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Pflegende Angehörige: Meta-Studie zeigt dramatische Versorgungslücke

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine internationale Studienauswertung zeigt: Viele pflegende Angehörige wünschen psychologische Hilfe, doch nur wenige nutzen Beratungsangebote tatsächlich.

Pflegende Angehörige: Große Lücke bei psychischer Unterstützung
Ein leerer Holzstuhl vor einem Fenster in einem ruhig beleuchteten Wohnzimmer, der eine Atmosphäre der Stille vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die psychische Gesundheit von Menschen, die Familienmitglieder zu Hause pflegen, steht zunehmend im Fokus der Wissenschaft. Eine umfassende Untersuchung in der Fachzeitschrift "Psychology & Health" liefert aktuelle Erkenntnisse zur Situation pflegender Angehöriger.

Die Analyse basiert auf der Auswertung von 29 Studien aus den vergangenen zwei Jahrzehnten, die Daten aus Europa, den USA, Kanada und Australien zusammenführen. Insgesamt wurden für diese Meta-Studie die Angaben von mehr als 81.000 Betroffenen herangezogen.

Hoher Bedarf an psychologischer Beratung bleibt oft ungedeckt

Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass pflegende Angehörige in erheblichem Maße auf zusätzliche psychische Unterstützung angewiesen sind. Dennoch zeigt sich laut den Studienautoren eine deutliche Diskrepanz zwischen dem geäußerten Bedarf und der tatsächlichen Inanspruchnahme von Hilfen.

Demnach habe zwar etwa jede dritte pflegende Person den Wunsch nach einer professionellen Beratung, doch faktisch nehme weniger als jede sechste ein solches Angebot auch tatsächlich wahr.

Diese Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit weist auf strukturelle Defizite in der Begleitung der Pflegenden hin. Experten bewerten den Bedarf an psychischer Unterstützung als dringend, da die dauerhafte Belastung durch die häusliche Pflege häufig zu mentalen Erschöpfungszuständen führen kann.

Barrieren bei der Nutzung staatlicher Unterstützungsleistungen

Ähnliche Tendenzen lassen sich bei staatlich organisierten Hilfs- und Beratungsangeboten beobachten. Die Analyse legt dar, dass rund 40% der pflegenden Angehörigen grundsätzlich Interesse an staatlicher Unterstützung bekunden. In der Praxis werde dieser Rückhalt jedoch nur von etwa 10% der Zielgruppe genutzt.

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Die Ursachen für diese geringe Nutzungsrate werden in der Studie zwar nicht im Einzelnen aufgeschlüsselt, doch die Zahlen legen nahe, dass bestehende Hürden beim Zugang zu den Systemen die flächendeckende Versorgung behindern. Dies betrifft sowohl die Bekanntheit der Programme als auch deren Niederschwelligkeit für Menschen, die zeitlich durch Pflegeaufgaben stark eingebunden sind.

Relevanz der häuslichen Pflege in Deutschland

Wie bedeutend eine verbesserte Unterstützungsinfrastruktur insbesondere für den deutschen Sozialraum ist, unterstreichen statistische Erhebungen zur Pflege. Für das Jahr 2023 wurden in Deutschland etwa 4,9 Mio. häuslich versorgte Pflegebedürftige registriert. Die Zahl der pflegenden Angehörigen, die diese immense Aufgabe bewältigen, wird auf geschätzt 7,1 Mio. Personen beziffert.

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Angesichts dieser Größenordnung und der Ergebnisse der internationalen Studienauswertung wird deutlich, dass die psychische Stabilisierung pflegender Angehöriger eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe bleibt.

Ohne eine effektive Ausweitung und bessere Vermittlung von Beratungsangeboten droht ein wesentlicher Teil der häuslichen Pflegeinfrastruktur unter der psychischen Last der Helfenden zu leiden. Die Forscher betonen in ihrer Auswertung daher die Notwendigkeit, Unterstützungsmaßnahmen präziser auf die Lebensrealität der Betroffenen zuzuschneiden.

Mehr zum Thema bei FAZ: „Studie: Pflegende Angehörige benötigen mehr psychische Hilfe“

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