Phishing-Alarm: 40,8% der SMS-Betrügereien zielen auf Finanzen
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 18:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Von Japan bis Irland: Betrüger geben sich als Behörden, Hilfsorganisationen und Arbeitgeber aus. Die Masche ist immer ähnlich – und die Schäden sind enorm.
Die Warnungen kommen aus mehreren Ländern gleichzeitig: Kriminelle nutzen aktuelle Ereignisse und vertrauenswürdige Institutionen, um an Geld und Daten zu gelangen. Besonders perfide: Sie geben sich als Katastrophenhelfer, Krankenkassen oder sogar Regierungsstellen aus. Für Verbraucher in Deutschland und Europa heißt das: höchste Wachsamkeit ist geboten.
Falsche Spendenaufrufe nach dem Erdbeben in Kumamoto
Nach dem schweren Erdbeben in der japanischen Präfektur Kumamoto am 28. Juli schlagen Hilfsorganisationen Alarm. Das Japanische Rote Kreuz berichtet von gefälschten Spenden-E-Mails, die das offizielle Logo der Organisation missbrauchen. Die Betrüger integrieren darin Bezahlfunktionen wie PayPay oder geben eigene Kontodaten an, um Spenden umzuleiten. Die Organisation stellt klar: Sie fordert niemals Spenden über solche Kanäle an. Verbraucher sollten Absenderadressen genau prüfen.
Auch die japanische Finanzaufsicht und die Polizei warnen vor Betrug im Zusammenhang mit der Katastrophe. Bei früheren Erdbeben gab es bereits ähnliche Vorfälle: falsche Spendensammler an der Haustür und Telefonbetrüger, die sich als Gemeindevertreter ausgaben. In der Präfektur Fukuoka locken zudem angebliche Handwerker mit günstigen Reparaturarbeiten – und verschwinden nach der Anzahlung.
Warnungen aus Irland und Indien
In Irland warnt der Gesundheitsdienst HSE vor betrügerischen SMS, die angeblich von der Behörde stammen. Die Nachrichten behaupten, für die Verlängerung von Krankenversicherungskarten sei eine Zahlung nötig. Über manipulierte Links sollen die Empfänger ihre Bankdaten preisgeben. Die HSE betont: Sie fordert niemals Zahlungen oder Kontoinformationen per SMS an.
In Indien hat das Cyber-Sicherheitsbüro des Bundesstaats Telangana eine Warnung zu einem Sozialprogramm herausgegeben. Betrüger geben sich als Beamte des Indiramma-Wohnungsbauprogramms aus und verlangen über gefälschte Websites eine Sicherheitskaution von umgerechnet rund 110 Euro. In manchen Fällen installieren die Täter zudem Fernzugriffs-Apps auf den Geräten ihrer Opfer. In Bengaluru verlor ein 82-Jähriger umgerechnet rund 3.800 Euro an angebliche Wahlbeamte, die Verwaltungsformulare prüfen wollten.
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Goldmünzen und Jobangebote als Betrugsmasche
In den USA ermittelt die Polizei in Wisconsin in einem besonders dreisten Fall: Eine Frau verlor umgerechnet rund 380.000 Euro, nachdem Betrüger sie überzeugt hatten, Goldmünzen zu kaufen und einem Kurier zu übergeben. Ähnliche Fälle gibt es in Maine, wo sich Kriminelle als Regierungsbeamte ausgeben und ihre Opfer dazu bringen, Ersparnisse in angeblichen Tresoren zu „sichern“ – die dann verschwinden.
Jamaikas Arbeitsministerium warnt vor gefälschten Jobangeboten, die als Deckmantel für Menschenhandel dienen. Bis Juni wurden 47 illegale Online-Jobvermittler identifiziert, im Juli kamen 16 weitere hinzu.
Phishing-Trends: Finanzinstitute im Visier
Ein Bericht des japanischen Sicherheitsunternehmens Tobira Systems zeigt: Im Juni 2026 entfielen 40,8 Prozent der betrügerischen SMS auf Nachrichten, die angeblich von Finanz- und Zahlungsdiensten stammen. Auch gefälschte Online-Shop-Nachrichten nehmen zu – ihr Anteil stieg auf 13,8 Prozent. Zunehmend nutzen Kriminelle internationale Anrufe für sogenanntes „Voice Phishing“ gegen Unternehmen.
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Auch die E-Mail-Sicherheit bleibt ein Schwachpunkt. Die japanische Akkreditierungsstelle JAB bestätigte, dass ein Mitarbeiterkonto Ende Juli von Unbefugten gekapert wurde – anschließend verschickten die Täter betrügerische E-Mails im Namen der Behörde. Am 3. August meldeten auch japanische Universitäten Phishing-Versuche, die auf Zugangsdaten und Kreditkarteninformationen abzielen.
Was Verbraucher tun können: Unabhängig vom Land gilt: Behörden und seriöse Organisationen fordern niemals per SMS, E-Mail oder Telefon zu Zahlungen auf. Bei Unsicherheit hilft ein Anruf bei der offiziellen Stelle – aber über die auf der Website angegebene Nummer, nicht über die Kontaktdaten in der verdächtigen Nachricht.
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