Phishing-Welle: 82,6% aller Betrüger-Mails sind KI-generiert
13.06.2026 - 13:06:45 | boerse-global.de
Die Täter setzen massiv auf Künstliche Intelligenz.
KI macht Betrüger extrem produktiv
Bitdefender-Daten zeigen: 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails sind mittlerweile KI-generiert. Die Technologie senkt die Erstellungszeit für eine Betrugs-Mail von 16 Stunden auf fünf Minuten. Die Folgen sind enorm: Die Global Anti-Scam Alliance (GASA) beziffert den Gesamtschaden durch Online-Betrug in der EU auf rund 57 Milliarden Euro.
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Google reichte Mitte Juni 2026 Zivilklage gegen die Gruppe „Outsider Enterprise“ ein. Der Vorwurf: Sie missbrauchte das KI-Modell Gemini, um Millionen Spam-Nachrichten und tausende betrügerische Webseiten zu erstellen. Allein im Mai 2026 versendete die Organisation rund 2,5 Millionen SMS an Android-Nutzer.
Steuerbescheide und Renten als Köder
In Deutschland warnt die Verbraucherzentrale vor einer aktuellen Welle, die das Steuerportal ELSTER imitiert. Betreff: „Ihr elektronischer Steuerbescheid für 2026 ist abrufbar“. Ziel ist der Diebstahl persönlicher Daten. Das BSI betont: KI macht diese Nachrichten kaum noch von echten Behördenschreiben unterscheidbar.
Das Landratsamt Erding meldet gefälschte E-Mails im Namen von Landrat Martin Bayerstorfer. In Thüringen kopieren Betrüger das Erscheinungsbild der Verbraucherzentrale. Sie locken Opfer mit vorherigen Telefonanrufen auf die Seiten, um Bankdaten zu stehlen.
Die Schweiz meldet eine Zunahme von Betrug gegen Pensionierte. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) warnt vor Mails, die angeblich zusätzliche Leistungen zur AHV-Rente prüfen. Ziel: Kreditkarteninformationen. Das BSV stellt klar: Solche Berechnungen starten nie per E-Mail.
Da herkömmliche Passwörter bei modernen Phishing-Attacken oft das schwächste Glied in der Sicherheitskette sind, empfehlen Experten den Wechsel auf sicherere Alternativen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Ihre wichtigsten Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. mit Passkeys manipulationssicher machen. Kostenlosen Passkey-Ratgeber jetzt herunterladen
Betrugsmaschen weiten sich aus
Österreichs Autobahnbetreiber Asfinag warnt vor gefälschten Zahlungsaufforderungen. Beträge von bis zu 3.000 Euro werden für angebliche Mautverstöße gefordert. In Kroatien verschicken Betrüger Mails unter der Identität hoher Polizeibeamter.
Microsoft Threat Intelligence entdeckte einen neuen Trick: Angreifer nutzen die Bekanntheit von KI-Marken selbst. Innerhalb von 30 Tagen tauchten über 8.000 Phishing-Mails auf, die ChatGPT, Claude oder Copilot als Lockmittel verwendeten.
Sicherheitsbehörden raten: Keine Links in unaufgeforderten Mails anklicken. Keine sensiblen Daten auf Webseiten eingeben, die über solche Nachrichten erreicht wurden. Behörden wie das BSV oder ELSTER fordern grundsätzlich keine Bankdaten per E-Mail an.
