Pflanzendrinks für Kleinkinder: Warum Soja und Erbsen besser sind
05.06.2026 - 07:12:48 | boerse-global.de
Kuhmilch liefert wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Jod und die Vitamine B2 und B12. Herkömmliche Pflanzendrinks erreichen diese Nährstoffdichte oft nicht.
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Bio-Produkte besonders kritisch
Besonders bei ökologisch produzierten Varianten sehen Experten ein Problem. Bio-Drinks dürfen in der Regel nicht mit synthetischen Vitaminen oder Mineralstoffen angereichert werden. Was fehlt, sind genau jene Zusätze, die für die Entwicklung essenziell sind.
Wie Fachleute des Universitätsklinikums Münster (UKM) und des Netzwerks „Gesund ins Leben“ Anfang Juni erläuterten, müssen Eltern bei Verzicht auf Kuhmilch gegensteuern. Kalzium lässt sich etwa über kalziumreiches Mineralwasser oder Gemüse wie Brokkoli aufnehmen. Für Jod ist Jodsalz entscheidend, Vitamin B12 kommt primär über andere tierische Produkte oder angereicherte Lebensmittel.
Soja und Erbsen sind die bessere Wahl
Die biologische Wertigkeit des Proteins macht den Unterschied. Drinks auf Basis von Soja oder Erbsen gelten für Kleinkinder zwischen ein und drei Jahren als proteinreich und damit als vergleichsweise guter Ersatz. Hafer- oder Reisgetränke sind proteinarm – sie decken den Eiweißbedarf in der Wachstumsphase nicht.
Für Säuglinge lehnen Experten Standard-Pflanzendrinks komplett ab. Dennis Papanouskas vom UKM Münster betonte: Solche Produkte seien für Kinder im ersten Lebensjahr gänzlich ungeeignet. Nur spezielle Sojapräparate für diese Altersgruppe kämen unter Umständen infrage. Ohne ärztliche Begleitung drohen Wachstumsstörungen und Mangelernährung. Fachleute raten zu regelmäßigen Blutkontrollen bei rein pflanzlicher Ernährung.
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Vollmilch-Streit in den USA
Auch politisch ist das Thema brisant. In den USA kritisierte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Anfang Juni 2026 den Verzicht auf Vollmilch in Schulen. Hintergrund ist der „Whole Milk for Healthy Kids Act“ vom Januar 2026. Er erlaubt Vollmilch wieder im Schulspeisungsprogramm. Befürworter loben Sättigung und Nährstoffdichte, Ernährungswissenschaftler der Harvard University warnen vor gesättigten Fettsäuren.
Der Markt für pflanzliche Proteine entwickelt sich parallel weiter. Das Studierendenwerk Bielefeld führte im Frühjahr 2026 eine Proteinbasis aus Biertreber ein – für bessere CO?-Bilanz in der Gemeinschaftsverpflegung. Die BÄKO-Zentrale nahm Anfang Juni vegane Vollei-Ersatzprodukte ins Sortiment.
Neue Forschung gegen Allergien
Das Unternehmen DBV Technologies startete Anfang Juni eine klinische Phase-2-Studie. Spezielle Pflaster bei Säuglingen mit Erdnussallergie sollen den Allergieverlauf bereits im Alter von sechs bis zwölf Monaten positiv beeinflussen.
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