Phishing-Angriffe: KI macht Betrug viermal erfolgreicher
23.06.2026 - 14:47:59 | boerse-global.de
Das zeigt die neue Eskalationsstufe des Telefonbetrugs. Google und Swisscom reagieren nun mit Echtzeit-Warnsystemen.
Google warnt während des Gesprächs
Google führt die Funktion „Fake Call Detection“ für Android-Nutzer ein. Die Technologie erkennt Betrugsversuche während des Telefonats und warnt den Nutzer direkt. Verfügbar ist sie für Pixel- und Samsung-Geräte ab Android 12.
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Parallel dazu schaltet Swisscom einen Warnhinweis auf dem Display scharf. Bei eingehenden Anrufen erscheint ein „Spam-Verdacht“-Label. Die Einstufung basiert auf Rufnummer, Anrufzeit und Kundenmeldungen. Der integrierte Callfilter blockiert bereits acht Millionen unerwünschte Anrufe pro Monat. Die neue Funktion wird automatisch aktiviert, lässt sich aber deaktivieren.
KI macht Betrug viermal erfolgreicher
Die Zahlen zeigen, warum der Schutz dringend nötig ist. Während klassische Phishing-Methoden eine Klickrate von zwölf Prozent erzielen, liegt diese bei KI-gestützten Angriffen bei 54 Prozent. Täter setzen vermehrt auf Audio-Deepfakes, um Stimmen von Angehörigen oder Geschäftspartnern zu klonen.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und Polizeibehörden melden eine steigende Tendenz. Im Kanton Schwyz gelang so ein Millionenbetrug. Weltweit beliefen sich die Verluste durch Betrug 2024 auf 850 Milliarden Euro. Für die deutsche Wirtschaft bezifferte Bitkom den Schaden durch Cyberkriminalität 2025 auf 289 Milliarden Euro.
Aktuelle Maschen: Von falschen Polizisten bis zu gefälschten Bankseiten
In Wolfhagen und Niederelsungen kontaktierten Betrüger am 21. Juni mehrere Seniorinnen. Sie gaben sich als Polizisten aus und kannten Adressen sowie Wohnverhältnisse. In Speyer erbeuteten Täter am 19. Juni Schmuck – sie gaben sich als Sicherheitsmitarbeiter und Kriminalbeamtin aus.
Neben Enkeltrick und Schockanrufen treten neue Varianten auf:
- Identitätsmissbrauch von Organisationen: Betrüger geben sich als Verbraucherzentrale aus und locken auf gefälschte Internetseiten.
- Anlagebetrug: Kriminelle kopieren Plattformen wie Raisin oder Weltsparen. Die Kanzlei Eser Law zählt über 120 Fälle von Festgeld-Betrug mit gefälschten Domains wie „festgeldscout.com“.
- Falsche Support-Anrufe: In Kaiserslautern forderten angebliche Mitarbeiter eines Bezahldienstes zur Installation einer App auf – Zugriff auf digitale Vermögenswerte inklusive.
Was tun bei verdächtigen Anrufen?
Technische Filter allein reichen nicht, betonen Behörden. Die Polizei Oberfranken startete am 22. Juni die Kampagne „Aktenzeichen BT“ – zur Aufklärung über Love Scamming und falsche Handwerker. Am 25. Juni findet in Altrip eine Informationsveranstaltung mit der Sparkasse statt.
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Experten raten:
- Sofort auflegen bei Forderungen nach Geld oder Daten.
- Keine Rückrufe bei unbekannten Nummern.
- Identität des Anrufers über zweiten Kanal verifizieren.
- Keine Apps auf Aufforderung installieren.
- Anzeige erstatten oder Rufnummer bei der Bundesnetzagentur melden.
Rechtlich haften Banken gemäß § 675u BGB für nicht autorisierte Zahlungen – es sei denn, dem Kunden ist grobe Fahrlässigkeit nachzuweisen.
