Pflegeplatz-Kosten, Eigenanteil

Pflegeplatz-Kosten: Eigenanteil springt auf 3.364 Euro monatlich

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 03:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Eigenanteile für Pflegeheime erreichen im Juli 2026 einen neuen Höchststand. Immer mehr Senioren sind auf staatliche Hilfe angewiesen.

Pflegeheim-Eigenanteil steigt auf 3.364 Euro: Hilfe zur Pflege stark nachgefragt
Eine ältere Hand hält eine andere Hand, im Hintergrund unscharf eine Finanzübersicht. Symbolisiert Pflege und steigende Kosten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Betroffene können die Kosten nicht mehr stemmen und sind auf staatliche Hilfe angewiesen. Besonders in Norddeutschland zeigt sich der Trend deutlich.

Hilfe zur Pflege: Fallzahlen steigen drastisch

In Hamburg bezogen Ende 2025 bereits 12.640 Menschen Hilfe zur Pflege – ein Plus von fünf Prozent zum Vorjahr. Rund 53 Prozent von ihnen wurden stationär versorgt. Die meisten Empfänger waren über 64 Jahre alt (84 Prozent), der Frauenanteil lag bei 63 Prozent.

Auch Schleswig-Holstein verzeichnet einen Anstieg. 11.625 Pflegebedürftige erhielten dort Sozialhilfe, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig: Mit 85 Prozent lag der Anteil der stationär Gepflegten deutlich höher als in Hamburg. Auch hier dominieren Senioren über 64 (81 Prozent) und Frauen (62 Prozent).

3.364 Euro pro Monat: Was Heimbewohner zahlen müssen

Die finanzielle Belastung hat sich im ersten Halbjahr 2026 weiter verschärft. Laut Verband der Ersatzkassen (VDEK) lag der bundesweite Eigenanteil im ersten Jahr der Unterbringung am 1. Juli 2026 bei durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat. Das sind 119 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 256 Euro mehr als im Juli 2025.

Die regionalen Unterschiede sind enorm:

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Die Eigenanteile für Pflegeheime steigen rasant – im Juli 2026 auf durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat. Viele Angehörige wissen nicht, dass sie Anspruch auf Hilfe zur Pflege haben. Unser Ratgeber zeigt, wie Sie die Leistungen beantragen, das günstigste Pflegeheim in Ihrem Bundesland finden und Ihr Vermögen schützen. Jetzt kostenlosen Pflegekosten-Ratgeber anfordern

  • Bremen ist mit 3.761 Euro Spitzenreiter
  • Saarland folgt mit 3.695 Euro
  • Hamburg verzeichnet 3.481 Euro – 302 Euro mehr als im Vorjahr
  • Bayern liegt bei 3.270 Euro (+176 Euro)
  • Sachsen-Anhalt ist mit 2.891 Euro am günstigsten

So setzen sich die Kosten zusammen

Der monatliche Gesamtbetrag besteht aus mehreren Komponenten. Im Schnitt entfallen 1.775 Euro auf den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE), 1.068 Euro auf Unterkunft und Verpflegung sowie 521 Euro auf Investitionskosten.

Die Hilfe zur Pflege greift erst, wenn das verwertbare Vermögen unter 10.000 Euro liegt. Kinder müssen erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro mitzahlen. Einige Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bieten zudem Pflegewohngeld als Ergänzung.

System in der Krise: Milliardendefizit erwartet

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Bis zu 650 Euro pro Monat könnten Pflegeheimbewohner sparen, wenn die Bundesländer die Investitionskosten übernähmen – fordert der VDEK. Doch bis dahin müssen Betroffene selbst handeln. Unser Ratgeber erklärt, welche Bundesländer Pflegewohngeld zahlen, wie die Vermögensgrenze von 10.000 Euro richtig berechnet wird und wann Kinder nicht zahlen müssen. Pflegekosten-Ratgeber jetzt kostenlos anfordern

Experten sehen die Pflegeversicherung vor einer Zerreißprobe. Der VDEK prognostiziert für 2027 ein Defizit von 7,6 Milliarden Euro. Die geplante Reform der Entlastungszuschläge verschärft die Situation zusätzlich: Höhere Zuschussstufen sollen künftig erst nach 18 statt nach 12 Monaten greifen.

Die Forderungen der Verbände sind klar. Der VDEK schlägt vor, dass die Bundesländer die Investitionskosten übernehmen – das würde Bewohner um durchschnittlich 650 Euro pro Monat entlasten. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Schleswig-Holstein geht noch weiter und fordert den Ausbau zur Vollversicherung. Dort sind die Investitionskosten auf rund 573 Euro gestiegen, der gesamte Eigenanteil liegt bei 3.148 Euro – ein Plus von 8,1 Prozent zum Vorjahr.

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