Pflegeberatung, Kronach

Pflegeberatung in Kronach: Kompetenzcenter mit 2,8 Millionen Euro gefördert

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Beratungsstellen, Schulungsreihen und kommunale Pflegekonzepte erweitern die Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.

Pflegeberatung: Neue Zentren und Schulungen stärken regionale Angebote
Ein heller, ruhig gestalteter Veranstaltungsraum in einem modernen Beratungszentrum mit Blick in einen herbstlichen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Die Unterstützung von Senioren und deren Angehörigen bei der Einstufung in Pflegegrade gewinnt in der regionalen Bildungs- und Beratungslandschaft zunehmend an Bedeutung. Verschiedene Institutionen, von Volkshochschulen bis hin zu spezialisierten Kompetenzzentren, erweitern ihr Portfolio um Informationsvorträge und strukturierte Begleitprogramme, um die Hürden bei der Antragstellung und Begutachtung zu senken.

Gezielte Vorbereitung auf die Pflegebegutachtung

Ein Schwerpunkt der aktuellen Angebote liegt auf der Vermittlung von Wissen über den Begutachtungsprozess. So bietet etwa die VHS Dorsten für Mitte Oktober 2026 einen Vortrag mit dem Titel „Ihr Weg zum Pflegegrad“ an.

Die Veranstaltung befasst sich mit den Bewertungskriterien und der Vorbereitung auf den Besuch durch den Medizinischen Dienst bei gesetzlich Versicherten beziehungsweise durch Medicproof im Falle von privat Versicherten. Für die Teilnahme wird eine Gebühr von 12,50 Euro erhoben.

Ähnliche Schulungsformate finden sich im Landkreis Mayen-Koblenz. Der dortige AWO Betreuungsverein führt im Oktober eine kostenlose vierteilige Schulungsreihe für ehrenamtliche Betreuer im Seniorenzentrum „Altes Brauhaus zur Nette“ in Weißenthurm durch.

Die Abende decken verschiedene Rechts- und Versorgungsbereiche ab, beginnend mit dem Betreuungsrecht und der Vermögenssorge, gefolgt von der Gesundheitssorge, Wohnungs- und Postangelegenheiten sowie Behördenangelegenheiten.

Ergänzend dazu informiert der Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld Ende Oktober im Landratsamt über die Einbindung ehrenamtlicher Einzelpersonen. In einer Veranstaltung erläutert Kathrin Wüst die Voraussetzungen, unter denen Hilfeleistungen im häuslichen Umfeld über den Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung abgerechnet werden können. Im Dezember schließt sich dort eine ganztägige Schulung zu Themen der Haushaltsführung und Organisation des Engagements an.

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Aufbau neuer Beratungszentren und Netzwerke

Parallel zu punktuellen Informationsveranstaltungen entstehen dauerhafte Beratungsstrukturen. Im Landkreis Kronach hat das Kompetenzcenter Pflege in Neuses den Betrieb aufgenommen.

Das Projekt, das vom Freistaat Bayern mit rund 2,8 Millionen Euro gefördert wird, reagiert auf den lokalen Bedarf von 77 Pflegebedürftigen pro 1.000 Einwohner, wie Ministerin Judith Gerlach ausführte. Vier Mitarbeiterinnen beraten vor Ort, unterstützt von fünf Pflegelotsen, die die Koordination der Angebote im Landkreis übernehmen.

In Neubrandenburg wurde unterdessen im HKB-Turm am Markt ein neues Schulungs- und Beratungszentrum eröffnet. Initiiert durch den Verein „zukunftsfeste Pflege“, bündelt die Expertise mehrerer Pflegedienste und Sanitätshäuser.

Das Zentrum ist werktags ohne Terminabsprache zugänglich und bietet neben allgemeiner Pflegeberatung auch spezifische Schulungen zu Demenz und Sterbebegleitung an. Landesweit existieren laut Berichten bereits 18 solcher Einrichtungen.

Auf Landesebene hat Rheinland-Pfalz die Zentrale „Daheim und füreinander“ eingerichtet. Diese fungiert als Bündelungsstelle für Fachangebote und unterstützt Kommunen sowie Initiativen bei der Gestaltung altersgerechter Strukturen. Das zugehörige Netzwerk umfasst mittlerweile mehr als 570 Mitglieder.

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Kommunale Pflegekonzepte und internationale Modellphasen

In der Gemeinde Thür wird zudem die Einführung einer sogenannten „QuartierPflege“ vorbereitet. Seit dem 1. September 2026 befindet sich die Pflegedienstleitung Christina Kaufmann-Hansen in der Einarbeitungsphase für diesen kommunalen Dienst.

Ab November sollen erste Anfragen von Pflegebedürftigen und Helfenden bearbeitet werden, wobei das Angebot Pflegegrade von 1 bis 5 abdeckt. Die Finanzierung erfolgt über die Pflegekassen, wobei ein Entlastungsbetrag von 131 Euro geltend gemacht werden kann. Eine offizielle Auftaktveranstaltung ist für Anfang Dezember geplant.

Ein systematischer Wandel zeichnet sich zudem in der Steiermark ab. Dort sollen Leistungen des Community Nursing ab Beginn des Jahres 2027 in die Regelversorgung überführt werden. Die neu konzipierte „Pflegedrehscheibe Plus“ startet zunächst als Pilotprojekt in den Regionen Leibnitz, Murtal und Graz-Umgebung.

Das Konzept sieht eine Verknüpfung von Pflegeberatung mit präventiver Gesundheitsförderung vor, während die bisherige Unterstützung rein kommunaler Angebote im Bereich Community Nursing auslaufen soll.

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de | wissenschaft | 70218107 |