Phishing-Explosion, Quishing

Phishing-Explosion: Quishing +146%, Smishing +162% in H1 2026

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 22:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle nutzen WhatsApp-Gruppen für Geldforderungen. Quishing und Smishing legen massiv zu. Interpol erzielt Erfolge gegen Cyberkriminalität.

WhatsApp-Betrug: Falsche Sammelaktionen und Phishing-Welle 2026
Nahaufnahme eines Smartphones mit einem verdächtigen WhatsApp-Gruppenchat, gehalten von einer Person, die Sorge ausdrückt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Masche folgt einem perfiden Muster: Nutzer werden ohne Zustimmung einer WhatsApp-Gruppe hinzugefügt. Dort geben sich die Betrüger als Freunde oder Bekannte aus und fordern Geld für ein angebliches Gemeinschaftsgeschenk – etwa zum Geburtstag. In gemeldeten Fällen verlangten die Täter umgerechnet rund 300 Schweizer Franken.

Soziale Dynamik als Einfallstor

Die Kriminellen setzen gezielt auf den Gruppendruck innerhalb der Chats. Die Teilnehmer sollen unkompliziert per Zahlungsdienst wie Twint überweisen. Experten raten: Sofort die Gruppe verlassen und die Geldforderung über einen separaten Kanal bei den angeblichen Freunden prüfen. Überweisen sollten Sie nur an zweifelsfrei identifizierte Empfänger.

Explosion bei Quishing und Smishing

Die WhatsApp-Masche ist nur die Spitze des Eisbergs. Branchenauswertungen für das erste Halbjahr 2026 zeigen einen massiven Anstieg spezialisierter Phishing-Methoden. Beim Quishing – Betrug mit gefälschten QR-Codes – stiegen die Fälle im ersten Quartal um 146 Prozent. Smishing, also Phishing per SMS, legte im zweiten Quartal um 162 Prozent zu.

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Besonders betroffen sind Kunden großer Banken wie Sparkasse oder ING sowie Nutzer des Steuerportals Elster. Auch sportliche Großereignisse werden instrumentalisiert: Zwischen April und Juni stieg WM-bezogenes Phishing um rund 500 Prozent. Internationale Polizeibehörden warnen zudem vor einer weiteren Variante: Falsche Profile von Regierungsbeamten auf WhatsApp, die Zahlungen oder Geschenkkarten fordern.

Erfolge der Strafverfolgung

Trotz steigender Fallzahlen gibt es Erfolge gegen Cyber-Kriminalität. Bei der internationalen Operation First Light 2026 nahm Interpol rund 5.800 Verdächtige fest und sicherte Vermögenswerte von 293 Millionen US-Dollar. Das FBI zerschlug zudem das Netzwerk Outsider – der geschätzte Gesamtschaden: 1,9 Milliarden US-Dollar.

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Stärkere Rechte für Betroffene

Der Bundesgerichtshof hat die Rechtslage für Verbraucher verbessert: Banken müssen Schäden aus Phishing-Angriffen grundsätzlich erstatten. Nur bei grober Fahrlässigkeit haften Kunden selbst.

WhatsApp kündigte für Juli 2026 eine Benutzernamen-Funktion an. Sie soll die Privatsphäre erhöhen, weil für Gruppenchats nicht mehr zwingend die Mobilfunknummer preisgegeben werden muss. Experten warnen jedoch: Auch neue Funktionen können Kriminelle für ihre Social-Engineering-Taktiken nutzen.

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