Phishing-Kampagne: Angreifer täuschen 30+ Marken für Google-Konten
Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 18:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sie zielt gezielt auf Marketing-Fachkräfte ab.
Unter dem Vorwand von Vorstellungsgesprächen bei bekannten Konzernen versuchen Angreifer, Zugriff auf Google-Konten zu erlangen. Die Kampagne läuft seit mindestens fünf Monaten.
Browser-in-the-Browser: Täuschend echte Login-Fenster
Im Zentrum steht die „Browser-in-the-Browser“-Technik (BitB). Auf einer gefälschten Webseite erscheint ein täuschend echtes Google-Login-Fenster. Da es innerhalb der manipulierten Seite eingebettet ist, helfen normale Sicherheitsmerkmale kaum.
Die Angreifer nutzen eine Kette von Weiterleitungen über legitime Dienste. Dazu gehören PeopleForce, die Salesforce Marketing Cloud und Wise Agent. Das Ziel: Sicherheitsfilter umgehen und offizielle Kommunikation vortäuschen.
Laut Will Thomas von Team Cymru sind mindestens 34 verschiedene Domains im Einsatz.
30 Marken als Köder
Die Kampagne imitiert mehr als 30 namhafte Marken. Betroffen sind Technologiefirmen wie Adobe und OpenAI, Streaming-Dienste wie Netflix sowie Konsumgüterhersteller wie Coca-Cola, PepsiCo, Red Bull und Adidas.
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Auch die Reisebranche ist betroffen. American Airlines, Delta, United, Marriott und Booking.com werden missbraucht.
Ein dokumentiertes Beispiel: Eine gefälschte E-Mail einer angeblichen Adidas-Recruiterin lockt Bewerber auf eine präparierte Karriereseite. Neben Mode und Lebensmitteln sind auch Beratungsfirmen wie McKinsey und Organisationen wie die FIFA betroffen.
Warum gerade Marketing-Experten?
Die Angreifer wollen Google-Anmeldedaten von Marketing-Profis stehlen. Der Grund: Der Zugriff auf Werbekonten ist besonders wertvoll. Damit lassen sich manipulierte Anzeigen schalten oder Budgets missbrauchen.
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Auch E-Mails, Dokumente und Kalendereinträge sind gefährdet.
Branchenexperten warnen: Herkömmliche Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) schützt in bestimmten Fällen nicht. Sie raten, Absenderadressen von Recruiting-Anfragen genau zu prüfen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Anmeldung über Drittkonten auf externen Karriereseiten verlangt wird.
Bisher liegen keine bestätigten Berichte über abgeflossene Daten vor. Doch die Professionalität der Kampagne deutet auf eine gezielte, andauernde Bedrohung hin.
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