Phishing-Opfer verliert 370.000 Dollar an MEV-Bot durch Fehler
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 13:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Nutzer der Base-Chain ist Opfer eines schwerwiegenden Phishing-Angriffs geworden, bei dem ein sechsstelliger Betrag entwendet wurde. Die Situation nahm jedoch eine unerwartete Wendung, als der Angreifer durch einen technischen Fehler beim versuchten Umtausch der Beute selbst zum Ziel wurde und einen Großteil der Gelder an einen MEV-Bot verlor.
Fehlerhafter Tausch führt zu massiven Verlusten
In den vergangenen Tagen ereignete sich auf der Layer-2-Blockchain Base ein folgenschwerer Sicherheitsvorfall. Ein Angreifer mit der Wallet-Adresse 0x920d...9708 verschaffte sich Zugriff auf das Vermögen eines Nutzers (Wallet 0x3a53...0B5c) und erbeutete insgesamt 501.650 USDC. Der Verlust dieser Summe markiert einen der signifikanten Vorfälle in diesem Sektor in der jüngeren Zeit.
Unmittelbar nach dem Diebstahl versuchte der Akteur, die erbeuteten USDC-Bestände über einen Uniswap-V4-Pool umzutauschen. Dabei unterlief ihm jedoch ein kritischer Fehler: Die Transaktion wurde ohne sogenannten Slippage-Schutz initiiert. Dieser Schutzmechanismus verhindert normalerweise, dass Nutzer bei hoher Volatilität oder geringer Liquidität zu einem deutlich schlechteren Kurs als dem aktuellen Marktpreis kaufen oder verkaufen.
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Automatisierter Bot nutzt Schwachstelle aus
Diese Unachtsamkeit wurde sofort von einem MEV-Bot (Maximal Extractable Value) registriert. Der Bot führte einen sogenannten Sandwich-Angriff durch, bei dem er die Transaktion des Angreifers gezielt manipulierte. Analysen zeigen, dass der Bot auf diese Weise rund 370.000 US-Dollar abschöpfte, was etwa 75 % der ursprünglich gestohlenen Summe entspricht.
Für die Durchführung dieses Angriffs investierte der Bot-Betreiber 0,03 USDC für das Frontrunning sowie 3,5 ETH für die Gas-Gebühren des Netzwerks. Das Ergebnis war ein nahezu sofortiger Transfer des Großteils der Beute aus den Händen des Phishing-Angreifers in die Wallet des Bot-Betreibers.
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Geringer Restbetrag und Belohnungsangebot
Dem ursprünglichen Phishing-Angreifer verblieben nach diesem automatisierten Zwischenfall lediglich etwa 129.000 US-Dollar, was zum Zeitpunkt des Vorfalls 67,9 ETH beziehungsweise rund 67 WETH entsprach. Sicherheitsanalysten von PeckShield identifizierten den Vorfall und machten die beteiligten Adressen sowie die Transaktionskette öffentlich.
Das Opfer des Phishing-Angriffs hat unterdessen reagiert. Um zumindest einen Teil des Vermögens zu sichern, wurde dem Angreifer eine Belohnung von 10 % der Gesamtsumme in Aussicht gestellt, sollte dieser sich zur Rückgabe der verbliebenen gestohlenen Gelder bereit erklären. Ob der Angreifer auf diesen Vorschlag eingeht, ist derzeit noch unklar. Der Vorfall unterstreicht die technischen Risiken innerhalb dezentraler Finanzprotokolle, in denen selbst Angreifer durch automatisierte Mechanismen erhebliche Verluste erleiden können.
