Pflegeheime, Deutschland

Pflegeheime in Deutschland: 26 Prozent schreiben trotz Umsatzplus Verluste

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Curacons Auswertung zeigt knappe operative Erträge bei Pflegeheimen; auch ambulante Träger verzeichnen trotz höherer Marge Verluste.

Pflegeeinrichtungen 2025: Umsatzplus, aber geringe Margen und Verluste
Ein heller, minimalistischer Flur in einer Pflegeeinrichtung mit einfallendem Tageslicht und einem einzelnen Stuhl. Illustration mit AI erstellt.

Die wirtschaftliche Situation von Pflegeeinrichtungen in Deutschland bleibt angespannt. Wie die Curacon-Branchenanalyse für das Geschäftsjahr 2025 auf Grundlage von rund 800 aktuellen Jahresabschlüssen darlegt, bewegen sich die operativen Margen vieler Träger trotz Zuwächsen beim Umsatz auf einem sehr niedrigen Niveau. Ein beträchtlicher Teil der Unternehmen verzeichnet weiterhin operative Verluste.

Stationäre Einrichtungen kämpfen mit dünnen Margen

Im Bereich der stationären Pflegeheime verlangsamte sich das Umsatzwachstum im betrachteten Zeitraum. Nach einem Anstieg von 10,9 Prozent im Vorjahr wuchsen die Erlöse im Jahr 2025 um 6,5 Prozent. Die operative EBIT-Marge verbesserte sich zwar leicht von 1,0 Prozent auf 1,5 Prozent, verharrt damit jedoch auf einem schmalen Grat.

Auch beim Betriebsergebnis je Pflegeplatz zeigt sich die angespannte Lage: Der Median lag bei 846 Euro und blieb damit weiterhin unter dem Vergleichswert des Jahres 2022. Die finanzielle Verwundbarkeit der Branche spiegelt sich zudem im Anteil der defizitären Betriebe wider: 26 Prozent der stationären Einrichtungen schrieben im Jahr 2025 rote Zahlen.

Ambulante Dienste mit leicht höherer Rentabilität

Bei den ambulanten Diensten fiel das Umsatzplus mit 5,4 Prozent etwas moderater aus. Die EBIT-Marge einschließlich erhaltener Fördermittel lag in diesem Segment bei 3,5 Prozent.

Allerdings belasteten vor allem die Aufwendungen für Personal und Material die Ergebnisse: Die entsprechende Quote belief sich auf 81,8 Prozent. Trotz der im Vergleich zur stationären Pflege leicht höheren Gesamtmarge erwirtschafteten auch im ambulanten Bereich 17 Prozent der Träger Verluste.

Strukturelle Herausforderungen und steigender Kostendruck

Die wirtschaftlichen Kennzahlen treffen auf ein System, das durch demografische Verschiebungen und steigende Kosten geprägt ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gelten in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen als pflegebedürftig, von denen knapp 800.000 in Heimen versorgt werden.

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Die aktuelle Branchenanalyse auf Basis von rund 800 Jahresabschlüssen zeigt: Die stationären Erlöse wuchsen 2025 um 6,5 Prozent, doch die operative EBIT-Marge verharrt bei 1,5 Prozent, und 26 Prozent der Einrichtungen schrieben rote Zahlen. Wer seine eigene Position einordnen will, findet im kostenlosen Report die zentralen Kennzahlen und eine Checkliste zur Margenverbesserung. Kostenlosen Branchen-Report anfordern

Vorausberechnungen der Behörde deuten darauf hin, dass bis zum Jahr 2049 zwischen 6,7 und 7,5 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein könnten, während im selben Zeitraum bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen dürften.

Gleichzeitig steigen die finanziellen Lasten für Bewohner und Träger kontinuierlich. Nach Erhebungen des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) mit Stand Juli 2026 betrug der monatliche Eigenanteil im ersten Heimjahr bundesweit durchschnittlich 3.364 Euro.

Im selben Monat belief sich die durchschnittliche Eigenbeteiligung auf 3.677 Euro monatlich, wovon 2.088 Euro auf den pflegebedingten Eigenanteil (EEE), 1.068 Euro auf Unterkunft und Verpflegung sowie 521 Euro auf Investitionskosten entfielen.

Gegenwärtig greifen gestaffelte Zuschläge der Pflegekassen auf den pflegebedingten Eigenanteil ab Pflegegrad 2, die von 15 Prozent im ersten Jahr bis zu 75 Prozent nach mehr als 36 Monaten Heimaufenthalt reichen.

Vollstationäre Leistungsbeträge sind nach Pflegegraden gestaffelt und betragen monatlich 805 Euro für Pflegegrad 2, 1.319 Euro für Pflegegrad 3, 1.855 Euro für Pflegegrad 4 sowie 2.096 Euro für Pflegegrad 5. Für Pflegegrad 1 existiert ein Zuschuss von 131 Euro.

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Um Pflegebedürftige vor Vermögensverlusten zu schützen, beläuft sich das anrechnungsfreie Schonvermögen pro Person laut Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums auf 10.000 Euro, wobei für Partner zusätzliche Freibeträge gelten.

Trotz dieser Entlastungsmechanismen verdeutlichen die Kennzahlen aus den Jahresabschlüssen, dass der wirtschaftliche Spielraum vieler Pflegebetreiber gering bleibt und Kostensteigerungen nur begrenzt abgefangen werden können.

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