Phishing-Welle, Angriffe

Phishing-Welle: 86 Prozent der Angriffe nutzen KI-generierte Texte

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 06:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-gestützter Mobilbetrug verursacht jährlich über eine Billion Dollar Schaden. Trojaner-Angriffe steigen um 145 Prozent, kritische Sicherheitslücken werden aktiv ausgenutzt.

Mobilbetrug erreicht Billionen-Marke: KI-gestützte Angriffe nehmen rasant zu
Smartphone in einer Hand mit digitaler Sicherheitswarnung auf dem Display zur Veranschaulichung von mobilem Betrug. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bedrohungslage im mobilen Bereich hat sich drastisch verschärft. Sicherheitsbehörden und IT-Unternehmen warnen vor einer Welle hochprofessionalisierter Cyberkriminalität, die verstärkt auf generative KI und manipulierte Apps setzt. Der weltweite Schaden durch mobilen Betrug übersteigt inzwischen eine Billion US-Dollar jährlich.

Betrugswelle rollt durch Deutschland

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und der Weiße Ring melden eine massive Zunahme von Identitätsdiebstahl. Täter kombinieren Namen, Geburtsdaten und Bankverbindungen aus verschiedenen Quellen, um unberechtigte Abbuchungen vorzunehmen oder Fake-Accounts zu erstellen.

In Ludwigshafen verlor ein Senior rund 19.000 Euro. Betrüger lockten ihn mit einem versprochenen Gewinn und verschafften sich über eine Fernwartungs-App Zugriff auf sein Smartphone.

Parallel registrierte Cisco Talos innerhalb von vier Wochen rund sieben Millionen sogenannte Device-Code-Phishing-Angriffe – 99 Prozent davon gegen Microsoft-Nutzer. Auch Apple-Geschenkkarten als Zahlungsmittel und gefälschte PayPal-Benachrichtigungen sind weiterhin beliebte Maschen.

KI macht Phishing kaum noch erkennbar

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz treibt die Entwicklung. Laut einer aktuellen Studie von KnowBe4 sind bereits 86 Prozent aller Phishing-Angriffe KI-gestützt. Die Technologie imitiert Schreibstile nahezu perfekt und erzeugt sprachlich fehlerfreie Nachrichten.

Der Gen Threat Report für das erste Halbjahr 2026 zeigt einen rasanten Anstieg spezialisierter Schadsoftware: Trojaner legten um 145 Prozent zu, sogenannte Dropper, die weitere Malware nachladen, um 160 Prozent.

Angreifer nutzen zudem vermehrt Kalendereinladungen und Microsoft Teams – mit Steigerungsraten von bis zu 41 Prozent. Auch der „Gmail-Punkt-Trick“, der die Alias-Funktion von E-Mail-Adressen missbraucht, kam im Sommer gegen Finanzdienstleister zum Einsatz.

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Kritische Lücken und kompromittierte Hardware

Die technische Infrastruktur hat derzeit erhebliche Schwachstellen. Seit dem 22. Juli wird eine Lücke in Outlook Web Access (CVE-2026-42897) aktiv ausgenutzt. Eine Ruby-on-Rails-Schwachstelle (CVE-2026-66066) gilt mit einem Schweregrad von 9,5 als kritisch.

Auch Hardware ist betroffen: Rund zehn Millionen Android-TV-Boxen sind weltweit durch Malware kompromittiert. Samsung reagierte Anfang August mit Sicherheits-Patches, die mehr als 50 Lücken schlossen. Und: Erste Android-Malware mit integrierter generativer KI wurde identifiziert – eine neue Stufe der Bedrohung.

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Was jetzt zu tun ist

Verbraucherschützer raten bei Fake-Shops – allein in Deutschland werden über 100.000 vermutet – zu Prüftools wie dem Fake-Shop-Finder. Ein Kriminalhauptkommissar des LKA betont: sparsam mit persönlichen Daten umgehen, keine Zugriffe durch Unbekannte zulassen.

Das BSI empfiehlt Zwei-Faktor-Authentisierung, Passwort-Manager und regelmäßige Sicherheitsupdates. Wer diese Grundregeln beachtet, senkt das Risiko eines erfolgreichen Angriffs erheblich.

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