Phishing-Welle: 86 Prozent der Angriffe nutzen KI-Technologie
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 23:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Falsche Ämter, KI-Phishing und Telefontricks: Deutschland erlebt derzeit eine Welle von Betrugsversuchen. Die Maschen werden immer professioneller – und die Schäden sind enorm.
Gefälschte Schreiben im Namen der Magdeburger Ausländerbehörde
Die Stadt Magdeburg hat Strafanzeige erstattet. Unbekannte verschicken gefälschte Dokumente und E-Mails im Namen der örtlichen Ausländerbehörde. In einem Fall forderte eine Fake-Mail einen Studenten zur Ausreise auf. Zudem ging ein gefälschtes Schreiben an eine deutsche Botschaft.
Die Stadtverwaltung schließt nicht aus, dass weitere gefälschte Dokumente im Umlauf sind. Betroffene sollen die Echtheit von Schreiben im Zweifelsfall direkt bei der Behörde prüfen lassen. Dafür wurde eine spezielle Kontaktadresse eingerichtet.
Phishing-Welle bei Steuer und Krankenkasse
Auch Finanzbehörden warnen vor Betrugsversuchen. Das Finanzministerium in Baden-Württemberg meldet gefälschte E-Mails, die angebliche Betriebsprüfungen nach der Abgabenordnung ankündigen. Wichtig zu wissen: Echte Prüfungsanordnungen kommen ausschließlich per Post oder über das offizielle ELSTER-Portal.
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Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) warnt vor betrügerischen SMS und Mails mit ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen. Die Absender verweisen auf ausländische Kontoverbindungen. Im Versicherungssektor kursieren derzeit gefälschte AOK-E-Mails: Sie versprechen eine Beitragsrückerstattung von 324,90 Euro, um an sensible Kundendaten zu gelangen.
Telefonbetrug: Hohe Schäden durch perfide Tricks
Besonders dreist sind die aktuellen Telefonbetrugsfälle. In Ludwigshafen verlor ein 83-Jähriger rund 19.000 Euro. Die Täter lockten ihn mit einem Gewinnversprechen von 60.000 Euro und brachten ihn dazu, eine Fernwartungssoftware zu installieren. So erlangten sie Zugriff auf sein Online-Banking.
Im Kreis Paderborn wurde ein 60-Jähriger Opfer eines falschen Bankmitarbeiters. Unter dem Vorwand eines angeblichen Hackerangriffs auf das WLAN überwies der Mann Geld auf ein vermeintlich sicheres Konto. Schockanrufe, bei denen sich Betrüger als Polizisten ausgeben, wurden aus Rastatt, Baden-Baden und Zweibrücken gemeldet.
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KI-gestützte Angriffe: Die neue Dimension des Betrugs
Die Täter rüsten technologisch auf. Sicherheitsanalysten zufolge sind inzwischen rund 86 Prozent der Phishing-Angriffe KI-gestützt. Besonders betroffen: Nutzer von Microsoft-Diensten. Innerhalb von vier Wochen richteten sich etwa 99 Prozent von sieben Millionen registrierten Device-Code-Phishing-Angriffen gegen diese Gruppe.
Auch der Einsatz von Reverse-Proxys – also Umleitungs-Servern, die Anmeldedaten abgreifen – stieg um 139 Prozent. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt dringend Zwei-Faktor-Authentisierung und Passwort-Manager. Eine Kriminalbeamtin rät vor allem Senioren: Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen und selbst die offizielle Notrufnummer oder die Hausbank über eine bekannte Nummer kontaktieren.
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