Philippinen: Überweisungen für 9,5 Millionen ab morgen gebührenfrei
Veröffentlicht: 30.06.2026 um 07:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die philippinische Zentralbank (BSP) hat einen neuen Regulierungsrahmen eingeführt, der die Gebühren für digitale Transaktionen drastisch senken soll. Bank of the Philippine Islands (BPI) wird als erstes großes Institut die Kosten für Überweisungen über die Systeme InstaPay und PESONet komplett streichen – ein Schritt, von dem über 9,5 Millionen App-Nutzer profitieren.
Neue Regeln für faire Preise
Der am 17. Juni veröffentlichte BSP-Rundbrief Nr. 1238 schreibt vor, dass Gebühren für Überweisungen zwischen verschiedenen Banken nicht wesentlich höher sein dürfen als für interne Transaktionen. Jede Abweichung muss künftig durch tatsächliche Netzwerkkosten begründet werden – etwa durch die Gebühren von BancNet für InstaPay oder der Philippine Clearing House Corporation (PCHC) für PESONet.
Die Finanzinstitute sind nun verpflichtet, detaillierte Kostenanalysen vorzulegen. Die Verschärfung kommt nur wenige Wochen nach dem Ende eines fünfjährigen Moratoriums für Gebührenerhöhungen, das der Währungsrat am 4. Juni aufgehoben hatte. Die Zentralbank will damit einen Balanceakt schaffen: Banken dürfen Preise anpassen, aber nicht zulasten der Verbraucher.
BSP-Gouverneur Remolona betont, dass niedrigere Transaktionskosten entscheidend für die digitale Adoption seien. Eine Umfrage aus dem vierten Quartal 2025 untermauert dies: Jeder dritte Filipino nannte hohe Gebühren als Haupthindernis für die Nutzung digitaler Bezahldienste.
Kleinstunternehmen im Fokus
Die Reform geht über reine Gebührensenkungen hinaus. Neue Regeln erlauben es Kleinstunternehmen – definiert als Betriebe mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu umgerechnet rund 4.000 Euro –, offizielle Konten mit der National-ID oder anderen Dokumenten zu eröffnen.
Ab morgen werden Überweisungen für Millionen Filipinos günstiger – BPI streicht als erste Bank die Gebühren für InstaPay und PESONet komplett. Nutzen auch Sie die neuen Regeln und sparen Sie ab sofort bei jeder Überweisung. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Selbst einfache Nachweise wie Barangay-Genehmigungen, Selbstauskünfte oder Belege für Aktivitäten auf digitalen Marktplätzen reichen künftig aus. Das soll gerade die unzähligen Sari-Sari-Läden und anderen Kleinhändler in das reguläre Finanzsystem integrieren und den digitalen Handel ankurbeln.
Rekordvolumen und starke Bankbilanzen
Der Vorstoß für niedrigere Gebühren kommt zu einem Zeitpunkt, da die digitalen Zahlungsvolumen explodieren. In den ersten fünf Monaten 2026 erreichten sie umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Getrieben wird das Wachstum von hochwertigen Transaktionen über PESONet und Überweisungen bis zu umgerechnet etwa 760 Euro über InstaPay.
BPI, die nach Bilanzsumme zweitgrößte Bank des Landes mit umgerechnet rund 55 Milliarden Euro, zeigte sich finanziell robust. Der Nettozinsertrag stieg 2025 um 16 Prozent auf umgerechnet rund 2,25 Milliarden Euro, die Gesamterlöse erreichten knapp drei Milliarden Euro. BPI-Präsident Limcaoco erklärte, die Abschaffung der Gebühren für Mobile-Banking- und E-Wallet-Transaktionen werde die digitale Adoption weiter beschleunigen.
Geldpolitik im Spannungsfeld
Jeder dritte Filipino nennt hohe Gebühren als Haupthindernis für digitale Zahlungen – das ist ab morgen vorbei. Mit der neuen BSP-Regelung senken Sie Ihre Kosten und schützen Ihr Geld vor Währungsverlust. Gebührenfrei überweisen – Leitfaden sichern
Die Regulierung digitaler Zahlungen ist nur ein Teil eines größeren geldpolitischen Puzzles. Am 18. Juni erhöhte die BSP den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,75 Prozent – eine Reaktion auf die Inflation, die über der Zielspanne von zwei bis vier Prozent liegt. Hintergrund ist auch die Währungsvolatilität: Der philippinische Peso erreichte am 18. Mai mit 61,75 zum Dollar ein Allzeittief, ausgelöst durch internationale Spannungen.
Analysten der MUFG Bank warnen, dass die Zinserhöhungen den Peso zwar stützen könnten, die Währung aber angesichts hoher US-Zinsen anfällig bleibe. Die BSP hat ihre Prognose für das Leistungsbilanzdefizit 2026 auf umgerechnet rund 163 Milliarden Euro nach oben korrigiert – das entspricht 2,1 Prozent des BIP. Die Direktinvestitionsprognose liegt bei umgerechnet rund 107 Milliarden Euro, die Währungsreserven sollen bis Jahresende umgerechnet rund 1,6 Billionen Euro erreichen.
