Phishing, DEF

Phishing nach DEF CON: Huntress-Forscher mit AMOS-Malware angegriffen

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach DEF CON zielte eine mehrstufige Phishing-Kampagne auf einen Huntress-Forscher. Schadsoftware für macOS und Windows sowie eine Millionenforderung wurden entdeckt.

Huntress-Experte: Gezielte Phishing-Attacke nach DEF CON mit Krypto-Bezug
Ein Sicherheitsforscher arbeitet an einem Laptop in einem abgedunkelten Büro mit komplexem Programmcode auf dem Bildschirm. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Sicherheitsforscher des Unternehmens Huntress wurde im Nachgang der Branchenkonferenz DEF CON zum Ziel einer gezielten Phishing-Kampagne. Wie aus einer am 19. August 2026 veröffentlichten Untersuchung von Huntress hervorgeht, nutzte der Angreifer eine gefälschte Identität und mehrstufige Infektionswege, um Schadsoftware auf den Systemen des Experten zu platzieren.

Die Kontaktaufnahme erfolgte ursprünglich am 9. August 2026 über eine Direktnachricht auf der Plattform X. Der Angreifer gab sich dabei als Vizepräsident des Krypto-Medienunternehmens CoinDesk aus. Ziel dieser Täuschung war es offenbar, das Vertrauen des Forschers zu gewinnen und ihn zur Interaktion mit schädlichen Dokumenten zu bewegen.

Vielschichtige Schadsoftware für unterschiedliche Betriebssysteme

Der erste Köder bestand aus einem präparierten Google Doc, das eine Seitenleiste auf Basis von Google Apps Script nutzte. Die Untersuchung zeigt, dass der Angriff technologisch auf das jeweilige Betriebssystem des Opfers zugeschnitten war. Auf Systemen mit macOS lieferte das Dokument den sogenannten AMOS-Infostealer aus, der darauf spezialisiert ist, sensible Informationen vom Endgerät zu entwenden.

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Bei Angriffen auf Windows-basierte Systeme war das Vorgehen noch umfangreicher. Hier installierte das bösartige Dokument den Fernzugriff-Trojaner NetSupport RAT sowie ein spezielles Implantat für Ledger-Wallets. Zusätzlich wurde ein Proxy implementiert, der in der Lage war, den Netzwerkverkehr des betroffenen Systems abzufangen.

Im weiteren Verlauf der Kampagne setzte der Akteur auf einen zweiten Köder. Dabei wurde ein gefälschter Installer für den Dienst DocSend verwendet, der über die Cloud-Plattform Dropbox verbreitet wurde. Der Angreifer nutzte im Rahmen dieser Operation zudem Anweisungen im Stile von „ClickFix“, um den Nutzer zu schädlichen Handlungen zu verleiten.

Forderung nach Millionenfinanzierung und Branchenfokus

Ein ungewöhnlicher Aspekt der Kampagne trat in der späteren Kommunikation zutage. Der Angreifer wandte sich erneut an den Forscher und fragte nach einer Finanzierung in Höhe von 1 Million US-Dollar. Ob dies Teil einer Erpressung oder ein Versuch war, weitere finanzielle Mittel unter falschem Vorwand zu erlangen, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.

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Die Kampagne scheint systematisch auf Teilnehmer großer Cybersicherheitskonferenzen wie Black Hat und DEF CON ausgerichtet zu sein. Die Angreifer warten gezielt den Abschluss dieser Branchenveranstaltungen ab, um Experten in einer Phase zu kontaktieren, in der berufliche Vernetzung und Nachfassaktionen üblich sind.

Huntress veröffentlichte die detaillierte Analyse dieser anhaltenden Kampagne, um auf die spezifischen Taktiken und die Identitätsfälschungen aufmerksam zu machen, die gegen Fachleute der Sicherheitsbranche eingesetzt werden.

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