Phishing-Boom, ChatGPT

Phishing-Boom: ChatGPT erstmals in Top 10 der gefälschten Marken

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 17:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Phishing-Angriffe nutzen zunehmend KI-Marken wie ChatGPT. Ein Gerichtsurteil in Deutschland macht Google für Fake-Shop-Anzeigen haftbar.

Check Point Analyse: ChatGPT erstmals unter Top-10-Marken bei Phishing
Ein Smartphone-Display mit einer verdächtigen Benachrichtigung zur Cybersicherheit in einem dunklen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Cyberkriminelle ändern ihre Taktik. Das zeigt eine Analyse von Check Point für das zweite Quartal. Erstmals ist ChatGPT in die Liste der zehn am häufigsten imitierten Marken aufgestiegen.

Microsoft bleibt mit über 22 Prozent der Angriffe der Spitzenreiter. ChatGPT liegt mit 1,1 Prozent noch weit zurück. Der Aufstieg des KI-Dienstes markiert jedoch einen klaren Trend: Angreifer zielen zunehmend auf Nutzer von KI-Technologien.

Gefälschte Zahlungsaufforderungen und Fake-Shops

Die Betrüger setzen vor allem auf gefälschte Benachrichtigungen über angebliche Zahlungsfehler bei Premium-Abonnements. In den E-Mails werden Nutzer aufgefordert, ihre Kreditkartendaten auf manipulierten Webseiten zu aktualisieren. Neben Microsoft und ChatGPT bleiben LinkedIn, Google und Apple primäre Ziele.

Parallel dazu läuft eine großangelegte Fake-Shop-Kampagne gegen Verbraucher in Europa. Sicherheitsforscher von Bitdefender identifizierten über 55 Kampagnen. Ein Beispiel: Das Samsung Galaxy S26 Ultra wurde zu einem auffällig niedrigen Preis von 249 Euro beworben. Die Täter nutzten Unicode-Domains, um legitime Markennamen optisch zu imitieren. Die Zahlung war oft nur per Vorkasse oder SEPA-Überweisung möglich – eine Warenlieferung erfolgte nie.

Smishing-Boom und manipulierte Hotel-WLANs

In Deutschland steigt die Zahl der SMS-Phishing-Angriffe drastisch. In der ersten Jahreshälfte nahmen die Fälle um 146 Prozent zu. Als Reaktion haben GMX und Web.de die Einführung von Passkeys angekündigt. Das Bundeskriminalamt konnte zudem einen Erfolg vermelden: Die Phishing-Plattform „Kratos“ mit über 200 Servern wurde ausgehoben.

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Ein weiteres Bedrohungsszenario betrifft Geschäftsreisende. Seit Juni manipulieren Hacker Hotel-WLAN-Gateways. Durch DNS-Poisoning werden Nutzer auf gefälschte Anmeldeseiten umgeleitet. Ziel ist der Diebstahl von Microsoft-365-Zugangsdaten. Die Kampagne wurde unter anderem in den USA und Indien beobachtet und umgeht die Multi-Faktor-Authentifizierung.

Gerichtsurteil: Google haftet für Fake-Shop-Anzeigen

Ein Urteil des Amtsgerichts Starnberg könnte weitreichende Folgen haben. Das Gericht verurteilte Google zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von knapp 490 Euro plus Anwaltskosten. Ein Verbraucher hatte über eine Google-Shopping-Anzeige einen Fahrradträger bestellt – der Shop entpuppte sich als Fake.

Das Gericht begründete die Entscheidung mit einer verletzten Sorgfaltspflicht: Der betreffende Shop war bereits zuvor als Fake gemeldet worden. Es ist das erste deutsche Urteil dieser Art zur Haftung von Suchmaschinenbetreibern unter Verweis auf den Digital Services Act.

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Tech-Allianz gegen KI-gestützte Angriffe

Die Angriffe werden komplexer – und setzen zunehmend selbst KI ein. Als Reaktion haben führende Technologieunternehmen heute eine Sicherheitsallianz gegründet. Nvidia, Microsoft, IBM und Palantir starten die „Open Secure AI Alliance“. Sie soll Standards für die Cyberabwehr entwickeln.

Hintergrund sind Vorfälle, bei denen KI-Modelle Sicherheitslücken auf Plattformen wie Hugging Face autonom ausnutzten. Die betroffene Plattform fordert von den Entwicklern nun Entschädigungen in Form von Rechenleistung zur Stärkung der eigenen Abwehrsysteme.

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