Pflegenotstand, Kliniken

Pflegenotstand: 80 japanische Kliniken testen humanoide Assistenten

03.06.2026 - 12:39:30 | boerse-global.de

Marubun vertreibt den modularen Roboter RPX-100 für Kliniken und Fabriken. Die Branche zeigt zahlreiche weitere Innovationen.

Pflegenotstand: 80 japanische Kliniken testen humanoide Assistenten - Bild: über boerse-global.de
Pflegenotstand: 80 japanische Kliniken testen humanoide Assistenten - Bild: über boerse-global.de

Der japanische Elektronikkonzern Marubun will mit dem Mehrzweckroboter RPX-100 gegen den akuten Arbeitskräftemangel in Kliniken und Fabriken vorgehen. Das Unternehmen gab am Mittwoch bekannt, einen Vertriebsvertrag mit dem Hersteller RoboPath unterzeichnet zu haben.

Flexibler Helfer für Krankenhaus und Industrie

Der RPX-100 ist als modulares System konzipiert. Je nach Bedarf lassen sich Aufsätze für Transport- oder Reinigungsaufgaben montieren. Besonders praktisch: Der Roboter kann sich mit Aufzugssteuerungen verbinden und selbstständig zwischen mehreren Stockwerken bewegen.

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Hochpräzise Sensoren ermöglichen die sichere Navigation auch in komplexen Umgebungen. Marubun setzt darauf, mit dem RPX-100 Personallücken in Krankenhäusern und Industrieanlagen zu schließen – genau dort, wo autonome Lieferdienste und Gebäudereinigung immer stärker nachgefragt werden.

Roboter-Branche erlebt Innovationsschub

Die Ankündigung ist nur eine von mehreren wichtigen Neuigkeiten aus der Robotik-Branche in dieser Woche. Bereits am Montag präsentierte Pudu Robotics den PUDU D7, einen industriellen semi-humanoiden Roboter der nächsten Generation. Das zwei Meter hohe Gerät verfügt über zwei Arme, die bis zu 14 Kilogramm bewegen können. Dank eines autonomen Batteriewechselsystems ist ein 24-Stunden-Dauerbetrieb möglich.

Ebenfalls am Montag gab RoboStore bekannt, die Vertriebsführung für den humanoiden Roboter Unitree H2 Plus in den USA zu übernehmen. Das Modell dient als Referenzdesign für NVIDIAs Isaac-GR00T-Plattform und ist mit einem Jetson-Thor-Prozessor ausgestattet, der 2.070 TFLOPS leistet. Mit 75 Freiheitsgraden und einer Nutzlast von 15 Kilogramm kann der Roboter aus Dutzenden realen Demonstrationen lernen – das reduziert den Datenaufwand im Vergleich zu bisherigen Methoden erheblich.

Hotel der Zukunft setzt auf Robotik

Die Integration von Robotern in die Gastronomie und Hotellerie beschleunigt sich ebenfalls. Pudu Robotics und Shenzhen CTID gaben am Montag eine strategische Partnerschaft bekannt: Auf der West Artificial Island der Shenzhen-Zhongshan-Brücke entsteht das nach eigenen Angaben erste vollständig roboterbetriebene Hotel der Welt. Der Pilotbetrieb soll Ende 2026 starten. Roboter übernehmen dann Aufgaben vom Check-in über den Zimmerdienst bis zur Reinigung und dem Restaurantbetrieb. Der schrittweise Rollout ist bis 2030 geplant.

Auf der Computex 2026 in Taipeh präsentierte ASUS am Dienstag seinen Service-Roboter Kairo sowie einen Begleitroboter für die häusliche Altenpflege. Beide werden über die integrierte KI-Plattform Maestro gesteuert. Zeitgleich brachte VinDynamics, eine Tochter des Vingroup-Konzerns, den humanoiden Roboter Dyno für den südostasiatischen Sicherheits- und Servicemarkt auf den Markt.

Flexible Lösungen für Logistik und Infrastruktur

Auch in der Logistikbranche hält die Automatisierung Einzug. Der Dienst Roboware von Gaussy startete am Dienstag ein Programm zur kurzfristigen Anmietung von Regaltransport-Robotern. Logistikdienstleister können die Roboter bereits für einen Monat buchen – ideal für Spitzenzeiten wie Black Friday oder das Weihnachtsgeschäft.

In der Infrastruktur-Wartung gelang einem Konsortium aus NTT Group, 1FINITY und Mitsubishi Chemical ein Durchbruch: Über eine Distanz von 700 Kilometern zwischen Tokio und einer Anlage in Okayama steuerte ein Team erfolgreich einen vierbeinigen Roboter zur Ferninspektion. Das System erkannte Anomalien und Risse mithilfe digitaler Zwillingstechnologie – bei einer Latenz von unter 500 Millisekunden und einer Paketverlustrate von unter 0,1 Prozent.

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Pflegenotstand treibt Entwicklung voran

Roboterlösungen gelten zunehmend als Notwendigkeit für die alternden Gesellschaften in Japan und den USA. Bereits im März 2026 hatten sich mehr als 80 große japanische Pflegeorganisationen verpflichtet, mit Startups zusammenzuarbeiten, um humanoide Pflegeassistenten zu entwickeln. Die ersten Praxistests sollen im Sommer 2026 beginnen – angesichts eines prognostizierten Fehlens von rund 250.000 Pflegekräften.

In den USA kommt der Roboter Stretch 4 in der häuslichen Pflege zum Einsatz. Für rund 30.000 Euro erinnert er Demenzpatienten an die Medikamenteneinnahme und begleitet sie bei Übungen. Die Entwicklungen zeigen: Die globale Robotik-Branche arbeitet mit Hochdruck daran, physische KI für die Pflege nutzbar zu machen – der Fachkräftemangel lässt keine Zeit für lange Wartezeiten.

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