Phishing-Dienst, Kratos

Phishing-Dienst Kratos zerschlagen: 200 Server lahmgelegt

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Ermittlungserfolge gegen Cyberkriminalität: BKA und SEC decken millionenschwere Betrugsfälle auf und beschlagnahmen Vermögenswerte.

Behörden zerschlagen Krypto-Betrug und Phishing-Netzwerk Kratos
Eine Hand manipuliert eine digitale Benutzeroberfläche mit Kryptowährungsgrafiken und Sicherheitswarnungen, überlagert von juristischen Dokumenten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Serie von Ermittlungserfolgen zeigt das Ausmaß digitaler Kriminalität.

Erfolge bei der Rückholung von Geldern

Besonders im Fokus stehen die Plattformen wjuhd.com und mexdkjuf.com. Dort wurden Unregelmäßigkeiten gemeldet, die auf Krypto-Scams hindeuten. Ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht berichtet von ersten Erfolgen: Bitcoin im Wert von über 70.000 Euro konnten beschlagnahmt werden. Zudem sicherten die Ermittler rund 180.000 Euro über Rückholungen bei Banküberweisungen.

Betroffenen wird geraten, sämtliche Kommunikationsdaten und Zahlungsströme zu dokumentieren. Das ermöglicht eine kostenfreie Ersteinschätzung und rechtliche Prüfung.

SEC geht gegen Millionen-Betrug vor

Parallel dazu hat die US-Börsenaufsicht SEC Klage gegen das Unternehmen Mining Automatic eingereicht. Auch eine verantwortliche Person wurde angeklagt. Über knapp zwei Jahre hinweg sammelte die Firma angeblich über 22 Millionen US-Dollar von mehr als 380 Investoren ein – für ein vermeintliches Krypto-Mining-Projekt.

Die Ermittlungen zeigen: Nur 13 Prozent der Mittel flossen tatsächlich in das Mining. Der Großteil wurde für Marketing und private Ausgaben zweckentfremdet.

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Schlag gegen Phishing-Dienst „Kratos"

Einen bedeutenden Erfolg melden das Bundeskriminalamt (BKA) und US-Behörden. Sie haben die Infrastruktur des Phishing-Dienstes „Kratos" unschädlich gemacht. Über 200 Server wurden lahmgelegt. Der Entwickler der Gruppe wurde in Indonesien festgenommen.

Seit 2024 hatte die Bande über 300.000 Euro erwirtschaftet. Der Dienst erstellte täuschend echte Microsoft-Seiten und umging sogar die Zwei-Faktor-Authentisierung. Schätzungen zufolge starteten die Täter monatlich rund 15.000 Kampagnen. Hunderttausende Opfer in mehr als 30 Staaten waren betroffen.

Prozessauftakt in Münster

In Deutschland begann vor dem Landgericht Münster ein Prozess gegen eine sechsköpfige Gruppe aus dem Ruhrgebiet. Die Angeklagten sollen über 180.000 Euro erbeutet haben – mit gefälschten Bank-Webseiten und betrügerischen Anrufen als vermeintliche Bankmitarbeiter. Bei Durchsuchungen fanden die Ermittler erhebliche Bargeldbestände in den Privatwohnungen der Verdächtigen.

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Betrugsmaschen auf dem Vormarsch

Die aktuellen Fälle spiegeln einen breiteren Trend wider. Laut einem aktuellen Bedrohungsbericht machen Scams inzwischen rund 46 Prozent aller Malware-Erkennungen aus. Besonders stark steigen die Zahlen bei Tech-Support-Betrug und manipulierten E-Shops. Branchenanalysten beobachten zudem, dass KI-Agenten zunehmend als neue Angriffsfläche dienen.

Seit Anfang des Jahres gelten innerhalb der EU strengere Meldepflichten für Krypto-Anbieter. Sie müssen Transaktionsdaten zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Geldwäsche an die Finanzbehörden übermitteln. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

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