Phishing-Plattform Kratos zerschlagen: 1.800 Nutzer, 15.000 Angriffe monatlich
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 07:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Deutsche und US-amerikanische Ermittler haben gemeinsam mit indonesischen Behörden die Infrastruktur der Phishing-as-a-Service-Plattform Kratos lahmgelegt. Die Aktion mit dem Namen „Operation Olympus Blade“ führte zur Beschlagnahmung von über 200 Servern und zur Festnahme des Hauptentwicklers sowie des technischen Administrators in Indonesien.
Die Frankfurter Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und das Bundeskriminalamt (BKA) leiteten die Operation. Nach der Zerschlagung wurde die Hauptdomain des illegalen Dienstes an das FBI übergeben.
Ein milliardenschweres Geschäft mit gestohlenen Daten
Die Plattform Kratos, die auch unter den Namen SneakyLog und Sneaky 2FA bekannt war, bot Kriminellen ein umfassendes Werkzeugpaket für Phishing-Angriffe. Über 1.800 zahlende Nutzer setzten den Dienst ein, um monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen zu starten. Seit ihrem Start im Jahr 2024 spülte die Plattform ihren Betreibern schätzungsweise über 300.000 Euro ein.
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Die Masche war simpel, aber effektiv: Die Täter erstellten täuschend echte Microsoft-Loginseiten und lockten ihre Opfer auf diese gefälschten Portale. Auf diese Weise erbeuteten sie Zugangsdaten von Hunderttausenden Nutzern in 35 Ländern – mit Schwerpunkt auf den USA und Europa.
Besonders betroffen waren Unternehmen aus der Industrie, dem Einzelhandel, dem Gesundheitswesen und dem Bildungssektor. In Europa gerieten vor allem Industriefirmen und Anwaltskanzleien ins Visier der Cyberkriminellen.
Weltweite Offensive gegen digitale Betrugsnetzwerke
Die Zerschlagung von Kratos ist Teil einer größeren internationalen Offensive. Bereits zwischen dem 15. Januar und dem 30. April 2025 koordinierte INTERPOL die Operation First Light 2026. In 97 Ländern nahmen die Behörden damals 5.811 Verdächtige fest, die mit Social-Engineering-Betrug in Verbindung standen – darunter Geschäftsführer-Betrug (BEC), Liebesbetrug und Sextortion.
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Die Bilanz dieser Aktion kann sich sehen lassen: Die Ermittler stellten Vermögenswerte in Höhe von 293 Millionen Euro sicher und blockierten über 31.014 Bankkonten. Weltweit wurden rund 142.000 Geschädigte identifiziert.
Nur einen Tag vor der aktuellen Operation, am 20. und 21. Juli, trafen sich zudem thailändische und US-amerikanische Vertreter zu einem Gipfeltreffen in Bangkok. Thailands Führung und der FBI-Direktor vereinbarten eine engere Zusammenarbeit gegen kriminelle Netzwerke. Die thailändischen Behörden haben bereits Vermögenswerte in Milliardenhöhe eingefroren oder beschlagnahmt.
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