Pflegegeld, Doppelte

Pflegegeld: Doppelte Bezugsdauer ab Januar entlastet Angehörige

27.06.2026 - 21:42:27 | boerse-global.de

Seit Januar 2026 erhalten Pflegende das Pflegegeld bei Krankenhausaufenthalten acht statt vier Wochen. Steuerfreibeträge bleiben jedoch unverändert.

Pflegegeld: Doppelte Bezugsdauer bei Klinikaufenthalten ab 2026
Pflegegeld - Eine Hand kreist ein Datum auf einem Kalenderblatt im Januar ein, symbolisch für neue Pflegeregelungen und Leistungen. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit Januar 2026 gilt: Wer pflegt, erhält das Pflegegeld bei Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten doppelt so lange wie bisher.

Mehr Zeit für Erholung

Die Verdoppelung von vier auf acht Wochen ist eine der zentralen Neuerungen. Bislang fiel das Pflegegeld nach einem Monat stationärem Aufenthalt weg – jetzt bleibt es zwei Monate erhalten. Das entlastet nicht nur die Pflegebedürftigen, sondern auch die Angehörigen, die sich um die Organisation kümmern müssen.

Für die Verhinderungs- und Kurzzeitpflege steht zudem ein gemeinsames Jahresbudget von 3.539 Euro bereit. Das Geld können Pflegebedürftige flexibel nutzen, etwa für eine Vertretung oder eine kurze Auszeit in einer Einrichtung.

Was bleibt – und was nicht

Die monatlichen Pflegegeldbeträge sind seit 2025 stabil:

  • Pflegegrad 2: 347 Euro
  • Pflegegrad 3: 599 Euro
  • Pflegegrad 4: 800 Euro
  • Pflegegrad 5: 990 Euro

Hinzu kommt der Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich. Wichtig: Nicht genutzte Beträge lassen sich noch bis zum 30. Juni 2026 übertragen. Danach verfällt das Guthaben.

Keine Steuerentlastung in Sicht

Das Finanzministerium hat am 26. Juni 2026 eine Entscheidung getroffen, die viele Angehörige enttäuschen dürfte: Die Steuerfreibeträge für pflegende Angehörige werden nicht an die Inflation angepasst. Die Sätze bleiben unverändert:

  • Pflegegrad 2: 600 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.100 Euro
  • Pflegegrad 4 und 5: 1.800 Euro

Die Diskussion um die finanzielle Würdigung der häuslichen Pflege wird damit weitergehen. Während die Freibeträge stagnieren, steigen die Kosten für externe Unterstützung.

Anzeige

Wer Angehörige mit beginnender Vergesslichkeit pflegt, braucht oft schnell Gewissheit über den Gesundheitszustand. Dieser kostenlose 7-Fragen-Selbsttest wurde mit Experten entwickelt und liefert Ihnen in nur zwei Minuten eine erste, diskrete Einschätzung. Jetzt kostenlosen Demenz-Selbsttest anonym durchführen

Neue Angebote vor Ort

In Seekirchen eröffnete im Juni 2026 eine Regionalstelle des Hilfswerks mit einem Senioren-Tageszentrum. Die Tagesbetreuung kostet dort 29 Euro pro Tag – mit Ermäßigung sind es 21,10 Euro.

In Potsdam fand heute eine Gesundheitswanderung für Menschen mit Demenz statt, organisiert mit der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg. Und in Ebikon lädt am 2. Juli 2026 ein offener Senioren-Treff im Zentrum „Phönix“ zum Austausch ein.

Das niederländische Vorbild

International sorgt das Modell „Buurtzorg“ für Aufsehen. Der Niederländer Jos de Blok gründete es 2006 – mit einer radikalen Idee: Pflegeteams organisieren sich selbst, ohne klassische Hierarchien. Das Ziel: Ältere Menschen sollen möglichst lange zu Hause leben können.

Das Unternehmen beschäftigt heute rund 15.000 Mitarbeiter und ist in über 20 Ländern aktiv. Die Gesundheitsausgaben sollen sich dadurch um bis zu 25 Prozent senken lassen. Ob sich das Modell auch in Deutschland flächendeckend etablieren lässt, bleibt abzuwarten.

Anzeige

Um die Selbstständigkeit im Alter so lange wie möglich zu bewahren, ist neben der richtigen Pflege auch die geistige Fitness entscheidend. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische Alltagsübungen, mit denen Sie Konzentration und Gedächtnis gezielt stärken können. Kostenlosen Gehirntraining-Ratgeber hier herunterladen

Fachwissen für Betroffene

Am 1. Juli 2026 stellt ein Expertentalks in Österreich ein Positionspapier zur Qualität in der 24-Stunden-Betreuung vor. Experte Mario Tasotti wird dort über aktuelle Anforderungen sprechen.

Einen Tag später, am 3. Juli 2026, informiert eine Fachmesse in der Stuttgarter Liederhalle über Augenerkrankungen im Alter. Themen sind Mobilität und Resilienz – wichtig für alle, die zu Hause pflegen und frühzeitig die richtigen Hilfsmittel kennen wollen.

de | wissenschaft | 69642148 |