Peoples Pixel: Nordkoreas Pixel-8-Pro-Klon mit offenem Bootloader
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 19:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein neues Smartphone aus Nordkorea sorgt für Alarm bei Sicherheitsexperten. Das „Peoples Pixel“ ist ein Klon des Google Pixel 8 Pro – und kommt mit entsperrtem Bootloader ab Werk.
Das Gerät steckt technisch in der Mittelklasse: Ein MediaTek Dimensity 7050 Prozessor, 16 GB RAM und 256 GB Speicher. Die Kamera löst mit drei 50-Megapixel-Sensoren auf, das Display schafft native 60 Hz – softwareseitig hochgerechnet auf 120 Hz.
Doch das eigentliche Problem sitzt tiefer. Der offene Bootloader macht das System angreifbar. Schadsoftware lässt sich so auf Systemebene einschleusen, die Integrität des Betriebssystems ist nicht garantiert.
Nordkoreanische IT-Kräfte fluten den Arbeitsmarkt
Das „Peoples Pixel“ ist kein Einzelfall. Es fällt in eine Zeit massiv zunehmender Cyberaktivitäten nordkoreanischer Akteure. Eine Analyse von Pindrop zeigt: 2026 wies durchschnittlich einer von 47 Bewerbern Merkmale auf, die auf eine Herkunft aus Nordkorea hindeuten. Im Vorjahr war es noch einer von 343.
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Die IT-Arbeiter verschleiern ihre Identität mit mehreren Methoden:
- Mehrschichtige Identitäten und globale Vermittler
- KI-generierte Antworten in Bewerbungsprozessen
- Anpassung an lokale Zeitzonen, um einen Wohnsitz im Westen vorzutäuschen
Ermittler fanden heraus: Solche Akteure waren bereits an der Entwicklung bekannter DeFi-Protokolle wie SushiSwap, THORChain oder Shiba Inu beteiligt. Ziel: Vermögenswerte extrahieren.
Kryptodiebstähle auf Rekordniveau
Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Chainalysis zufolge stiegen die Verluste durch nordkoreanische Hacker im Kryptosektor 2025 um 51 Prozent auf geschätzte 6,7 Milliarden US-Dollar. Allein das Drift Protocol verlor rund 285 Millionen US-Dollar.
Auch Deutschland ist betroffen. Der „Gen H1 2026 Threat Report“ verzeichnet einen starken Anstieg bei Dropper-Software um 160 Prozent und Trojanern um 145 Prozent. Weltweit legte Identitätsdiebstahl um 454 Prozent zu.
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Brücke nach Russland: Milliardenbau für den Militärlogistik?
Parallel zu den digitalen Aktivitäten baut Nordkorea seine physische Infrastruktur aus. Eine erste Straßenbrücke über den Tumen-Fluss verbindet das Land mit Russland – kurz vor der Fertigstellung. Offiziell dient sie Handel und Tourismus. Doch das bilaterale Handelsvolumen lag 2024 bei nur 34 Millionen US-Dollar. Die Baukosten werden auf über 100 Millionen US-Dollar geschätzt. Beobachter vermuten militärische Zwecke.
Sicherheitsbehörden und die G7 fordern eine verstärkte Koordinierung gegen Nordkoreas Cyberaktivitäten. Ziel: Die Finanzierung staatlicher Rüstungsprogramme durch digitale Kriminalität eindämmen. Fachleute raten Unternehmen zu kontinuierlicher Identitätsprüfung bei Neueinstellungen – und zur Vorsicht gegenüber Hardware unbekannter Herkunft.
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