Phishing-Welle, Betrüger

Phishing-Welle: Betrüger geben sich als Sparkasse und Finanzamt aus

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 23:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sechs neue Betrugswellen treffen Bankkunden, WhatsApp-Nutzer und ELSTER. Behörden warnen vor gefälschten Nachrichten und steigenden Schäden.

Verbraucherzentrale warnt vor sechs neuen Phishing-Wellen
Ein unbeleuchteter, minimalistischer Schreibtisch in einem modernen Büro bei Nacht. Illustration mit AI erstellt.

Die Verbraucherzentrale NRW schlägt Alarm wegen einer akuten Häufung digitaler Betrugsversuche. Laut einem Bericht vom 17. September 2026 registrierten die Verbraucherschützer sechs neue Phishing-Kampagnen innerhalb einer einzigen Woche.

Die Täter missbrauchen dabei gezielt das Vertrauen in etablierte Kreditinstitute, Technologiekonzerne und Behörden: Im Fokus der aktuellen Welle stehen Kundinnen und Kunden der Sparkassen, der Postbank, von Santander und der easybank sowie Nutzer des Messengerdienstes WhatsApp und des Steuerportals ELSTER.

Banken und Behörden im Visier der Angreifer

Zu den Maschen gehört unter anderem eine gefälschte Benachrichtigung über das Sicherheitsverfahren S-pushTAN der Sparkassen. Unter der Betreffzeile „S-pushTAN Online – Verifizierung notwendig!“ geben die Absender vor, eine Überprüfung der Zugangsdaten sei für die weitere Kontonutzung zwingend erforderlich und nehme nur wenige Augenblicke in Anspruch.

Wer das Verfahren nicht nutze, könne die Nachricht angeblich ignorieren. Als typische Warnzeichen für den Betrug nennt die Verbraucherzentrale Absenderadressen, die nicht zur Domain der Sparkassen passen, das Fehlen einer persönlichen Anrede sowie die Aufforderung zur Datenaktualisierung per Link.

Betroffene sollten keinesfalls auf Links klicken und die Nachricht umgehend in den Spam-Ordner verschieben. Ähnliche Maschen zielen auf Kunden der Postbank unter dem Vorwand des Sicherheitsverfahrens BestSign ab.

Parallel dazu verzeichnet die Verbraucherzentrale NRW gefälschte Schreiben zum Rundfunkbeitrag, in denen 55,08 Euro per Sofortüberweisung gefordert werden, sowie angebliche Kontolöschungen bei WhatsApp.

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Gefälschte Steuerbescheide und millionenfacher Betrug

Große Risiken bestehen zudem im behördlichen Bereich. Da über 22 Millionen Bürger und Unternehmen in Deutschland das Steuerportal ELSTER nutzen, versuchen Kriminelle vermehrt, diese Reichweite auszunutzen. Unter dem Betreff „Ihr Steuerbescheid 2025 – Erstattung bestätigt“ kursieren massenhafte E-Mails mit der Unterschrift „Ihr Finanzamt“.

Ein grüner Button führt auf gefälschte Internetseiten; die Betrüger setzten darin eine Frist bis zum 31. August 2026, um vermeintliche Erstattungsansprüche geltend zu machen.

Im Kreis Kaiserslautern verlor eine 28-jährige Frau auf diese Weise fast 2000 Euro, nachdem sie auf einen entsprechenden Link geklickt und ihre Daten hinterlegt hatte, woraufhin eine Abbuchung an eine ausländische Reiseplattform erfolgte. Die Polizei ermittelt wegen Computerbetrugs.

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Auch das Bundeszentralamt für Steuern warnt vor einer aktuellen Welle gefälschter Steuerbescheide per E-Mail, die unter dem Aktenzeichen 120. G59 201 729 verschickt werden.

Die Behörde stellt klar, dass Zahlungsaufforderungen in der Regel per Briefpost versendet werden und echte Zahlungsflüsse ausschließlich über inländische Konten der Bundeskasse laufen. Empfänger verdächtiger Nachrichten sollten die E-Mails löschen sowie die eigene Bank und die Polizei informieren.

Wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe

Das Bundeskriminalamt erklärt, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz Phishing-Nachrichten spürbar authentischer mache und deren Erkennung erschwere.

Nach Angaben des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik enthält mittlerweile rund jede dritte unerwünschte E-Mail einen Phishing-Versuch. Insgesamt gaben 62 Prozent der Bundesbürger an, bereits mindestens einmal bewusst eine solche Betrugsnachricht im Postfach vorgefunden zu haben.

Die Dimension des Problems spiegelt sich in den Behördenstatistiken wider: Für das Jahr 2025 verzeichnete allein die Polizei NRW rund 55.000 Cybercrime-Fälle mit einem Schaden im Inland von 41,5 Millionen Euro sowie rund 100.000 Straftaten, bei denen das Internet als Tatmittel eingesetzt wurde.

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