Phishing-Angriff, Microsoft

Phishing-Angriff: Microsoft warnt vor ASCII-Smuggling auf Mobilgeräten

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft meldet Millionen getarnter Phishing-Mails und empfiehlt, versteckte Unicode-Zeichen vor der Sicherheitsprüfung zu normalisieren.

Microsoft warnt vor Phishing mit unsichtbaren Unicode-Zeichen
Dunkler, minimalistischer Serverraum mit unbeleuchteten Racks und kühler blauer Beleuchtung, der die digitale Infrastruktur symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Der Technologiekonzern Microsoft warnt aktuell vor einer raffinierten Phishing-Kampagne, die eine Technik namens „ASCII-Smuggling“ einsetzt. Dabei nutzen Angreifer unsichtbare Unicode-Tag-Zeichen im Bereich von U+E0000 bis U+E007F, um Sicherheitsfilter insbesondere auf mobilen Endgeräten gezielt zu umgehen.

Durch diese Methode werden kritische Begriffe, wie etwa der Finanzbegriff „funding“, in E-Mails so zerlegt, dass herkömmliche Schutzmechanismen die betrügerischen Inhalte nicht unmittelbar als Bedrohung erkennen.

Massive Zunahme der Angriffszahlen seit Jahresbeginn

Die Beobachtungen von Microsoft verdeutlichen die enorme Skalierbarkeit dieser Kampagne. Erste nennenswerte Aktivitäten wurden Anfang Februar registriert, als die Zahl der entdeckten Phishing-Mails innerhalb kürzester Zeit sprunghaft anstieg. Während am 8. Februar noch rund 21.000 schädliche Nachrichten identifiziert wurden, kletterten die Detektionen bereits am Folgetag auf 1,3 Millionen.

Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Angriffswelle Ende Februar mit einem Spitzenwert von täglich 2,37 Millionen versendeten Phishing-E-Mails. Obwohl die Aktivität im weiteren Verlauf des Frühjahrs, insbesondere ab Mitte Mai, stark zurückging, bleibt die Kampagne nach Angaben des Unternehmens weiterhin aktiv und stellt eine anhaltende Gefahr dar.

Infrastruktur und technische Hintergründe

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Die Hintermänner der Kampagne setzen auf eine breit gefächerte Infrastruktur, um die Entdeckung zu erschweren. Insgesamt identifizierte Microsoft 148 temporäre Domains mit Finanzbezug, die für 96 Prozent des gesamten erkannten Mail-Volumens verantwortlich sind.

Ein wesentliches Merkmal der Strategie ist zudem die Nutzung bestehender Plattformen: Für den Versand der Nachrichten greifen die Angreifer auf die Infrastruktur des Marketing-Dienstleisters ActiveCampaign zurück.

Der Fokus auf mobile Geräte ist dabei kein Zufall. Die genutzten Unicode-Tag-Zeichen sind für den Nutzer unsichtbar, beeinflussen jedoch die Art und Weise, wie Sicherheitssoftware den Text scannt. Während Desktop-Filter oft umfassendere Prüfroutinen anwenden, erweisen sich mobile Sicherheitslösungen bei dieser speziellen Form der Verschleierung mitunter als anfälliger.

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Schutzmaßnahmen und Empfehlungen

Trotz der Komplexität der Angriffe erweisen sich bestehende Schutzlösungen als weitgehend effektiv. Microsoft gab bekannt, dass der hauseigene Sicherheitsdienst Microsoft Defender über 99 Prozent der betroffenen Angriffs-E-Mails erfolgreich blockieren konnte.

Um die verbleibenden Risiken zu minimieren, hat das Unternehmen spezifische Handlungsempfehlungen für IT-Administratoren und Sicherheitsverantwortliche veröffentlicht. Als zentrale Gegenmaßnahme wird die Normalisierung von Unicode-Tag-Zeichen in E-Mail-Inhalten empfohlen. Dieser Prozess stellt sicher, dass manipulierte Zeichenfolgen vor der Filterprüfung bereinigt werden, wodurch die Tarnung der Phishing-Begriffe aufgehoben wird.

Die aktuelle Warnung unterstreicht den trend, dass Cyberkriminelle zunehmend auf subtile Zeichensatz-Manipulationen setzen, um die wachsende Effizienz KI-gestützter Sicherheitsfilter zu unterlaufen. Experten raten Unternehmen dazu, ihre E-Mail-Sicherheitsprotokolle dahingehend zu überprüfen, ob solche verdeckten Unicode-Elemente zuverlässig erkannt und neutralisiert werden können.

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