Phi-Silica, Millionen

Phi-Silica für Millionen: Microsoft öffnet KI für RTX-30-Grafikkarten

12.06.2026 - 18:14:20 | boerse-global.de

Entwickler können Phi-Silica-Modelle nun auf Nvidia-Grafikkarten ohne spezielle KI-Chips nutzen.

Microsoft öffnet lokale KI für Nvidia RTX 30 und neuer
Phi-Silica - A glowing Nvidia GeForce RTX 30 series graphics card inside a computer, with digital code overlays, symbolizing AI and GPU support. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bisher war die lokale Sprach-KI von Microsoft exklusiv den Copilot+-PCs mit speziellen NPUs vorbehalten. Das ändert sich jetzt grundlegend. Mit einem neuen Software-Entwicklungskit können Entwickler die Phi-Silica-Modelle auf Systemen mit Nvidia GeForce RTX 30 Serie oder neuer nutzen.

Der große Schritt in die Breite

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Die Entscheidung ist strategisch klug: Ende 2024 besaßen gerade einmal 15 Prozent der Windows-11-Nutzer ein Copilot+-zertifiziertes Gerät. Die installierte Basis an RTX-30-Grafikkarten liegt dagegen bei über zehn Millionen Stück – und jede davon kann KI-Aufgaben übernehmen.

Die Integration läuft über die neuen Windows.AI.Text-APIs. Das Phi-Silica-Modell wird bei Bedarf per Windows Update heruntergeladen und ermöglicht lokale Textaufgaben wie Zusammenfassungen, Umformulierungen oder die Generierung von Eingabeaufforderungen. Nvidia bekommt den Vorzug, doch Microsoft stellte bereits Unterstützung für AMD-Grafikkarten in Aussicht.

Was Entwickler brauchen

Das Update ist Teil des Windows App SDK 2.2 Experimental 9 und richtet sich zunächst an Entwickler. Voraussetzungen:

  • Windows 11 Version 25H2
  • Entwicklermodus aktiviert
  • Nvidia RTX 30 Serie oder höher mit mindestens 6 GB VRAM
  • Nvidia-Treiber Version 615.21 Beta

Die technische Dokumentation warnt allerdings: GPUs arbeiten bei KI-Aufgaben mit höherer Latenz und mehr Stromverbrauch als die spezialisierten NPUs der Copilot+-Geräte.

Was exklusiv bleibt

Trotz der Öffnung bleiben einige Flaggschiff-Funktionen den NPU-Geräten vorbehalten. Windows Recall und Click to Do benötigen weiterhin einen dedizierten KI-Chip und sind über die neuen GPU-APIs nicht nutzbar.

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Der KI-PC-Boom

Der Schritt kommt nicht überraschend. Marktforscher von Canalys meldeten, dass 2025 weltweit über 100 Millionen KI-fähige PCs ausgeliefert wurden. Nvidia selbst treibt die Entwicklung voran: Ende Mai kündigte das Unternehmen den RTX Spark Superchip an – ein Arm-basierter Prozessor, der eine Grace-CPU mit einer Blackwell-GPU kombiniert. Bis zu 1 Petaflop KI-Leistung verspricht der Chip, der ab Herbst 2026 in Geräten von ASUS, Dell, HP und Lenovo verbaut werden soll. Microsoft und Adobe optimieren bereits ihre Software für diese Architektur.

Parallel dazu testet Microsoft im Windows-Insider-Programm eine „Shared Audio“-Funktion für Copilot+-Geräte. Sie ermöglicht gleichzeitiges Streaming auf zwei Bluetooth-LE-Audio-Geräte – zunächst auf ausgewählten Surface-Modellen mit Snapdragon-X-Chips.

de | wissenschaft | 69528908 |