Pflanzliches Eiweiß: Ein Kilogramm Gewichtsverlust durch Proteinersatz
12.06.2026 - 13:40:05 | boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie.
Forscher des Physicians Committee for Responsible Medicine untersuchten 84 Frauen nach den Wechseljahren über zwölf Wochen. Die eine Gruppe stellte auf vegane Ernährung mit täglichem Sojakonsum um, die andere blieb bei ihrer gewohnten Kost.
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Die Dosis macht den Unterschied
Die vegane Gruppe reduzierte tierisches Eiweiß um durchschnittlich 23,3 Gramm täglich. Gleichzeitig stieg der pflanzliche Anteil um 22,1 Gramm. Das Ergebnis: Wer 16 Gramm tierisches Protein durch 13 Gramm pflanzliches ersetzte, verlor rund ein Kilogramm – unabhängig von der Gesamtkalorienmenge.
Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal „Menopause“. Die Studie zeigt eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Proteinquelle und Gewichtsverlust.
Warum pflanzliches Eiweiß besser wirkt
Die Wissenschaftler vermuten den Grund in der unterschiedlichen Aminosäurenzusammensetzung. Tierische Produkte enthalten viel Methionin. Eine pflanzliche Ernährung reduziert die Aufnahme dieser Aminosäure – und das verändert offenbar den Stoffwechsel.
Die Teilnehmerinnen der veganen Gruppe profitierten aber nicht nur beim Gewicht. Die Häufigkeit mittelschwerer bis schwerer Hitzewallungen sank um 88 Prozent. Fachleute führen das auf die Isoflavone in Soja zurück.
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Nicht für alle Altersgruppen geeignet
Eine portugiesische Meta-Analyse der Universität Lissabon mit zwölf Studien zeigt: Für Menschen über 65 haben tierische Proteine leichte Vorteile beim Erhalt der Muskelmasse. Grund ist der höhere Leucingehalt. Bei jüngeren Erwachsenen unter 65 fanden die Forscher keine signifikanten Unterschiede zwischen den Proteinquellen.
Ein weiteres Review in „Critical Reviews in Food Science and Nutrition“ betont die Bedeutung der Proteinqualität. Gemessen wird sie am DIAAS-Wert (Digestible Indispensable Amino Acid Score). Während einer Diät kann eine Proteinzufuhr von mehr als 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht helfen, die Muskelmasse zu erhalten.
Pflanzliche Proteine punkten bei Nachhaltigkeit und Stoffwechselregulierung. Tierische gelten oft als qualitativ hochwertiger bei der Aminosäurenverfügbarkeit. Die Kunst liegt in der richtigen Mischung – besonders nach den Wechseljahren.
