Pflege-Innovation: Bayern investiert 31 Millionen bis 2028
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 06:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Pflegebranche erlebt einen grundlegenden Wandel.
Bayern investiert 31 Millionen in Pflege-Innovation
Am Montag fiel der Startschuss für die Forschungsinitiative Pflegetechnologie (FiPtec) am Bayerischen Zentrum für Digitale Pflege in Kempten. Gesundheitsministerin Judith Gerlach gab den offiziellen Auftakt für das mit 4,5 Millionen Euro geförderte Projekt. Es ist Teil der HighCare-Agenda, die bis 2028 insgesamt 31 Millionen Euro in Pflegeinnovationen steckt.
Vier interdisziplinäre Arbeitsgruppen sollen den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis beschleunigen – sowohl für stationäre als auch für ambulante Pflegeeinrichtungen. Ein weiteres Projekt namens KiPf erhält zusätzlich rund 4,4 Millionen Euro für verwandte Vorhaben in der Region.
Großbritannien rüstet auf: 7.000 Notrufsysteme digitalisiert
Während Bayern forscht, handelt Großbritannien. Die Umstellung von analogen auf digitale Notrufsysteme läuft auf Hochtouren. Allein in South Lanarkshire wurden über 7.000 Hausnotrufsysteme auf digitale Technik umgerüstet, wie ein Bericht vom 1. Juli zeigt. Ausschussvorsitzende Margaret Walker lobte die schnellen Fortschritte: Tausende Senioren könnten dank der Technik länger selbstständig leben.
Doch die digitale Kluft bleibt eine Herausforderung. Das Programm „Let's Get Digital Durham“ kämpft gegen die digitale Ausgrenzung. Mit Unterstützung von Capgemini und dem Innenministerium wurden 15 „Digital Champions“ rekrutiert. Der Grund: Noch immer sind 14,2 Prozent der Einwohner von County Durham offline – fast doppelt so viele wie der britische Durchschnitt von 7,8 Prozent.
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Schweden setzt auf virtuelle Pflegebesuche
In Luleå läuft seit Herbst 2025 ein Pilotprojekt mit digitalen Pflegebesuchen per Tablet. Rund 50 Pflegebedürftige erhalten tägliche Video-Besuche. Die Teilnehmer beschreiben diese als „soziales Highlight“, das das Sicherheitsgefühl enorm steigert.
Auch in Deutschland tut sich einiges: Die Initiative Care for Sustainable Innovation (CSI) hat ihre ersten Innovationspartnerschaften gestartet. Projekte umfassen eine KI-gesteuerte API-Plattform für das Pflegemanagement und einen vernetzten Rollator. In Bocholt läuft das Modellprojekt „Gemeinsam Pflege“ – mit Laufzeit bis Ende 2028. Es setzt auf ehrenamtliche Pflegelotsen und nachbarschaftliche Beratung.
Wirtschaftlicher Druck und neue Förderung
Die Kosten der Pflege sind immens. Allein in den USA flossen über Medicare und Medicaid rund 12 Milliarden Euro in betreutes Wohnen. In Pavlovsky Posad helfen Sozialarbeiter seit 2024 Senioren bei der Nutzung digitaler Dienste. Über 30 Prozent der Pflegebedürftigen erledigen dort inzwischen Zahlungen, Telemedizin oder Videoanrufe online.
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Doch während die Pflege digitalisiert, kämpft der Wohnungsbau mit Gegenwind. Der GdW warnt vor einem 26-prozentigen Rückgang der Neubauinvestitionen für 2026. Ein neues KfW-Förderprogramm zur Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum startete am 1. Juli – mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro pro Einheit.
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