Phishing-Welle, Millionen

Phishing-Welle: 7 Millionen Attacken in vier Wochen auf Mobilgeräte

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsbehörden melden Millionen Device-Code-Phishing-Angriffe, vor allem gegen Microsoft-Konten. KI und Zero-Click-Lücken erhöhen die Bedrohungslage deutlich.

Phishing-Welle: KI-gestützte Attacken auf Microsoft-Nutzer nehmen massiv zu
Ein modernes Smartphone-Display zeigt abstrakten digitalen Code und binäre Daten in einer professionellen Cyber-Sicherheitsumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Hoch entwickelte Phishing-Angriffe fluten derzeit mobile Geräte und Cloud-Dienste. Allein in vier Wochen registrierten Experten rund sieben Millionen Attacken per Device-Code-Phishing – 99 Prozent davon zielten auf Microsoft-Nutzer.

Besonders beunruhigend: Angreifer setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz und nutzen Zero-Click-Sicherheitslücken.

Spionage: Russische Akteure im Visier

Seit Mitte Februar ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Spionage. Koordinierte Phishing-Angriffe trafen Signal-Konten von Militärangehörigen, Journalisten und Politikern – darunter zwei Minister. Rund 300 Konten wurden kompromittiert. Die Täter agierten über gefälschte Sicherheits-Chatbots, um PIN-Eingaben und QR-Code-Scans abzugreifen. Hinter den Aktivitäten werden staatlich kontrollierte Akteure aus Russland vermutet.

Parallel warnten das britische NCSC und die US-NSA vor der Gruppierung „Laundry Bear“. Diese nutzt eine Zero-Click-Schwachstelle in der Zimbra Collaboration Suite (CVE-2025-66376) – ohne dass Nutzer überhaupt interagieren müssen. Patches gibt es seit Ende des vergangenen Jahres, doch ungepatchte Systeme bleiben verwundbar.

KI macht Angriffe massentauglich

Die Angriffsqualität hat sich grundlegend gewandelt: Rund 86 Prozent aller Phishing-Angriffe werden inzwischen von künstlicher Intelligenz unterstützt. Das senkt die Einstiegshürden für komplexe Betrugsmaschen erheblich.

Multi-Channel-Strategien boomen: Phishing über Kalendereinladungen stieg um 49 Prozent, Attacken auf Microsoft Teams um 41 Prozent. Im ersten Quartal entfielen 30 Prozent der Vorfälle auf die Identitätstäuschung interner Teammitglieder.

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MFA geknackt: Neue Wege der Angreifer

Klassische E-Mail-Phishing ist nur noch die halbe Bedrohung. Device-Code-Phishing umgeht zunehmend die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) – über 50 Prozent aller Sicherheitsvorfälle im zweiten Quartal gingen darauf zurück.

Auch öffentliche Infrastruktur wird zum Einfallstor: Manipulierte DNS-Einstellungen in Hotel-WLANs leiten Nutzer auf gefälschte Microsoft-365-Loginseiten um. Beim „Gmail-Punkt-Trick“ missbrauchen Angreifer die Alias-Funktion von E-Mail-Adressen – zuletzt gezielt gegen Finanzplattformen.

Das raten die Behörden

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und das BSI empfehlen angesichts der Professionalisierung beim Identitätsdiebstahl erhöhte Wachsamkeit. Gestohlene Daten werden als Rohstoff gehandelt – für Abbuchungen und Fake-Accounts.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  • Passkeys statt Passwörter
  • Passwort-Manager plus Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • VPN in öffentlichen WLANs
  • Sicherheitsupdates zeitnah einspielen – besonders für kritische Lücken wie CVE-2026-42897 in Outlook Web Access oder CVE-2026-66066 in Ruby on Rails
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Britische Sicherheitsbehörden sehen in Passkeys das Ende der klassischen Passwort-Ära: Über 50 Prozent der aktiven Anwender in Großbritannien nutzen die Technologie bereits.

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