Phishing-Alarm: KI-Angreifer knacken Gmail und Robinhood mit Text-Salting
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 16:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Generation von Phishing-Angriffen nutzt Künstliche Intelligenz und trickst selbst moderne Sicherheitssysteme aus.
Betroffen sind Nutzer von Plattformen wie X, MetaMask und Robinhood — aber auch staatliche Stellen geraten ins Visier.
Text-Salting: So umgehen Angreifer die Spam-Filter
Seit April haben Sicherheitsforscher über eine Million Phishing-E-Mails registriert, die eine Methode namens „Text-Salting“ einsetzen. Die Angreifer verstecken KI-generierte, harmlose Textbausteine im HTML-Code. Ziel: automatisierte Spam-Filter von Gmail und Google Workspace austricksen.
Besonders perfide: Die Täter nutzen eine HTML-Injection in den Benachrichtigungssystemen von Robinhood sowie den „Gmail-Punkt-Trick“. So versenden sie täuschend echte Sicherheitswarnungen. Diese bestehen gängige Authentifizierungsprüfungen wie SPF, DKIM und DMARC und stammen scheinbar von offiziellen Absenderadressen.
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Die Devise der Experten: Links in solchen Mails niemals direkt anklicken. Stattdessen die offiziellen Apps oder Webseiten manuell aufrufen.
Krypto-Wallets und soziale Netzwerke im Visier
Auch Besitzer digitaler Vermögenswerte sind betroffen. Die Sicherheitsfirma SlowMist warnt vor einer Kampagne gegen MetaMask-Nutzer. Gefälschte E-Mails mit MetaMask-Branding fordern eine angebliche Zwei-Faktor-Verifizierung (2FA). Das Ziel: die Nutzer zur Preisgabe ihrer Seed-Phrase auf einer manipulierten Website bewegen.
Die Zahlen sind alarmierend: 2025 sanken die Verluste durch Krypto-Phishing laut Marktbeobachtern um 83 Prozent auf rund 84 Millionen US-Dollar. Doch mit der Markterholung rechnen Experten für dieses Jahr wieder mit einem Anstieg.
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Parallel kursieren gefälschte Login-Benachrichtigungen für die Plattform X. Sie imitieren Layout, Logos und Farben nahezu perfekt. Ein ESET-Experte rät, die Absenderadressen genau zu prüfen: Offizielle Mitteilungen von X kommen ausschließlich von spezifischen Unternehmens-Domains und fragen niemals Passwörter per E-Mail ab.
Staatliche Stellen im Fokus: Von Signal bis zum KBA
Nicht nur Unternehmen sind betroffen. Der Generalbundesanwalt ermittelt seit Februar wegen einer Phishing-Kampagne gegen den Messenger-Dienst Signal. Auch hochrangige politische Amtsträger sollen ins Visier geraten sein.
Eine weitere perfide Masche: das sogenannte „Quishing“. Betrüger verschicken physische Briefe mit QR-Codes, die auf gefälschte Bankseiten leiten. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verschickt aktuell rund 200.000 echte Briefe zur Fahrleistungserhebung. Kriminelle nutzen dies laut Behörden als Vorwand für parallele Phishing-Versuche.
Regulierungsbehörden warnen zudem vor dem „Boss Scam“. Hier geben sich Angreifer über WhatsApp oder Microsoft Teams als Führungskräfte aus und fordern dringende Überweisungen. In Indien warnten Behörden vor gefälschten E-Mails zum angeblichen Download von Steuerdokumenten. In einem anderen Fall konnte die Identität eines mutmaßlichen Täters ermittelt werden, der durch einen vorgetäuschten Coinbase-Support über zwei Millionen US-Dollar erbeutet haben soll.
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