Phishing mit KI: 86% der Angriffe nutzen künstliche Intelligenz
24.06.2026 - 10:44:14 | boerse-global.de
Während Cyberkriminelle ihre Angriffe mit Künstlicher Intelligenz massiv aufrüsten, vernachlässigen viele Nutzer grundlegende Schutzmaßnahmen. Das zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage.
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Alarmierende Defizite beim Basis-Schutz
Nur 39 Prozent der Deutschen erstellen regelmäßig Sicherheitskopien ihrer Daten. Jeder zehnte Nutzer verzichtet komplett auf Backups. Auch bei Software-Updates hapert es: Lediglich 43 Prozent installieren Aktualisierungen unmittelbar nach Erscheinen.
Noch kritischer: 28 Prozent der Befragten geben häufig persönliche Daten im Netz preis. Und mehr als die Hälfte (55 Prozent) liest Allgemeine Geschäftsbedingungen selten oder nie. Das Risiko: eine unbewusste Zustimmung zu riskanten Datenfreigaben.
Die Diskrepanz zwischen Gefühl und Realität ist enorm. Laut TechnikRadar 2026 fühlen sich 56 Prozent der Deutschen sicher im Netz. Gleichzeitig stufen 85 Prozent Cyberangriffe auf Bürger als bedrohlich ein.
KI macht Phishing zur Massenwaffe
Die Angreifer professionalisieren sich rasant. Laut Daten des World Economic Forum nutzen inzwischen 86 Prozent aller Phishing-Angriffe KI-Technologien. Die Erfolgsquote liegt bei satten 54 Prozent – klassische Methoden kommen nur auf 12 Prozent.
Das Bundeskriminalamt (BKA) meldete für 2025 insgesamt 382.470 Phishing-Fälle. Der Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft? 289 Milliarden Euro, beziffert vom Branchenverband Bitkom. 84 Prozent aller erfolgreichen Unternehmensangriffe lassen sich auf Phishing zurückführen.
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Christian Dörr vom Hasso-Plattner-Institut (HPI) warnt zudem: Deutschland gilt europaweit als Hotspot für Ransomware-Attacken. Die Spuren führen häufig nach Russland. 2025 verzeichnete das BKA 1.041 Ransomware-Fälle – ein Anstieg gegenüber 950 im Vorjahr.
Hardware-Lücke bedroht Millionen Apple-Geräte
Neben menschlichem Fehlverhalten rücken technische Schwachstellen in den Fokus. Die Sicherheitslücke „usbliter8“ betrifft Millionen älterer Apple-Geräte – darunter das iPhone XS, iPhone 11 und das iPhone SE der zweiten Generation.
Das Problem: Der Fehler steckt im BootROM der Chips. Ein Software-Update kann ihn nicht beheben. Ein Angriff erfordert zwar physischen Zugriff und eine USB-Verbindung. Das BSI rät betroffenen Nutzern dennoch zu komplexen Sperrcodes und aktivierten Ortungsdiensten.
Selfies als Sicherheitsrisiko
Auch die Kameratechnik wird zur Gefahr. Hochauflösende Selfies mit bis zu 200 Megapixeln ermöglichen die Rekonstruktion von Fingerabdrücken. KI-Tools korrigieren Unschärfen und erhöhen die Erkennungsrate deutlich.
Fachleute empfehlen: Fingerkuppen nicht prominent in die Kamera halten. Oder Bilder vor der Veröffentlichung stark komprimieren.
Digitaltag 2026: Experten fordern Umdenken
Am 26. Juni 2026 steht der Digitaltag unter dem Schwerpunkt digitale Sicherheit. Experten mahnen zur Priorisierung grundlegender Praktiken: starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, zeitnahe Installation von Patches – und ein bewusster Umgang mit biometrischen Daten in sozialen Medien.
