Phishing-Welle, Crédit-Agricole-Kunden

Phishing-Welle: 1.000 Crédit-Agricole-Kunden angegriffen

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 08:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nepalesische Ermittler verhaften vier Verdächtige, die sich als Bankangestellte ausgaben und per Telefon sowie WhatsApp an Kontodaten von Staatsbediensteten gelangten.

Nepal: Polizei nimmt vier mutmaßliche Bankbetrüger nach Phishing-Serie fest
Eine Person hält ein Smartphone in der Hand, während sie besorgt in einem Büro sitzt, was die Gefahr von Telefonbetrug symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die nepalesische Polizei hat am 18. August 2026 vier Tatverdächtige festgenommen, denen vorgeworfen wird, sich als Bankmitarbeiter ausgegeben und Gelder von Regierungsangestellten entwendet zu haben. Bei den festgenommenen Personen handelt es sich nach offiziellen Angaben um Abhaya Tiwari (22), Jai Kumar Kewat (22), Bidya Sagar Kewat (22) und Kuver Thapa (27).

Das Cyber Bureau der nepalesischen Polizei teilte mit, dass die Gruppe gezielt aktive sowie pensionierte Staatsbedienstete über Telefonanrufe und den Nachrichtendienst WhatsApp kontaktiert habe. Unter dem Vorwand, notwendige Aktualisierungen der „Know Your Customer“-Daten (KYC) durchzuführen, brachten die Täter ihre Opfer dazu, sensible Informationen preiszugeben.

Durch diese gefälschten Sicherheitsabfragen gelang es den Verdächtigen, Einmal-Passwörter (One-Time Passwords, OTP) zu erbeuten und unberechtigte Transaktionen von den Konten der Betroffenen durchzuführen.

Der Kathmandu District Court ordnete am 18. August 2026 eine fünftägige Untersuchungshaft für die vier Männer an, um die weiteren Ermittlungen zu ermöglichen.

Internationale Ausweitung von Telefonbetrug und Phishing

Die Vorfälle in Nepal reihen sich in eine Serie internationaler Betrugsfälle ein, die ein ähnliches Muster bei der Manipulation von Bankkunden aufzeigen. In Indien wurde Mitte August ein Fall bekannt, bei dem ein 71-jähriger Senior, D. Sivaprakasam, eine Summe von 9,96 Lakh Indischen Rupien verlor.

Anzeige

Wer sich mit dem Risiko von Datenmissbrauch beim Online-Banking befasst, sollte die grundlegenden Sicherheitsmechanismen seines Mobilgeräts kennen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen fünf einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Hacker und Viren absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Nach Berichten der East CEN Crime Police erhielt das Opfer über WhatsApp die Aufforderung, eine Datei namens „Aadhaar update.apk“ zu installieren. Kurz nach der Installation kam es zu insgesamt sechs unautorisierten Transaktionen von seinem Konto bei der Indian Overseas Bank (IOB).

Auch in Europa verzeichnen Finanzinstitute entsprechende Angriffe. In Frankreich war die Großbank Crédit Agricole am 18. August 2026 Ziel einer koordinierten Phishing-Kampagne. Rund 1.000 Kunden wurden dabei kontaktiert.

Nach Angaben der Bank gaben 912 Personen ihre Daten auf einer gefälschten Website ein; 83 Kunden wurden zudem direkt dazu verleitet, Geldüberweisungen zu tätigen. Auch hier gaben sich die Täter als Mitarbeiter von Bankfilialen aus. Die Bank erklärte jedoch, dass der Betrug weitgehend vereitelt werden konnte, nachdem die betroffenen Kunden als Opfer identifiziert worden waren.

Anzeige

Da Kriminelle immer häufiger versuchen, über installierte Apps und Messenger-Dienste an sensible Informationen zu gelangen, ist ein proaktiver Schutz unerlässlich. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Sicherheitspaket, wie Sie WhatsApp, PayPal und Co. endlich sicher nutzen und Ihre persönlichen Daten vor fremdem Zugriff schützen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Vergleichbare Deliktserien im internationalen Raum

Dass diese Form der Kriminalität oft bandenmäßig organisiert ist, zeigten bereits Ermittlungen in der Vergangenheit. Anfang September des Vorjahres gelang der türkischen Polizei ein umfassender Schlag gegen eine ähnliche Gruppierung. In insgesamt 26 Provinzen wurden 53 Verdächtige festgenommen, die sich ebenfalls als Bankangestellte ausgegeben hatten.

Diese Gruppe soll insgesamt 67 Bürger um einen Betrag von 20 Millionen Türkischen Lira betrogen haben. Im Rahmen dieser Operation wurden neben digitalem Beweismaterial auch eine lizenzierte Pistole sowie drei Schreckschusswaffen sichergestellt.

Sicherheitsexperten weisen angesichts dieser Vorfälle darauf hin, dass Banken grundsätzlich keine sensiblen Daten wie Passwörter oder OTPs über Messenger-Dienste oder unaufgeforderte Telefonanrufe abfragen. Es wird dazu geraten, keine App-Dateien aus unbekannten Quellen zu installieren und bei verdächtigen Kontaktversuchen unmittelbar die offizielle Hotline des jeweiligen Kreditinstituts zu kontaktieren.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69967987 |