Pflegende Angehörige: Vortrag in Hochegg rückt Belastungen in den Fokus
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die enge Verzahnung von stationärer Versorgung und gemeinschaftlicher Selbsthilfe gewinnt im klinischen Alltag zunehmend an Bedeutung. Am Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg fand am Standort Hochegg ein Treffen der regionalen Selbsthilfegruppen statt, wie aus einem Bericht der Landesgesundheitsagentur vom 9. Oktober 2026 hervorgeht.
Die Klinik nimmt bei dieser Kooperation eine langjährige Rolle ein: Bereits seit dem Jahr 2011 ist das Haus als selbsthilfefreundliches Krankenhaus zertifiziert. Diese Auszeichnung steht für einen strukturierten Rahmen, der darauf abzielt, die Perspektiven und Erfahrungen von Betroffenen sowie Angehörigen systematisch in den Behandlungs- und Betreuungsalltag zu integrieren.
Vernetzung von Patientenorganisationen und klinischer Versorgung
Das Treffen diente dem kontinuierlichen Austausch zwischen dem Klinikpersonal und einer breiten Reihe spezialisierter Patientenorganisationen. Zu den festen Partner-Selbsthilfegruppen des Universitätsklinikums am Standort Hochegg zählen unter anderem PH Austria, COPD Austria und das Lungenkrebsforum Austria, die sich mit schweren Erkrankungen der Lunge befassen.
Darüber hinaus gehören auch neurologisch orientierte Initiativen wie der MS-Club NÖ Süd, die Gruppe Schlaganfall Wr. Neustadt sowie Dystonie NÖ Süd zu den Kooperationspartnern der Klinik.
Durch diese thematische Bandbreite deckt die Zusammenarbeit sowohl pneumologische als auch neurologische Krankheitsbilder ab, die für viele Patientinnen und Patienten eine langfristige medizinische und psychosoziale Begleitung erfordern.
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Die kontinuierliche Einbindung solcher Organisationen soll es ermöglichen, Versorgungsbedarfe über den rein stationären Aufenthalt hinaus zu erfassen und Betroffene frühzeitig an etablierte Netzwerke zu vermitteln.
Unterstützung für pflegende Angehörige im Mittelpunkt
Organisiert wurde die Zusammenkunft von der Selbsthilfepartnerin DGKP Sandra Scherz, die an der Schnittstelle zwischen den Gruppen und dem Klinikbetrieb tätig ist.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Situation des häuslichen Umfelds: Im Rahmen eines Vortrags über pflegende Angehörige thematisierte die Sozialarbeiterin Vanessa Meerkatz, BA, die vielschichtigen Anforderungen und Belastungen, denen Familienmitglieder im Alltag chronisch erkrankter Menschen ausgesetzt sind.
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Für Einrichtungen mit dem Zertifikat eines selbsthilfefreundlichen Krankenhauses gehört es zum Konzept, nicht allein die unmittelbar Behandelten im Blick zu behalten, sondern auch pflegende Bezugspersonen gezielt einzubinden und mit Hilfsangeboten vertraut zu machen.
Das Treffen am Standort Hochegg verdeutlicht, wie eine organisatorisch verankerte Kooperation zwischen Pflegefachkräften, Sozialarbeit und ehrenamtlichen Selbsthilfeinitiativen den Übergang zwischen Klinik und ambulanter Lebenswirklichkeit unterstützen kann.

