Perfektionismus, Kurztherapie

Perfektionismus: Neue Kurztherapie mit vier Sitzungen hilft

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Uni Bremen stellt mit COMPASS eine vierwöchige Gruppentherapie vor, die Perfektionismus mit ACT und Selbstmitgefühl behandelt. Die Förderung beträgt 72.000 Euro.

COMPASS-Therapie an Uni Bremen: Neue Gruppentherapie gegen Perfektionismus
Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem hellen, modernen Raum in einem Stuhlkreis und nimmt an einer Gruppentherapie teil. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der modernen klinischen Psychologie gewinnt die Auseinandersetzung mit Perfektionismus als transdiagnostischer Risikofaktor zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Entwicklungen in der Therapielandschaft zeigen einen Trend hin zu spezialisierten Kurzinterventionen, die darauf abzielen, die psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken.

Ein zentrales Beispiel für diesen wissenschaftlichen Fortschritt ist das Projekt COMPASS, eine neue Gruppentherapie, die an der Universität Bremen im August 2026 vorgestellt wurde.

Struktur und Aufbau der COMPASS-Intervention

Das Programm COMPASS ist als spezifisches Gruppenformat konzipiert, das sich an Personen richtet, die unter den negativen Folgen von übermäßigem Perfektionismus leiden. Die methodische Struktur sieht einen kompakten Zeitrahmen vor: Die Therapie umfasst insgesamt vier wöchentliche Sitzungen.

Ziel dieser zeitlich begrenzten Einheiten ist es, den Teilnehmern praxisnahe Strategien zu vermitteln, um den hohen Erwartungsdruck an die eigene Person zu reduzieren und gesündere Verhaltensmuster zu entwickeln.

Der Fokus liegt dabei auf der Vermittlung von Techniken, die unmittelbar in den Alltag integriert werden können. Durch das Gruppenformat wird zudem der Austausch zwischen Betroffenen ermöglicht, was in der psychologischen Praxis oft als unterstützender Faktor für den Therapieerfolg gewertet wird.

Methodische Grundlagen: ACT und Mitgefühl

Wissenschaftlich fundiert das Projekt COMPASS auf zwei modernen Strömungen der kognitiven Verhaltenstherapie. Zum einen kommt die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) zum Einsatz. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die psychologische Flexibilität zu erhöhen, indem unangenehme Gefühle und Gedanken akzeptiert werden, während gleichzeitig das Handeln an persönlichen Werten ausgerichtet wird.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema Perfektionismus befasst, neigt oft dazu, Aufgaben aus Angst vor Fehlern immer wieder aufzuschieben. Die wahren Ursachen dieser Aufschieberitis sind meist nicht Faulheit – dieser kostenlose Ratgeber klärt über die psychologischen Hintergründe auf. Warum intelligente Menschen prokrastinieren und wie sie damit aufhören

Zum anderen integriert das Programm Elemente der Mitgefühlsbasierten Therapie (Compassion-Focused Therapy). Hierbei steht die Entwicklung von Selbstmitgefühl im Vordergrund. Für perfektionistisch veranlagte Menschen ist dies ein wesentlicher Aspekt, da sie häufig zu einer harten inneren Kritik neigen.

Die Kombination dieser beiden Ansätze in einem strukturierten Programm wie COMPASS stellt einen innovativen Weg dar, um die psychologische Belastung durch Perfektionismus systematisch zu adressieren.

Förderung und wissenschaftliche Leitung

Die Durchführung und Erforschung dieser neuen Therapieform wird durch externe Mittel unterstützt. Das Forschungsprojekt an der Universität Bremen erhielt im August 2026 eine Zusage über eine Fördersumme in Höhe von 72.000 Euro durch die Christoph-Dornier-Stiftung. Diese finanzielle Unterstützung unterstreicht die Relevanz des Thema in der aktuellen Forschungslandschaft und ermöglicht die wissenschaftliche Begleitung der Interventionsmaßnahme.

Anzeige

Wenn der eigene Anspruch zur Belastung wird, leiden oft die Produktivität und das psychische Wohlbefinden unter dem ständigen Druck. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber stellt vier bewährte Methoden vor, um Aufgaben ohne Last-Minute-Stress zu erledigen und den Alltag entspannter zu meistern. 4 Methoden für mehr Produktivität jetzt kostenlos sichern

Verantwortlich für die Durchführung und als zentrale Ansprechpartnerin für das Projekt fungiert Dr. Nathalie Claus. Sie betreut das Vorhaben am Fachbereich der Universität Bremen und steht für fachliche Rückfragen zur Verfügung.

Einordnung in den Forschungskontext

Die Entwicklung von COMPASS ist Teil einer breiteren Bemühung, niederschwellige und effiziente psychologische Unterstützungsangebote zu schaffen. Während klassische Langzeittherapien oft mit hohen Wartezeiten verbunden sind, bieten spezialisierte Programme wie diese vierwöchige Gruppentherapie die Möglichkeit, frühzeitig zu intervenieren.

Interessierte und Betroffene können für weitere Informationen direkten Kontakt mit der Universität Bremen aufnehmen. Dr. Nathalie Claus ist unter der Telefonnummer +49 421 218 68540 erreichbar, um Auskünfte über die Teilnahmevoraussetzungen und den Ablauf der Sitzungen zu geben.

Die Ergebnisse aus der Anwendung von COMPASS könnten zukünftig wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wie Kurzinterventionen effektiv zur Prävention von psychischen Folgestörungen beitragen können, die häufig mit einem ausgeprägten Perfektionismus einhergehen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69973555 |