Phishing-Plattform Kratos zerschlagen: BKA stoppt 15.000 Kampagnen monatlich
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Plattform „Kratos“ versorgte über 1.800 Kriminelle mit täuschend echten Microsoft-Anmeldeseiten.
Mehr als 200 Server wurden weltweit vom Netz genommen. Der Dienst ermöglichte monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen. Seit Ende 2024 sollen Hunderttausende Opfer in über 30 Ländern betroffen sein. Die Ermittler beziffern den Umsatz der Plattform auf rund 300.000 Euro.
Ein mutmaßlicher Entwickler der Software wurde in Indonesien festgenommen. Die Spezialität von „Kratos“: perfekt nachgebaute Microsoft-Loginseiten, die Zugangsdaten abgriffen.
Prozessauftakt gegen Phishing-Bande aus dem Ruhrgebiet
Parallel zur internationalen Aktion begann vor dem Landgericht Münster ein Verfahren gegen sechs Männer. Die Gruppe soll mit Phishing-SMS und Call-ID-Spoofing Bankkunden betrogen haben.
Die Täter gaben sich als Bankmitarbeiter aus und erbeuteten pro Fall zwischen 1.000 und 60.000 Euro. Die Gesamtschadenssumme liegt bei über 180.000 Euro. Die Ermittler stellten bereits rund 90.000 Euro Bargeld sicher.
Neue Angriffswellen und Sicherheitslücken
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Die Bedrohungslage verschärft sich weiter. In Android 16 wurde eine kritische Schwachstelle im KI-Assistenten Gemini entdeckt. Sie erlaubte das Versenden von SMS direkt über den Sperrbildschirm – ohne Geräteentsperrung. Ein Sicherheits-Patch ist im Rollout. Bis dahin raten Experten, Gemini die Berechtigungen für den Sperrbildschirm zu entziehen.
Die Angriffszahlen explodieren: Im ersten Quartal 2026 stieg „Quishing“ – Phishing via QR-Codes – um 146 Prozent. Im zweiten Quartal folgte „Smishing“ per SMS mit plus 162 Prozent. Zudem warnt die Branche vor der Malware „RedHook“, die derzeit verstärkt in Südostasien aktiv ist.
Schutz bei Geräteverlust und Industrie-Spionage
Angesichts der professionellen Methoden empfehlen Sicherheitsexperten konsequenten Schutz: Zwei-Faktor-Authentisierung, Gesichtserkennung und starke Displaysperren sind Pflicht.
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Bei Verlust eines iPhones sollten Nutzer die „Wo ist?“-Funktion aktivieren. So lässt sich das Gerät orten, als verloren markieren oder fernlöschen. Wichtig: die IMEI-Nummer notieren und das Smartphone aus allen aktiven Sitzungen entfernen.
Auch die Industrie kämpft mit Sicherheitsvorfällen. Ein kanadisches Forensik-Unternehmen streitet mit einem Ex-Mitarbeiter vor Gericht. Der Angestellte soll Geschäftsgeheimnisse über eine Zero-Day-Schwachstelle in älteren Apple-Chips entwendet haben. Die Veröffentlichung im Juni 2026 ermöglichte Apple zwar, die Lücke zu schließen – kostete das Forensik-Unternehmen aber den wirtschaftlichen Wert der Entdeckung.
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