PFAS, Medikamenten

PFAS in Medikamenten: 87% haben bereits umweltfreundliche Alternativen

02.07.2026 - 12:31:13 | boerse-global.de

Neue Studie belegt: Für die meisten PFAS-haltigen Arzneimittel gibt es umweltfreundliche Alternativen ohne Wirkungsverlust.

PFAS in Medikamenten: 87 Prozent der Humanarzneien sind ersetzbar
PFAS - Ein klares Glasbecher mit grüner Flüssigkeit neben einem verschwommenen Medikamentenblister in einem Labor. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt ein neues Gutachten der Universität Freiburg im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA).

Für 87 Prozent der Humanarzneimittel mit PFAS-Strukturen stehen bereits PFAS-freie Alternativen zur Verfügung. Bei Tierarzneimitteln liegt die Quote bei 65 Prozent. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 111 Human- und 28 Tierarzneimittel.

Der PFAS-Anteil ist für die medizinische Wirkung nicht ausschlaggebend. Der therapeutische Effekt werde nicht durch die Chemikalie selbst erzielt, so die Gutachter. Für fast alle verbleibenden Medikamente ohne Marktersatz befinden sich Alternativen in der Entwicklung.

Zerfall zu TFA belastet Gewässer

Ein zentrales Problem: Über 80 Prozent der PFAS-Wirkstoffe in Arzneimitteln zerfallen zu Trifluoressigsäure (TFA). Die Substanz ist extrem stabil und reichert sich im Wasserkreislauf an.

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stufte TFA im Juni 2026 als fortpflanzungsgefährdend ein. Herkömmliche Kläranlagen filtern die Stoffe kaum aus dem Abwasser.

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Für Patienten gehen von PFAS in Medikamenten keine direkten Gesundheitsgefahren aus. Die Umweltbelastung ist jedoch erheblich. Das Gutachten sieht in umweltfreundlicheren Alternativen die Chance, diese Belastung zu senken – ohne die medizinische Versorgung zu gefährden.

Transparenz durch Ampelsystem geplant

Das Umweltbundesamt arbeitet an einem Arzneimittelindex Umwelt. Das System soll Informationen zur Umweltverträglichkeit von Medikamenten bündeln – voraussichtlich mit einem Ampelsystem. Ärzte könnten dann gezielt umweltfreundlichere, PFAS-freie Präparate verschreiben.

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Auf regulatorischer Ebene zeichnen sich konkrete Fristen ab. Die ECHA will ihre Bewertung zur PFAS-Beschränkung bis Ende 2026 abschließen. Für 2027 erwartet die Branche einen EU-Gesetzentwurf.

Langfristig könnten PFAS-haltige Wirkstoffe nur noch in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen – wenn keine medizinisch gleichwertigen Alternativen existieren.

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