreifer versuchen über diese manipulierten Schnittstellen, sensible Zugangsdaten für Kryptowährungs-Wallets zu entwenden.
Gefälschte Plattformen zielen auf sensible Wallet-Daten
Nach Erkenntnissen der Sicherheitsexperten zielen die Phishing-Versuche primär darauf ab, Seed-Phrasen, private Schlüssel und Passwörter der Nutzer zu extrahieren. Diese Informationen stellen den direkten Zugang zu den digitalen Beständen der Opfer dar. Die Angreifer setzen dabei auf das Vertrauen der Anwender in etablierte Markennamen.
Huntress stellte in diesem Zusammenhang klar, dass es keine Hinweise auf einen Sicherheitsbruch oder einen direkten Einbruch in die Infrastrukturen von Google oder Anthropic, dem Entwickler der KI Claude, gibt. Stattdessen agieren die Täter mit extern gehosteten Webseiten, die das Design und die Funktionalität dieser Dienste imitieren, um Nutzer zur Eingabe ihrer vertraulichen Daten zu bewegen.
Ermittlungserfolge gegen organisierte Krypto-Kriminalität
Parallel zu diesen technischen Analysen meldeten die ukrainische Nationalpolizei und der Sicherheitsdienst SBU den erfolgreichen Schlag gegen ein Krypto-Betrugsnetzwerk in Kiew. Die kriminelle Organisation soll einen monatlichen Umsatz von bis zu 1 Mio. US-Dollar generiert haben. Als mutmaßlicher Organisator wurde ein 25-jähriger IT-Spezialist identifiziert.
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Die Gruppierung nutzte laut polizeilichen Angaben gefälschte Handelsplattformen sowie sogenannte Wallet-Drainer, um die digitalen Konten ihrer Opfer zu leeren. Im Zuge von 23 Durchsuchungen beschlagnahmten die Behörden unter anderem 16 Luxusfahrzeuge. Den Verdächtigen drohen bei einer Verurteilung Haftstrafen von bis zu 12 Jahren.
Analyse verdächtiger Webseiten und Wallet-Imitationen
Ein konkretes Beispiel für die anhaltende Bedrohung durch manipulierte Webseiten liefert die Analyse der Domain eigen-wallet.com. Die bereits im Juni erstellte Seite wurde von Sicherheitsdiensten wie PhishDestroy als betrügerisch eingestuft und erhielt einen Sicherheits-Score von 63/100. Die Webseite imitiert ein Bitcoin-Wallet, um Nutzer zur Preisgabe ihrer Daten zu verleiten.
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Trotz dieser Einstufung zeigten Plattformen wie VirusTotal zum Zeitpunkt der Untersuchung 0/91 Detektionen an, während das Open Threat Exchange (OTX) vier Community-Referenzen zu der Seite verzeichnete. Dies verdeutlicht die Schwierigkeit für automatisierte Systeme, neuartige oder gezielt maskierte Phishing-Seiten unmittelbar zu erkennen.
Branchenexperten raten Nutzern zur erhöhten Wachsamkeit beim Umgang mit Links, die zu Anmeldeseiten für Wallet-Dienste oder Cloud-Plattformen führen. Die Kombination aus täuschend echten Imitationen und dem gezielten Abgreifen von Seed-Phrasen unterstreicht die Professionalisierung der Krypto-Kriminalität. Nutzer sollten sicherstellen, dass sie ausschließlich offizielle Domains verwenden und die Integrität der genutzten Webdienste regelmäßig prüfen.
