Phishing-Welle, Millionen

Phishing-Welle: 2,67 Millionen Angriffe auf Smartphones im Q1

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 17:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Millionen Schadsoftware-Angriffe auf Smartphones: KI-gestützte Phishing-Kampagnen und Sicherheitslücken bedrohen Nutzer.

Phishing-Welle: Kriminelle nutzen KI für perfekte Fake-Seiten
Ein Smartphone in einer Hand zeigt digitale Sicherheitssymbole und abstrakten Code als Metapher für Cyberkriminalität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Eine neue Welle von Phishing-Angriffen zielt gezielt auf Kunden von Mobilfunkanbietern. Die Täter bauen täuschend echte Webseiten nach, um an persönliche Daten und Finanzinformationen zu kommen.

2,67 Millionen Angriffe auf Mobilgeräte

Die Bedrohungslage für Smartphone-Nutzer hat sich dramatisch verschärft. Allein im ersten Quartal 2026 registrierten Experten rund 2,67 Millionen Schadsoftware-Angriffe auf Mobilgeräte. Dabei tauchten etwa 306.000 neue Schädlinge auf. Besonders rasant wächst die Gefahr durch Android-Banking-Trojaner – ihr Aufkommen stieg um 56 Prozent.

Der Trend hat einen einfachen Grund: Rund 58 Prozent der Anwender nutzen das Smartphone inzwischen als primären Internetzugang. 41 Prozent speichern sogar sensible Dokumente wie Ausweiskopien auf dem Gerät. Das macht erfolgreiche Phishing-Angriffe besonders lukrativ.

Kriminelle nutzen KI für perfekte Fakes

Hinter den aktuellen Kampagnen stecken hochprofessionelle Netzwerke. Erst im Juli gelang dem Bundeskriminalamt zusammen mit internationalen Partnern ein Schlag gegen die Plattform „Kratos“. Der Dienst bot Phishing-as-a-Service an – etwa 1.800 Nutzer konnten damit monatlich bis zu 15.000 Kampagnen fahren. Seit 2024 soll das Netzwerk rund 300.000 Euro Umsatz gemacht haben.

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Bei den aktuellen Angriffen setzen die Täter verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Sie gestalten gefälschte Webseiten von Telekommunikationsanbietern täuschend echt. Betroffen sind Nutzer in Europa, Asien und dem Nahen Osten. Parallel laufen Attacken auf Kunden deutscher Banken wie Sparkasse oder Commerzbank – mit gefälschten Mails zur angeblichen Aktualisierung von ChipTAN-Daten.

Sicherheitslücken in Android und iOS

Neben Phishing nutzen Angreifer auch technische Schwachstellen aus. In der ersten Jahreshälfte wurden kritische Lücken in Chipsätzen und Betriebssystemen bekannt. Bei Android 16 gab es eine PIN-Umgehung, bei Apple-Geräten den „DarkSword“-Exploit mit sechs Zero-Day-Lücken. Erst das Update auf iOS 26.3 schloss die Sicherheitslöcher.

Die großen Anbieter reagieren. Portale wie GMX und WEB.DE führten im Juli 2026 Passkeys für ihre rund 38 Millionen Nutzer ein. Die moderne Authentifizierung soll die Abhängigkeit von unsicheren Passwörtern reduzieren.

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BGH-Urteil stärkt Verbraucherrechte

Wer Opfer von unautorisierten Abbuchungen wird, hat gute Chancen auf Erstattung. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus Juli 2025 verpflichtet Banken grundsätzlich zur Rückzahlung, wenn Zahlungen nicht wirksam autorisiert wurden.

Die entscheidende Frage: Hat der Kunde grob fahrlässig gehandelt? Das prüfen Gerichte im Einzelfall. Besonders kritisch wird es, wenn Nutzer Push-Nachrichten in Banking-Apps bestätigen, während sie auf einer gefälschten Webseite surfen. In einem Fall aus dem Frühjahr 2026 entstand so ein Schaden von fast 4.000 Euro. Ob die Bank erstattete, hing davon ab, welche Informationen die Bestätigungs-App zum Zeitpunkt der Freigabe anzeigte.

Experten raten: Nutzen Sie für Transaktionen ausschließlich die offiziellen Apps der Anbieter. Klicken Sie niemals auf Links in E-Mails oder Kurznachrichten. Banken und Telekommunikationsunternehmen fordern vertrauliche Daten grundsätzlich nicht per E-Mail an.

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