Pflegeheim-Kosten, Eigenanteil

Pflegeheim-Kosten: Eigenanteil springt auf 3.364 Euro monatlich

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 07:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der Eigenanteil für Pflegeheime erreicht mit 3.364 Euro einen neuen Höchststand. Bremen und das Saarland sind am teuersten, Sachsen-Anhalt am günstigsten.

Pflegeheimkosten in Deutschland: Eigenanteil steigt auf 3.364 Euro
Eine ältere Hand wird von einer jüngeren Hand gehalten, im Hintergrund verschwommen eine Pflegeheimszene, symbolisiert steigende Pflegekosten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Laut Daten des Verbands der Ersatzkassen (vdek) vom 1. Juli 2026 liegt der Eigenanteil im ersten Jahr bundesweit bei durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat. Das sind 119 Euro mehr als zu Jahresbeginn 2026 und 256 Euro mehr als im Juli 2025.

Bremen und Saarland am teuersten

Die Kostenunterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm. Am höchsten ist die Belastung in Bremen mit 3.761 Euro monatlich, gefolgt vom Saarland mit 3.695 Euro. Auch Berlin (3.749 Euro), Nordrhein-Westfalen (3.671 Euro) und Baden-Württemberg (3.657 Euro) liegen deutlich über dem Durchschnitt.

Am günstigsten wohnt es sich in Sachsen-Anhalt. Dort zahlen Bewohner im ersten Jahr nur 2.891 Euro. In Niedersachsen sind es 3.008 Euro, in Sachsen 3.152 Euro. Allerdings stiegen die Kosten in Sachsen innerhalb eines Jahres um rund 300 Euro.

Wo das Geld bleibt

Der größte Posten ist der pflegebedingte Eigenanteil mit durchschnittlich 2.088 Euro – ein Plus von 226 Euro zum Vorjahr. Für Unterkunft und Verpflegung kommen im Schnitt 1.086 Euro dazu, 50 Euro mehr als 2025. Hinzu kommen Investitionskosten der Einrichtungen.

Länger im Heim, weniger Kosten

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Die Eigenanteile für Pflegeheime sind erneut gestiegen – auf durchschnittlich 3.364 Euro monatlich. Wer die gesetzlichen Entlastungszuschläge und die Hilfe zur Pflege kennt, kann die Belastung deutlich senken. Unser kostenloser Report zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen. Jetzt Report anfordern

Ein wichtiges Detail: Je länger jemand im Heim lebt, desto geringer wird der Eigenanteil. Grund sind gesetzliche Entlastungszuschläge der Pflegekassen. In Sachsen sinkt die Belastung von 3.152 Euro im ersten Jahr auf 1.870 Euro ab dem vierten Jahr. In Berlin reduziert sich der Betrag ab Jahr vier auf 1.942 Euro, in Brandenburg auf 1.847 Euro.

Milliardendefizit erzwingt Reformen

Die soziale Pflegeversicherung steckt in der Krise. Für 2027 wird ein Defizit von rund 7,6 Milliarden Euro erwartet, der Gesamtfinanzbedarf liegt bei 11,2 Milliarden Euro. Die geplanten Reformen sehen vor, die Entlastungszuschläge erst nach 18 statt nach 12 Monaten zu erhöhen. Das soll die Kassen 2027 um rund 2,6 Milliarden Euro entlasten.

Zusätzlich ist geplant, die Tarifbezahlung für Pflegekräfte von 2027 bis 2030 zeitweise auszusetzen. Auf der Einnahmenseite sollen Kinderlose künftig 4,3 Prozent Beitrag zahlen.

Wer nicht zahlen kann

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Je nach Bundesland zahlen Pflegebedürftige im ersten Jahr zwischen 2.891 Euro (Sachsen-Anhalt) und 3.761 Euro (Bremen). Die Unterschiede sind enorm – und oft unbekannt. Unser Report vergleicht alle Bundesländer und erklärt, welche Zuschüsse Ihnen zustehen. Bundesland-Vergleich jetzt sichern

Reichen Einkommen und Vermögen nicht aus, können Pflegebedürftige Hilfe zur Pflege beim Sozialamt beantragen. Voraussetzung: Das verwertbare Vermögen muss bis auf ein Schonvermögen von 10.000 Euro aufgebraucht sein. Kinder müssen erst ab einem Bruttojahreseinkommen von über 100.000 Euro für ihre Eltern zahlen.

Je nach Bundesland gibt es zudem Wohngeld oder spezielle Pflegewohngelder für Investitionskosten. Wichtig: Anträge müssen rechtzeitig gestellt werden – eine rückwirkende Bewilligung ist in der Regel ausgeschlossen.

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