Pflegekräfte-Mangel, Seniorenheime

Pflegekräfte-Mangel: Seniorenheime suchen bundesweit dringend Personal

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Senioreneinrichtungen in mehreren Bundesländern suchen Pflegefachkräfte. Tariflöhne, Zuschläge und Prämien sollen offene Stellen attraktiver machen.

Pflegefachkräfte gesucht: Altenhilfe setzt auf unbefristete Stellen
Ein lichtdurchfluteter Gemeinschaftsraum in einer Senioreneinrichtung mit bequemen Sesseln und Blick in einen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Ein Blick auf laufende Stellenausschreibungen für Pflegefachkräfte in der stationären Altenhilfe zeigt ein bundesweit einheitliches Bild: Von Neukirchen-Vluyn über Bremen und Münster bis nach Potsdam, Wietze, Paderborn und Selters-Niederselters suchen Senioreneinrichtungen händeringend qualifiziertes Personal.

Die Ausschreibungen, die auf verschiedenen Jobportalen veröffentlicht wurden, verdeutlichen den anhaltenden Bedarf an Pflegefachkräften in der Branche.

Unbefristete Stellen dominieren das Bild

Auffällig ist, dass fast alle ausgeschriebenen Positionen unbefristet angeboten werden – ein Indiz dafür, dass es sich nicht um kurzfristige Vertretungen, sondern um strukturellen Personalbedarf handelt. Das K&S Seniorenresidenz Bremen-Oberneuland sucht etwa eine Pflegefachkraft für die Dauernachtwache in Vollzeit und unbefristet.

Die Einrichtung betreut 80 Bewohnerinnen und Bewohner auf drei Wohnbereichen, darunter ein Demenzbereich, mit 45 Mitarbeitenden. Wer dort mehr als sieben Tage ohne Ausfall arbeitet, erhält einen Zuschlag von 20 Prozent.

Auch das Charleston Wohn- und Pflegezentrum Schrieweshof in Paderborn-Elsen, das seit 2009 besteht und über 87 Pflegeplätze verfügt, sucht sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit für den Tagdienst. Beim Charleston Haus Essen wird eine unbefristete Vollzeitstelle mit monatlicher Gehaltsart sowie Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit angeboten.

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Vergütung nach Tarif und zusätzliche Anreize

Bei kirchlich und diakonisch getragenen Einrichtungen orientiert sich die Bezahlung an tariflichen Regelwerken. Das Matthias-Jorissen-Haus des Neukirchener Erziehungsvereins in Neukirchen-Vluyn vergütet nach BAT-KF und bietet 30 Tage Urlaub plus einen zusätzlichen freien Tag sowie eine betriebliche Altersvorsorge über die KZVK. Bewerbungen werden dort bis zum 23. September 2026 entgegengenommen, die Einstellung soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgen.

Die Lafim-Diakonie sucht für ihr Evangelisches Seniorenzentrum Emmaus-Haus in Potsdam Personal in Teil- oder Vollzeit zwischen 30 und 40 Stunden pro Woche, vergütet nach dem AVR DWBO-Tarif mit halbjährlichen Sonderzahlungen und 31 Urlaubstagen.

Die Einrichtung verfügt über 67 stationäre Pflegeplätze sowie vier Kurzzeitpflegeplätze. Auch das Altenheim St. Elisabeth in Münster-Gievenbeck und das Altenhilfe-Zentrum in Münster-Hiltrup zahlen nach AVR-Caritas und werben zusätzlich mit einer Willkommensprämie.

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Einige private Träger setzen auf finanzielle Zusatzanreize außerhalb klassischer Tarifstrukturen. Die inter pares Unternehmensgruppe bietet für ihr Seniorenzentrum am Kurhaus in Wietze ein überdurchschnittliches Festgehalt mit Zuschlägen für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie eine Edenred-Karte mit bis zu 40 Euro monatlich bei Vollzeitbeschäftigung. Die Stelle ist zum 1. September 2026 unbefristet zu besetzen.

Vielfalt der Einrichtungsgrößen und Aufgabenprofile

Die Größenordnungen der Einrichtungen variieren erheblich. Das Lebens- und Gesundheitszentrum Haus Invita in Bremen-Huchting, das seit 2011 besteht, verfügt über 78 Pflege-Einzelapartments sowie fünf Doppelapartments für stationäre Pflege und Kurzzeitpflege, verteilt auf vier Etagen.

Der Senioren-Park Carpe Diem in Selters-Niederselters wiederum sucht eine Pflegefachkraft speziell für die Rolle als Dokumentationsbeauftragte – bei 110 Betten auf drei Wohnbereichen, davon einem geschützten Demenzbereich, und rund 100 Pflegekräften im Haus. Der Urlaubsanspruch dort liegt zwischen 26 und 30 Tagen und ist verhandelbar.

Diese Bandbreite an Ausschreibungen – von kleinen diakonischen Häusern bis zu größeren privaten Trägern – zeigt, dass der Personalbedarf nicht auf einzelne Regionen oder Betreiberformen beschränkt ist, sondern die stationäre Altenhilfe in der Fläche betrifft. Zuschläge, Prämien und tarifliche Zusatzleistungen erscheinen dabei als gängige Instrumente, um offene Stellen im Pflegebereich zu besetzen.

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