Phishing gegen US-Banken: 248 aktive Domains imitieren 189 Finanzfirmen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine großangelegte Phishing-Welle nimmt die Kunden hunderter Finanzinstitute ins Visier. Laut einem Bericht des Sicherheitsunternehmens Kela läuft der Angriff bereits seit Mai 2026 und zielt auf Kundinnen und Kunden von 300 Banken in den Vereinigten Staaten, bei denen es sich überwiegend um mittelgroße Regionalbanken handelt. Neben klassischen Kreditinstituten haben es die Angreifer zudem auf Nutzer von Krypto-Börsen sowie auf Dienste des US-Finanzministeriums abgesehen.
Raffinierte Täuschung von Schutzmechanismen
Die Täter setzen bei ihrer Kampagne auf ausgefeilte Techniken, um Entdeckungen und Sperrungen zu entgehen. Kela stellte fest, dass die Infrastruktur Wiederholungsbesucher derselben IP-Adresse gezielt auf eine fingierte Hinweisseite umleitet. Dort wird fälschlicherweise behauptet, das Konto sei gesperrt. Auf diese Weise versuchen die Cyberkriminellen, automatisierte Sicherheitsscanner sowie spezialisierte Takedown-Teams in die Irre zu führen.
Zum Stichtag am 25. Oktober 2026 waren nach Angaben der Sicherheitsforscher noch 248 Domains aktiv, die insgesamt 189 US-amerikanische Finanzunternehmen imitierten. Insgesamt ließen sich seit Mai 2026 über 300 manipulierte Domains identifizieren. Zu den nachgeahmten Instituten zählen unter anderem die American Business Bank, die Bank of Tennessee, J.P. Morgan, die Lloyds Bank, Wells Fargo sowie die Zions Bank.
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Internationale Ausweitung und wechselnde Infrastruktur
Die Auswertung der technischen Hintergründe zeigt, dass die Angreifer ihre Spuren verwischen. Zu Beginn der Angriffswelle im Mai 2026 nutzte die Gruppe zunächst die Server eines bestimmten Hosting-Anbieters, bevor sie ab September 2026 zu einem anderen Betreiber wechselte.
Die genutzte Angriffsinfrastruktur beschränkt sich zudem keineswegs auf den US-Markt: Dieselben technischen Ressourcen werden parallel eingesetzt, um Phishing-Attacken gegen Finanzinstitute und Krypto-Handelsplätze im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, in Australien sowie in Neuseeland durchzuführen.
Als Reaktion auf die anhaltende Bedrohungslage stellte das Unternehmen Kela ein kostenloses Überprüfungswerkzeug zur Verfügung, mit dem sich potenziell betroffene Bankdomains überprüfen lassen.
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Wachsender Druck auf Authentifizierungssysteme
Der Fall verdeutlicht den zunehmenden Druck auf digitale Authentifizierungsverfahren im Bankensektor. Nach Erkenntnissen von Sicherheitsexperten zielen Kriminelle zunehmend darauf ab, Sicherheitsabfragen gezielt zu umgehen oder Logins über gefälschte Schnittstellen abzugreifen.
Sicherheitsanalysten weisen darauf hin, dass die Betrugsmaschen immer dynamischer werden. Um Risiken zu mindern, setzen Institute und Dienstleister verstärkt auf schnellere Erkennungsmechanismen und die automatisierte Identifikation manipulierter Webseiten, da Angreifer ihre Taktiken kontinuierlich anpassen und Domains bei Entdeckung in kurzer Zeit austauschen.
