Pflegekräftemangel, Kräfte

Pflegekräftemangel: Bis 2049 könnten bis zu 690.000 Kräfte fehlen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Fachtagung verbindet Impulse zur Pflegepraxis mit Themen wie beruflicher Gesundheit, Qualifizierung und neuen Versorgungskonzepten.

Dießener Pflegesymposium 2026: Gesundheit und Praxis im Fokus
Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Klosterhof mit alten Steinbögen und einer gepflegten Gartenanlage. Illustration mit AI erstellt.

Die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen richtet am 9. Oktober 2026 das fünfte Dießener Symposium für Pflegekräfte aus. Die Fachtagung im Traidtcasten im Klosterhof 10 in Dießen widmet sich von 9 bis 17 Uhr zentralen Aspekten der pflegerischen Praxis.

Das Programm richtet sich an Fachkräfte aus allen Bereichen der Pflege und legt Schwerpunkte auf Vorträge, praxisorientierte Workshops sowie den professionellen Austausch über Arbeitsbedingungen, die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden im Beruf.

Fachlicher Dialog über Belastungen und Resilienz

Die Veranstaltung greift die vielschichtigen Anforderungen auf, denen Pflegekräfte im Versorgungsalltag gegenüberstehen. Im Zentrum der Workshops und Vortragsreihen stehen Strategien zum Erhalt der eigenen psychischen und körperlichen Gesundheit sowie Ansätze, um den Berufsalltag trotz hoher Arbeitsdichte nachhaltig zu gestalten. Der interkollegiale Austausch soll den Teilnehmenden konkrete Impulse für die Praxis bieten.

Der Bedarf an solchen Angeboten zur Stärkung der Belegschaften wächst vor dem Hintergrund struktureller Herausforderungen im Gesundheitswesen. Nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes könnten in Deutschland bis zum Jahr 2049 je nach Berechnungsszenario zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte fehlen. Vor diesem Hintergrund gewinnen Maßnahmen zur Mitarbeitergesundheit und zur Unterstützung des bestehenden Personals branchenweit an Relevanz.

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Neue Ansätze bei Akademisierung und Qualifikation

Neben Maßnahmen zur Gesunderhaltung rücken Initiativen zur beruflichen Weiterentwicklung in den Fokus vieler Einrichtungen. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden startet im Oktober 2026 ein zwölfmonatiges Traineeprogramm für 13 Pflegekräfte mit Bachelorabschluss.

Die Teilnehmenden sollen nach Abschluss in der direkten Patientenversorgung arbeiten und die evidenzbasierte Pflege weiterentwickeln. Das Programm eröffnet zudem Perspektiven für ein anschließendes Masterstudium zur Etablierung als Advanced Practice Nurse.

Gleichzeitig setzen Kliniken auf strukturierte Prozesse bei der Integration internationaler Beschäftigter, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Am Universitätsklinikum Gießen und Marburg erlangten 26 internationale Fachkräfte nach bestandener Kenntnisprüfung die staatliche Anerkennung, darunter 23 Personen im Bereich der Pflege und drei Fachkräfte für medizinische Radiologietechnologie.

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Die Absolventen stammen aus Indien, dem Iran, dem Kosovo, Tunesien, Turkmenistan und der Türkei; vorausgegangen waren Anpassungslehrgänge, die je nach individuellem Bedarf zwischen drei und 36 Monaten dauern.

Nach Erhebungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft liegt der Anteil ausländischer Beschäftigter in deutschen Krankenhäusern derzeit bei rund 22,5 Prozent, während der geschätzte Anteil in der Krankenpflege rund 20 Prozent beträgt.

Innovative Konzepte und veränderte Rahmenbedingungen

Zusätzlich zur personellen Sicherung beeinflussen fachliche Weiterentwicklungen den Pflegealltag. Am Universitätsklinikum Heidelberg wurde am 22. September 2026 das Projekt eines ganzheitlichen, interprofessionellen Schmerzdienstes auf der gerontopsychiatrischen Station Tellenbach mit dem ersten Platz des Heidelberger Pflegepreises ausgezeichnet.

Die Ergebnisse unterstreichen den Nutzen multimodaler und berufsgruppenübergreifender Behandlungsmodelle bei Schmerzen in der psychiatrischen Versorgung.

Auch der gesetzliche Rahmen erfährt Veränderungen: Seit dem 1. Januar 2026 verankert das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege standardisierte Pflegediagnosen als Grundlage eigenverantwortlichen fachlichen Handelns.

Fachveranstaltungen wie das Symposium in Dießen bieten Pflegekräften vor diesem Hintergrund eine Plattform, um fachliche Neuerungen mit Fragen der eigenen Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität abzugleichen.

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