Phishing-Kampagne, Angreifer

Phishing-Kampagne: Angreifer nutzen Google-Infrastruktur als Umleitungsnetz

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Angreifer missbrauchen Google-Weiterleitungen für gefälschte Login-Seiten und stehlen Passwörter, Cookies sowie teils dauerhaften Systemzugriff.

Google-Dienste als Tarnung: Neue Phishing-Kampagne stiehlt Nutzerdaten
Dunkler Serverraum mit symmetrischen Serverschränken in kühlem, blauem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen, breit angelegten Phishing-Kampagne, die gezielt die Infrastruktur verschiedener Google-Dienste ausnutzt. Wie aus Fachberichten von Anfang September hervorgeht, verwenden Angreifer ein komplexes Netzwerk aus legitimen Umleitungen, um Sicherheitskontrollen zu unterlaufen und sensible Nutzerinformationen zu entwenden. Dabei werden verschiedene Dienste des Technologiekonzerns als sogenanntes Redirect-Netzwerk missbraucht, um bösartige Links als vertrauenswürdig erscheinen zu lassen.

Manipulation der Google-Infrastruktur als Umleitungsnetzwerk

Im Zentrum der beobachteten Aktivitäten steht die Ausnutzung legitimer Funktionen von Google-Plattformen. Den Analysen von Sicherheitsforschern zufolge umfasst das missbrauchte Netzwerk Dienste wie Google Meet, die reguläre Google-Suche sowie den Werbedienst DoubleClick. Auch die Google Custom Search und regionale Domains der Google-Bildersuche werden für die Weiterleitung der Opfer instrumentalisiert.

Durch den Einsatz dieser etablierten Domains gelingt es den Angreifern häufig, automatisierte Sicherheitsfilter und E-Mail-Scanner zu passieren. Da die initiale URL auf eine offizielle Google-Adresse verweist, wird sie von vielen Schutzprogrammen als sicher eingestuft. Tatsächlich fungieren diese Adressen jedoch nur als Startpunkt einer Kette von Umleitungen, die den Nutzer letztlich auf präparierte Zielseiten führt.

Tarnung als namhafte Dienstleister und Regierungsportale

Die Kampagne zeichnet sich durch eine hohe Professionalität bei der Gestaltung der gefälschten Zielseiten aus. Um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen, geben sich die Angreifer als bekannte Unternehmen und offizielle Stellen aus. Beobachtet wurden unter anderem gefälschte Anmeldeseiten, die das Erscheinungsbild von DocuSign, Microsoft und dem Cloud-Speicherdienst OneDrive imitieren.

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Zudem umfasst das Repertoire der Angreifer Imitationen des Logistikdienstleisters FedEx sowie der Finanzsoftware Intuit QuickBooks. In einigen Fällen wurden sogar Portale erstellt, die staatliche Regierungsdienste vortäuschen. Ziel dieser Täuschung ist es, Nutzer zur Eingabe ihrer Anmeldedaten zu bewegen, die anschließend unmittelbar von den Hintermännern abgegriffen werden.

Technische Verschleierung und Einsatz von ScreenConnect

Um die Entdeckung der Betrugsversuche weiter zu erschweren, setzen die Akteure auf gezielte technische Verschleierungstaktiken. Sicherheitsforscher stellten fest, dass die Ziel-E-Mail-Adressen der potenziellen Opfer innerhalb der URL in einem sogenannten Hash versteckt werden. Diese Methode dient dazu, automatisierte Sicherheitsscanner zu umgehen, die nach verdächtigen Mustern oder klaren E-Mail-Angaben in Webadressen suchen.

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Über den reinen Diebstahl von Anmeldedaten hinaus wurden in bestimmten Varianten der Kampagne weitergehende Aktivitäten identifiziert. So berichten Experten, dass im Rahmen der Angriffe in einigen Fällen die Software ScreenConnect installiert wurde. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug zur Fernwartung, das von Angreifern missbraucht werden kann, um dauerhaften Zugriff auf ein infiziertes System zu erhalten.

Das primäre Ziel der Kampagne bleibt jedoch die Extraktion von Nutzerdaten. Neben klassischen Benutzernamen und Passwörtern haben es die Angreifer verstärkt auf Browser-Cookies abgesehen.

Mit diesen entwendeten Cookies können Kriminelle unter Umständen bestehende Sitzungen übernehmen und Multifaktor-Authentifizierungen umgehen, ohne das eigentliche Passwort kennen zu müssen. Fachleute raten daher zu erhöhter Wachsamkeit bei unerwarteten Benachrichtigungen, auch wenn diese über vermeintlich sichere Google-Umleitungen initiiert werden.

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