Phishing-Kampagne, Angreifer

Phishing-Kampagne: Angreifer nutzen Google-Dienste für Multi-Hop-Umleitungen

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KnowBe4 beschreibt eine Phishing-Welle über mehrere Google-Dienste, die Zugangsdaten stehlen und Fernzugriffssoftware verbreiten soll.

Phishing-Kampagne missbraucht Google-Dienste für Multi-Hop-Angriffe
Dunkler, moderner Serverraum mit metallischen Rack-Gehäusen in einer Fluchtperspektive. Illustration mit AI erstellt.

In der digitalen Sicherheitslandschaft beobachten Experten derzeit eine neue Strategie von Cyberkriminellen, die gezielt legitime Infrastrukturen missbrauchen.

Eine aktuelle Phishing-Kampagne setzt auf sogenannte Multi-Hop-Umleitungen über verschiedene Google-Dienste, um herkömmliche Sicherheits-Gateways und automatisierte Filterlösungen zu umgehen. Ziel der Angriffe ist es, sensible Nutzerdaten zu entwenden oder Schadsoftware für den Fernzugriff zu installieren.

Raffinierte Verschleierung durch legitime Domänen

Der Kern der neu entdeckten Angriffswelle liegt in der Ausnutzung des Vertrauens, das Sicherheitssysteme gegenüber etablierten Webdiensten entgegenbringen. Anstatt potenzielle Opfer direkt auf eine offensichtlich bösartige Webseite zu leiten, nutzen die Angreifer eine Kette von Weiterleitungen, die über vertrauenswürdige Plattformen führen. In der aktuellen Kampagne werden hierfür diverse Google-Dienste zweckentfremdet.

Zu den identifizierten Werkzeugen gehören unter anderem Google Meet, der Werbedienst DoubleClick sowie die Funktionen der Google-Bildersuche und der benutzerdefinierten Suche (Custom Search). Auch technische Analyse- und Verwaltungstools wie der Google Tag Manager und Google Analytics werden in die Umleitungskette eingebunden.

Durch diese Mehrstufigkeit, das sogenannte Multi-Hop-Verfahren, gelingt es den Akteuren, die eigentliche Zieladresse der Phishing-Seite vor automatisierten Scannern zu verbergen. Da die initialen Links in E-Mails oder Nachrichten auf offizielle Google-Domänen verweisen, stufen viele Sicherheitslösungen diese als unbedenklich ein.

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Sicherheitsforschung dokumentiert komplexe Angriffskette

Analysen von KnowBe4, die Anfang September veröffentlicht wurden, dokumentieren den detaillierten Ablauf dieser Kampagne. Den Forschungsergebnissen zufolge ist die technische Umsetzung der Umleitungen so konzipiert, dass sie die Verhaltensanalyse von Sicherheits-Software erschweren soll. Jedes Glied in der Kette dient dazu, die Herkunft und das eigentliche Ziel des Datenverkehrs zu verschleiern.

Das Endziel der Angreifer variiert dabei je nach Zielgruppe. In vielen Fällen steht der klassische Datendiebstahl im Vordergrund, bei dem Nutzer auf gefälschte Anmeldeseiten geleitet werden, um Zugangsdaten abzugreifen. Ein weiterer Schwerpunkt der Kampagne liegt jedoch auf der Verbreitung von Software für den Fernzugriff.

Hierbei versuchen die Angreifer insbesondere, die Installation von ScreenConnect zu forcieren. Während es sich dabei eigentlich um eine legitime Anwendung für Fernwartung handelt, wird sie in diesem Kontext missbräuchlich eingesetzt, um dauerhaften Zugriff auf die infizierten Systeme zu erhalten.

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Herausforderungen für die IT-Sicherheit

Diese Entwicklung unterstreicht eine wachsende Problematik in der IT-Sicherheit: den Missbrauch von "Living off the Land"-Techniken, bei denen bereits vorhandene, legitime Werkzeuge für schädliche Zwecke umfunktioniert werden. Da die genutzten Google-Dienste in vielen Unternehmensumgebungen für den Geschäftsalltag essenziell sind, können sie nicht ohne Weiteres blockiert werden.

Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass die Erkennung solcher Bedrohungen eine tiefgehende Inspektion des Datenverkehrs erfordert, die über die reine Prüfung von URL-Reputationslisten hinausgeht.

Nutzer werden zur erhöhten Vorsicht gemahnt, wenn sie nach dem Klicken auf einen Link durch mehrere, scheinbar unnötige Zwischenseiten geleitet werden. Da die Kampagne auch mobile Endgeräte ins Visier nimmt, ist eine Sensibilisierung über alle Plattformen hinweg notwendig, um die Effektivität solcher Multi-Hop-Angriffe zu mindern.

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