Phishing-Betrug, Angreifer

Phishing-Betrug: Angreifer missbrauchen 450 Bildungsdomänen

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 23:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neuer Bericht zeigt: Angreifer nutzen vermehrt legitime Plattformen und KI für Phishing. Betrug mit QR-Codes und gestohlenen Zugangsdaten nimmt zu.

Cyberangriffe 2026: Missbrauch von Shopify, Google und KI nimmt zu
Eine Person sitzt konzentriert und besorgt an einem Laptop in einem modern eingerichteten Heimbüro bei gedimmtem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der aktuellen Bedrohungslandschaft beobachten Experten eine deutliche Zunahme von Betrugsmaschen, die gezielt legitime Geschäftsprozesse und das Vertrauen in etablierte Marken ausnutzen.

Ein aktueller Bericht des Sicherheitsanbieters KnowBe4 warnt davor, dass Angreifer verstärkt vertrauenswürdige Workflows missbrauchen, um Sicherheitsbarrieren zu umgehen und Nutzer zu täuschen. Diese Entwicklung markiert eine Professionalisierung der Angriffe, bei der nicht mehr nur technische Lücken, sondern die Integrität bekannter Plattformen instrumentalisiert wird.

Manipulation von E-Commerce-Benachrichtigungen

Sicherheitsspezialisten von Huntress identifizierten eine neue Methode, bei der Angreifer echte Benachrichtigungssysteme des Anbieters Shopify kapern.

Ziel ist ein sogenannter Rückerstattungsbetrug. Dabei erstellen die Akteure gefälschte Bestellungen und platzieren betrügerische Kontaktinformationen direkt in den Versandfeldern. Ein Beispiel für ein solches Vorgehen ist der Eintrag „Owen Nolan 2856 If You Didnt Place This Order Call Us at 1_888_690_3420“.

Da die Benachrichtigungen über die offiziellen Systeme von Shopify versendet werden, wirken sie für die Empfänger authentisch. Betroffene Nutzer werden angewiesen, vermeintliche Rückerstattungen zu verifizieren und gefälschte Shops proaktiv zu melden, wobei sie jedoch in die Falle der Angreifer gelockt werden.

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Auch Tyler McGee von McAfee wies darauf hin, dass Phishing-Kampagnen systematisch die bestehenden Beziehungen zwischen Kunden und bekannten Unternehmen ausnutzen. Diese Strategie erschwert die Erkennung durch herkömmliche Filter, da die Kommunikation von legitimen Domänen ausgeht.

Missbrauch von Bildungsdomänen und Google Workspace

Analysen von Spamhaus verdeutlichen die Dimension dieser Taktik im Bildungssektor. Demnach nutzen Angreifer mehr als 450 kompromittierte Bildungsdomänen, um Phishing-Kampagnen über Google Workspace zu steuern. Durch die Verwendung legitimer Konten gelingt es den Akteuren, Sicherheitsfilter zu umgehen, die Nachrichten von offiziellen Bildungseinrichtungen oder großen Cloud-Plattformen oft standardmäßig als sicher einstufen.

Parallel dazu verzeichnet die Branche Verluste im Bereich der Kryptowährungen durch manipulierte Werbeanzeigen. Ein Nutzer der Plattform Hyperliquid verlor etwa 550.000 USDC durch eine bösartige Anzeige bei Google.

Die Security Alliance gab bekannt, in diesem Zusammenhang bereits über 356 bösartige URLs für Krypto-Anzeigen blockiert zu haben. Schätzungen zufolge beliefen sich die Verluste durch Phishing-Anzeigen bei Google in einem Zeitraum von etwa zwei Wochen im Frühjahr auf rund 1,27 Mio. US-Dollar.

Skalierung durch KI und physische Angriffsvektoren

Die Reichweite moderner Kampagnen nimmt stetig zu. Marathon Micro berichtete von einer Phishing-Welle, die auf 35.000 Nutzer in 13.000 Organisationen über 26 Länder hinweg zielte. Dabei setzen die Hintermänner auf personalisierte Köder und Inhalte, die mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert wurden, um die Glaubwürdigkeit der Nachrichten zu erhöhen.

Neben digitalen Kanälen rücken auch physische Berührungspunkte in den Fokus. Aktuelle Berichte dokumentieren QR-Code-Betrug, der sich unter anderem gegen Medicare-Patienten richtet. Hierbei werden gefälschte Briefe versendet oder QR-Codes an öffentlichen Orten manipuliert.

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Am Totnes Community Hospital im Vereinigten Königreich führte ein Betrug mit Parkplatz-QR-Codes zu einem Schaden von 146,79 £. Ähnliche Vorfälle mit gefälschten Park-Codes wurden zudem aus Kalifornien gemeldet.

Technologische Trends im Bedrohungsbericht 2026

Der Threat Report 2026 von Blackpoint Cyber unterstreicht die technologische Verschiebung der Angriffe. Demnach nutzen Angreifer verstärkt gestohlene Zugangsdaten und legitime Fernwartungstools (RMM). Bei mehr als 50 % der dokumentierten Vorfälle spielten Techniken wie ClickFix oder gefälschte CAPTCHA-Abfragen eine Rolle. Der Missbrauch von RMM-Tools wurde in etwa 30 % der Fälle beobachtet.

Besonders kritisch bewerten die Analysten sogenannte Adversary-in-the-Middle-Angriffe (AiTM), mit denen es Angreifern gelingt, Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA) zu umgehen. Trotz der steigenden Komplexität konnten Sicherheitszentren (SOC) laut dem Bericht rund 56 % der Vorfälle unterbrechen, bevor die eigentliche Schadlast (Payload) bereitgestellt wurde.

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